Coronavirus verhindert Sportabzeichen für Polizeianwärter und Co.

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Jungen Menschen, die sich derzeit für eine Ausbildung bewerben, kann das Coronavirus eine zusätzliche Hürde in den Weg stellen. Und zwar dann, wenn sie ein Sportabzeichen vorweisen müssen.

Castrop-Rauxel

, 19.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Unterschied zur Polizei in den meisten anderen Bundesländern führt die Landespolizei Nordrhein-Westfalen bei ihrem Auswahlverfahren keinen Sporttest durch. Doch das heißt nicht, dass die Bewerberinnen und Bewerber nicht sportlich sein müssen.

Dass sie körperlich fit sind, müssen sie in anderer Form nachweisen: Sie brauchen Sportabzeichen. Konkret handelt es sich um das deutsche Sportabzeichen und um ein Schwimmabzeichen.

Altes Sportabzeichen wird nicht anerkannt

Das deutsche Sportabzeichen, das man auch in Castrop-Rauxel ablegen kann, brauchen Polizeianwärter mindestens in Bronze. Es darf nicht älter sein als zwei Jahre und muss einen Dauerlauf als Ausdauerübung enthalten.

Sportabzeichen und Schwimmabzeichen (die Schwimmprüfung darf höchstens drei Jahre zurückliegen) müssen vorgelegt werden. Das heißt in anderen Worten: Wer das Sport- und das Schwimmabzeichen nicht hat, kann in NRW auch kein Polizist werden. Eine Ausbildung ist also nicht möglich.

Doch die aktuellen Sportplatz-Schließungen wegen des Coronavirus machen dem Ablegen der Sportabzeichenprüfung einen Strich durch die Rechnung. In Castrop-Rauxel nimmt Ute Spengler als Sportabzeichenwartin des Stadtsportverbandes Castrop-Rauxel die Prüfungen ab. Offiziell beginnt ihre Saison am 6. Mai. In den Berufsfeldern Polizei, Justiz, Feuerwehr und Bundeswehr benötigen die Bewerber allerdings zuvor den Nachweis.

„Wie das für die Bewerber laufen soll, weiß ich nicht“

Ute Spengler berichtet: „Mit allen, die das Sportabzeichen bereits vor Saisonstart benötigen, waren wir in den vergangenen Jahren schon früher auf den Sportplätzen. Wie das jetzt für die Bewerber laufen soll, weiß ich nicht. Da müssten eigentlich die entsprechenden Behörden kulant sein. Ich habe schon etliche Anfragen, da die Bewerber bei der Polizei etc. den Unterlagen einen Prüfbogen beifügen müssen und die Polizei bisher auch nicht von dieser Forderung abweicht.“

Victor Ocansey, Pressesprecher des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP NRW) in Selm, sagt dazu: „Wir haben das Problem erkannt und werden in den kommenden Wochen eine praktikable Lösung finden.“ In der Zwischenzeit sollten die Anwärter das Problem bei ihren Bewerbungsberatern ansprechen.

Übungsleiterin in zwei Vereinen

Ute Spengler meint: „Theoretisch könnte ich mit einer Einzelpersonen auf den Sportplatz gehen. Aber da die Sportstätten gesperrt sind, hätte das auch eine schlechte Signalwirkung für Vereine.“ Spengler selbst ist Übungsleiterin beim TuS Ickern für zwei Gruppen (montags und dienstags) sowie bei Eintracht Ickern für eine Frauensportgruppe (mittwochs) im Einsatz.

Sie sei froh, sagen zu können: „Von den beiden Vereinen, in denen ich noch als Trainerin tätig bin, kam bislang trotz des Trainingsausfalls durch Corona keine Forderung nach Beitragsrückerstattung oder Austrittserklärungen.“

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