Castrop-Rauxeler Nachwuchs-Trainer holen Rezepte gegen Lockdown Light aus der Schublade

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Regelmäßiger Sport ist für die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen wichtig. Das ist Fakt. Der November-Lockdown unterbricht regelmäßiges Training. Für die Castrop-Rauxeler Nachwuchsfußballer unnötigerweise?

Castrop-Rauxel

, 02.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Nordrhein-Westfalen werden beim Lockdown Light im November auch Kindern und Jugendlichen der Sportvereine die Trainings-Chancen gestrichen. Alle Sport-Plätze und -Hallen sind für sie abgeschlossen. Nicht so in Mecklenburg-Vorpommern. Die dortige Sportministerin Stefanie Drese machte sich bei den Beratungen zur Corona-Verordnung stark für eine Trainings-Fortführung: „Sport, Bewegung und Abwechslung sind für Kinder und Jugendliche enorm wichtig für Körper und Geist.“

Entscheidung wird in Mecklenburg-Vorpommern vor Ort gefällt

In Mecklenburg-Vorpommern wird laut der Ministerin das Vereins-Training in festen Gruppen und unter Einhaltung aller Hygiene-Regeln für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr im November weiter möglich bleiben. Die Entscheidung, ob ein Training stattfinden kann, werde aber in Abwägung des Infektions-Geschehens auf kommunaler Ebene vor Ort getroffen.

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Nicht so in Nordrhein-Westfalen. Die Trainer der drei in der Bezirksliga kickenden Castrop-Rauxeler Juniorenfußball-Mannschaften sehen zwar ebenso die Wichtigkeit einer Fortsetzung des Trainings, werden von der NRW-Politik jedoch nicht auf die Sportplätze gelassen. Tim Kuit (D-Junioren des FC Frohlinde) und die Wacker-Obercastrop-Coaches Sencer Özbek (C-Junioren) und Brahim Amghar (B-Junioren) bedauern das sehr - stecken den Kopf aber nicht in den Sand. Im Gegenteil.

D-Junioren des FC Frohlinde bekommen Hausaufgaben

Tim Kuit hat für seine D-Junioren-Fußballer für den November einen Trainingsplan mit Vorgaben wie Sprint, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit ausgearbeitet und jedem Spieler mitgegeben. „Wir treffen uns zudem in jeder Woche ein- bis zweimal zum Online-Training. Ich mache den Jungs vor der Webcam Übungen vor, die sie dann nachmachen werden“, so Kuit.

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Seine Spieler und auch er selbst würden natürlich viel lieber auf dem Sportplatz trainieren. „Das ist meiner Meinung nach unter Einhaltung aller Hygiene-Regeln und in Kleingruppen bedenkenlos möglich. Die Jungs gehen ja auch jeden Tag zur Schule“, sagt Kuit. „Meinen Spielern fehlt der Fußball. Es ist extrem schade, dass wir nicht auf den Platz dürfen.“

Obercastroper Trainer legt großen Wert auf Hygieneregeln

Nicht anders sieht das Sencer Özbek, Trainer der Obercastroper C-Junioren. „Der normale Trainingsbetrieb ist zwar komplett eingestellt, ich habe den Spielern aber gesagt, dass sie mindestens zweimal in der Woche einen Lauf machen sollten. Ob 14-Jährige das tatsächlich machen, weiß ich natürlich nicht“, so Özbek.

Der Sinn des Trainingsverbots auf dem Platz erschließt sich ihm nicht wirklich: „Kitas und Schulen sind doch weiterhin geöffnet. Und wir haben im Training und bei den Spielen schon vor dem November-Lockdown alle Hygiene-Maßnahmen genau beachtet - da legte schon der Verein großen Wert drauf.“

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Für Özbek spricht nichts dagegen, warum seine Jungs nicht zweimal in der Woche in Kleingruppen auf dem Platz ihren Sport und Spaß haben sollten. „Unsere Spieler haben sich fußballerisch sehr gut weiterentwickelt, werden jetzt durch das Trainings-Aus im November aber ganz bestimmt wieder zurückgeworfen.“

Wacker-Trainer lädt nicht zum Waldlauf ein

Brahim Amghar, Coach der Obercastroper B-Junioren, hat seinen Spielern nach der letzten Trainingseinheit ans Herz gelegt, das es nun allein um die Gesundheit geht. „Unsere Jungs möchten zwar gerne weiter trainieren und auch Fußball spielen, sie nehmen die momentane Situation aber an“, so Amghar, der zunächst allen eine Woche freigegeben hat und sich danach auch nicht mit seiner 20er-Gruppe zum Laufen treffen wird.

„Ich werde mit den Spielern während des Lockdowns per WhatsApp oder bei Video-Konferenzen in Verbindung bleiben, um Trainingsaufgaben zu verteilen - das macht den Jungs auch Spaß.“ Ohnehin sieht Amghar für Spieler von 15 oder 16 Jahren regelmäßige Bewegung als unerlässlich an für deren Gesundheit und Wohlbefinden. „Jeder meiner Jungs ist jetzt aber grundsätzlich selbst mitverantwortlich für das, was er als Trainings-Ersatz macht“, sagt Amghar.

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