Bekommt der FC Castrop-Rauxel eine Jugend-Abteilung, Herr Blase?

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Kreisliga-A-Spitzenreiter, Vize-Hallenstadtmeister: Es läuft gut beim FC Castrop-Rauxel. Doch der Verein besteht nur aus einer Mannschaft. Kommt bald ein Unterbau?

Castrop-Rauxel

, 09.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Jahr 2014 gründete Uwe Blase den heutigen A-Kreisligisten und Vize-Hallenstadtmeister FC Castrop-Rauxel. Als Vereinsvorsitzender freute er sich bereits seit dem Start des Teams zur Saison 2015/16 über zwei Aufstiege. Im Sommer könnte mit dem Bezirksliga-Aufstieg der dritte binnen kürzerster Zeit folgen.

Wir sprachen mit Uwe Blase über sein Fazit nach fünf Jahren FC Castrop-Rauxel und warum sich der Verein noch weiterentwickeln muss.

Hallo Herr Blase, der FC Castrop-Rauxel steht souverän an der Tabellenspitze der Kreisliga A. Viele sagen: Ihr könnt euch nur noch selbst schlagen. Wie sehen Sie das?

Da muss ich widersprechen und bin immer etwas anders gestrickt. Klar, das erzählen viele und ist vielleicht auch nachvollziehbar, wenn man unsere Ergebnisse sieht. Nur wenn man sich die Tabelle genau anguckt, sind es sieben Punkte auf RWT Herne, wenn diese Mannschaft ihr Nachholspiel gewinnt - und da gehe ich persönlich von aus. Sieben Punkte sind im Fußball nicht viel. Wenn wir so gut und konzentriert arbeiten, wie in der ersten Halbserie, dann glaube ich, dass wir am Ende vorne stehen, weil wir ein gutes Team sind und guten Fußball spielen. Das Ziel unter die ersten Vier zu kommen, haben wir ja bereits korrigiert und wollen Erster werden - das versuchen wir mit allen Mitteln.

Nun gibt es den FC Castrop-Rauxel bereits seit über fünf Jahren. Wie fällt Ihr Fazit nach den Jahren aus? Wie ist es heute um den FC bestellt?

Einige Jahre sind es tatsächlich mittlerweile. Wenn wir jetzt tatsächlich in diesem Jahr Meister werden würden, dann müssen wir festhalten, dass wir in den zurückliegenden Spielzeiten dreimal Meister geworden wären. Rein von der sportlichen Sache her, sehe ich das positiv.
Ich denke, dass sich auch im Gesamtbild des Vereins etwas getan hat. Was zu Anfang von vielen kritisch gesehen wurde, dass hat sich etwas normalisiert und wir sind in der kurzen Zeit durchaus schon etabliert. Wobei wir immer noch als Frischlinge zu bezeichnen sind. Ich glaube, man nimmt uns als Verein wahr, und die Resonanz, die wir bekommen, ist über Castrop-Rauxels Grenzen hinaus zu registrieren.

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Bislang besteht der FC Castrop-Rauxel nur aus einer Mannschaft und hat auch keine Jugendabteilung. Sind Sie bestrebt, dass sich daran etwas ändert?

Darüber haben wir ja bereits einige Male gesprochen. Ich sehe es auch so, dass ein Verein immer einen Unterbau haben muss. Einer zweiten Mannschaft oder einer Jugendabteilung bin ich positiv gegenüber eingestellt. Ich glaube sogar, dass es unabdingbar ist. Es wird kein Weg daran vorbeigehen, dass wir in Sachen Unterbau aktiv werden müssen.

Aktuell ist der FC Castrop-Rauxel auf dem Sportplatz am Fuchsweg beheimatet. Ist der FC bestrebt, irgendwann auf einen anderen Platz zu gehen oder hat der Klub langfristig seine Heimat in Merklinde gefunden?

Wir fühlen uns sehr wohl und haben auch ein gutes Einvernehmen mit dem SuS Merklinde. Ich glaube, so eine Aussage zu treffen, dass wir langfristig in Merklinde bleiben, das wäre zu früh. Das ist ein Thema, das uns in den nächsten Jahren noch begleiten wird, auch durch mögliche Fusionen. Wir sind bei dem Thema offen und das sollte jeder andere Verein auch so sehen.

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Sie sprechen das Thema Vereinsfusionen an. Wie schätzen sie dieses Thema ein? Ist es quasi unabdingbar, dass es irgendwann zu Fusionen kommen muss, um den Castrop-Rauxeler Fußball aufrechtzuerhalten?

Wir müssen uns überlegen, was wir in Castrop-Rauxel wollen. Wir haben Nachbarschaften, die uns im Grunde genommen ein Stück voraus sind, obwohl die Voraussetzungen hier nicht geringer sind. Bei der Vereinsarbeit muss man vor allen Leuten Respekt haben, die diese Arbeit überhaupt leisten und die es in erster Linie auch ehrenamtlich machen.
Aber wenn man jetzt auch sportliche Ziele in der Richtung formuliert, dass man weiter nach oben kommen möchte, dann werden wir nicht darum herumkommen, auch Fusionsgespräche zu führen. Denn wenn man Kräfte bündelt, hat man eine ganz andere Power, als wenn man sich hier und da das Wasser abgräbt.

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