Christopher Nöthe möchte einen Abschied auf dem Platz

rnFußball

Wieder einen Karriereknick macht Profifußballer Christopher Nöthe durch. Erneut hat sich der 31-Jährige einen Kreuzbrandriss zugezogen. Im Interview spricht er über seine Perspektiven.

Castrop

, 07.03.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gute Besserung, Herr Nöthe. Nach dem Trainerwechsel in Bielefeld im Dezember gehörten Sie wieder zum Kader. Wie gut standen Ihrer Meinung nach die Chancen, Ihren Stammplatz zurückzuerobern?

Ich habe endlich wieder den Spaß am Fußball gefühlt, nachdem der vorherige Trainer mich in kein gutes Licht gestellt hat. Ich war froh, dass ich wieder das Gefühl hatte, gebraucht zu werden. In den Testspielen gegen Hertha und 1860 München ist mir ja auch jeweils ein Tor gelungen. Obwohl ich über sieben Monate lang nicht trainiert habe, habe ich gemerkt, dass der Rückstand zu den anderen gar nicht so groß ist.

Dann kam die Verletzung im Spiel gegen St. Gallen. Wie sehr deprimiert es Sie, weiterhin vom Verletzungspech verfolgt zu sein?

Es muss einem klar sein, dass man daran nichts ändern kann. Das ist quasi das Profi-Geschäft. Meiner Meinung nach darf man aber nicht lange darüber nachdenken, sondern muss nach vorne schauen. Es hat erneut das rechte Knie erwischt. Ich hatte vor vier Wochen die erste Operation. Die zweite folgt im Juni.

Damit ist für Sie die Saison gelaufen. Und auch Ihr Vertrag in Bielefeld läuft aus. Wie geht es für Sie weiter? Müssen Sie sich im Sommer arbeitslos melden?

Tatsächlich werde ich für Bielefeld nicht mehr spielen. Arbeitslos melden muss ich mich nicht. Ich bin ja krank geschrieben. Und die Reha wird zwischen neun und zwölf Monaten dauern. Ich bekomme in dieser Zeit Krankengeld von der gesetzlichen Unfallversicherung VBG.

  • Seit dem Sommer 2015 steht Christopher Nöthe bei Arminia Bielefeld unter Vertrag.
  • Der heute 31-Jährige hatte davor im Sturm des Liga-Rivalen FC St. Pauli gespielt.
  • Für Nöthe, dessen Laufbahn beim VfR Rauxel begann, ist Bielefeld die fünfte Station im bezahlten Fußball nach St. Pauli, der Spvg Greuther Fürth, RW Oberhausen und Borussia Dortmund. Er hat 16 Partien in der 1. und 181 in der 2. Liga absolviert.
  • In der U21-Nationalmannschaft kam er zu einem Einsatz sowie bei der U18 zu sieben Spielen mit einem Torerfolg.

Danach möchte ich auf jeden Fall wieder spielen – egal in welcher Liga. Mein Ziel ist es, mich auf dem Platz von der Fußball-Bühne zu verabschieden. In der 2. Liga nochmals auflaufen zu können ist da wohl ein eher unrealistischer Wunsch, nachdem ich so lange nicht mehr gespielt habe. Ich würde als Vereinsverantwortlicher auch nicht jemanden verpflichten, der so lange aus dem Geschäft ist.

In Bielefeld werden Sie das Aufbautraining nicht machen können. Wie wird das vonstatten gehen?

Natürlich ist es besser, wenn man die Reha bei seinem Verein absolviert. Man kann das aber auch selbst organisieren. Zudem kenne ich aus der Vergangenheit auch Vereine, bei denen man sich fit machen könnte.

Wir haben gehört, dass im Sommer die Möglichkeit für Sie bestand, zum Luxemburg-Meister Düdelingen zu wechseln, wo auch der Castrop-Rauxeler Marc Kruska spielt. Stimmt das?

Ja, das war tatsächlich so. Das war auch wirklich interessant für mich. Allerdings gab es bei uns familiären Zuwachs. Und die Vorstellung von Arminia Bielefeld bezüglich einer Ablösesumme hat zudem nicht gepasst.

Mit dem Ende des Vertrages mit Arminia Bielefeld könnte man meinen, dass es auch Zeit ist, dort die Zelte abzubrechen. Ist das geplant?

Die finale Entscheidung zu diesem Thema ist noch nicht getroffen. Wir fühlen uns sehr wohl hier und haben privat gute Freunde gefunden und wollen eigentlich bleiben.

Sind Sie noch ein ums andere Mal in Castrop-Rauxel?

Nur selten, einmal pro Monat. Meine Eltern besuchen uns an den Wochenenden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt