Castrop-Rauxeler Mannschaft hat schon fünf Nachholspiele und ist komplett aus dem Rhythmus

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Die Unsicherheit ist groß, nachdem es mehrere Corona-Verdachtsfälle sowie bestätigte Ansteckungen im Verein gegeben hat. Der Klub hat wochenlang nicht mehr trainiert.

Castrop-Rauxel

, 27.10.2020, 09:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Castrop-Rauxeler Fußballmannschaft ist besonders arg gebeutelt durch das Coronavirus. Nach acht Spieltagen hat der Klub erst vier Spiele absolviert. Der Stau an Nachholspielen beträgt schon fünf Partien. Die Mannschaft ist mittlerweile völlig aus dem Trainingsrhythmus.

Euphorie nach Rückkehr in die Kreisliga A

Die Euphorie bei Victoria Habinghorst ist im Sommer groß gewesen. Als Tabellendritter der Kreisliga B war die Victoria im Sommer nach dem Abbruch und der Wertung der Saison in die A-Liga zurückgekehrt. Neun Jahre waren die Habinghorster in der Kreisliga B herumgekrebst. „Wir haben uns tierisch darauf gefreut“, erzählte Torhüter Jörn Gumpricht. Der 21-Jährige war im Sommer vom SuS Merklinde zur Victoria gestoßen.

Jörn Gumpricht: „Das Gefühl beim Training ist ein ganz anderes. Es ist ein mulmiges Gefühl, eins der Unsicherheit.“

Jörn Gumpricht: „Das Gefühl beim Training ist ein ganz anderes. Es ist ein mulmiges Gefühl, eins der Unsicherheit.“ © Jens Lukas

Frust ist groß - im September war das letzte Spiel

Mittlerweile ist der Frust riesengroß. Das letzte Spiel war im September. Der Trainingsbetrieb liegt auch weitestgehend flach. Vergangene Woche stand die erste Einheit seit gut drei Wochen auf dem Plan. Kurzfristig wurden Trainingstermine kommuniziert - oder eben auch wieder ebenso kurzfristig abgesagt, manchmal sogar erst am selben Tag.

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Allein das wäre schon eine miserable Vorbereitung auf das Derby gegen Gumprichts Ex-Verein am vergangenen Sonntag gewesen. Doch dann gab es im Habinghorster Lager wieder einen Corona-Fall - gleichzeitig das Aus für das Lokalduell. Gumpricht selbst, der Urlaub hat und versucht, bei allem Pandemie-Geschehen ein wenig zu entspannen, ist gesund und auch der Familie gehe es gut. Doch es gibt ein ganz großes „Aber“.

Victoria Habinghorst erreicht ein Gefühl der Unsicherheit

„Das Gefühl beim Training ist ein ganz anderes. Es ist ein mulmiges Gefühl, eins der Unsicherheit“, sagt Gumpricht. Zwar sei der Mannschaft klar gewesen, dass das Coronavirus auch in der Saison eine Rolle spielen werde. „Die einen haben acht Spiele, wir haben vier. Dass es uns so hart trifft, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Gumpricht, der bei normalem Saisonverlauf einen einstelligen Tabellenplatz im Auge hatte.

Neben vier Ligaspielen muss sein Team auch ein ausgefallenes Kreispokalspiel nachholen - ein riesiger Nachteil. Wenn es womöglich am Donnerstag, 29. Oktober, beim VfB Börnig weitergehen sollte, hätte die Victoria eine vierwöchige Spielpause hinter sich. Das ähnelt einer etwas kürzeren und unfreiwilligen Winterpause. Und die Form leidet, befürchtet auch Gumpricht.

Er schnauft tief durch. Habinghorsts Torwart hat Zweifel, ob das sinnvoll und von der Terminplanung überhaupt möglich ist. „Ich halte es schon jetzt für schwierig. Das wären ja alles Englische Wochen“, sagt er. Die Saison durchzuziehen, hält er schon jetzt für fast unmöglich.

Und es könnte noch härter kommen. Victoria Habinghorst trägt seine Heimspiele auf einem Rasenplatz aus. In den Wintermonaten drohen da meist auch ohne Corona einige Spielausfälle. Fünf Nachholspiele sind eigentlich schon genug. Doch weitere könnten folgen.

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