Über 15 Stunden lang Fußball sahen die Zuschauer an den beiden Tagen der Hallenstadtmeisterschaft. Wir haben kuriose Begebenheiten am Rande notiert: Grüße aus Marbella, rosa Schuhe und mehr.

Castrop-Rauxel

, 07.01.2019, 17:49 Uhr / Lesedauer: 5 min

Ein Torwart, der aufgrund seiner Größe nicht in das eigene Tor passt, der Spieler mit den rosafarbenen Schuhen, die Grüße des Profis aus Marbella und der Kassierer, der sein Auto falsch parkt. Unseren Reportern sind bei der Hallenstadtmeisterschaft der Fußballer viele kuriose Geschichten aufgefallen.

Athanasios „Nassi“ Tzitzkakis, Spieler des B-Kreisligisten Eintracht Ickern, lief am Sonntag an seinem Geburtstag in der WBG-Sporthalle auf. Der nun 24-Jährige durfte an seinem Ehrentag auch des Öfteren jubeln. Allerdings nicht über einen eigenen Treffer, sondern über drei Siege seiner Mannschaft und letztlich den vierten Platz beim Turnier. Glückwunsch!

Michael Esser, aus Rauxel stammender Fußball-Profitorwart bei Hannover 96, verfolgte aus der Ferne die Hallenstadtmeisterschaften, bei denen er selbst 2006 für Wacker Obercastrop spielte. Im Internet sah er sich den Live-Stream von Cas-TV und den Ruhr Nachrichten an. Esser übermittelte Ruhr-Nachrichten-Reporter Marcel Witte einen Gruß sowie ein Lob für die Leistung von Pascal Wagner, Keeper des VfR Rauxel (Kreisliga C). Zwischen Michael Esser und seiner Heimat Castrop-Rauxel lagen dabei fast 2000 Kilometer. Denn Hannover 96 hält für den Abstiegskampf derzeit ein Trainingslager im spanischen Marbella ab.

Marc Kruska, Profi beim Luxemburg-Meister F91 Düdelingen und einst bei Borussia Dortmund, hatte als Gast der Hallenstadtmeisterschaft kurzzeitig einen Phantom-Schmerz. Während er den Live-Stream-Moderatoren Marcel Witte und Christian Woop ein Interview gab, verletzte sich im Endspiel Benedikt Meyer-Drabert. Den hatte Kruska in der Saison 2007/08 als Coach der E-Junioren des VfR Rauxel betreut – und fühlte jetzt natürlich mit. Nach dem Endspiel war für Kruska das Sport-Wochenende noch nicht beendet. Er fuhr zum Eishockey-Oberliga-Spiel des Herner EV gegen den ESC Wohnbau Moskitos Essen.

Das sind die kuriosen Geschichten rund um die Castrop-Rauxeler Stadtmeisterschaft

Marc Kruska (l.) gehörte zu den Interview-Gästen unserer Kommentatoren Christian Woop (r.) und Marcel Witte. © Volker Engel

Rimon Haji, Spieler des neuen Hallenstadtmeisters FC Frohlinde, brachte Bürgermeister Rajko Kravanja bei der Siegerehrung ins Schwitzen. Der Youngster war von seinem Trainer zur Pokalüberreichung geschickt worden. Dabei fiel Haji gleich dreimal der Deckel von der Trophäe. Beim zweiten Fall war der Cup nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand: Der Lorbeerkranz, der den Deckel zierte, war abgerissen. Kravanja sagte darauf: „Da ich der Spender des Pokals bin, werde ich für das kommende Turnier für einen neuen sorgen.“ Damit nicht noch mehr Schaden entstehen konnte, nahm ihn im Anschluss Frohlindes Trainer Stefan Hoffmann in seine Obhut.

Ibrahim Alic, ehemaliger Fußballer bei den Sportfreunden Habinghorst, durfte am Wochenende gleich mehreren Familienmitgliedern die Daumen drücken und wurde sogar an prominenter Stelle gegrüßt. Sein Neffe Alan Alic, Spieler des SC Arminia Ickern, schickte in unserem Live-Stream „Schöne Grüße an Ibi“ durch die Leitung. Alic drückte aber nicht nur Arminia mit Alan und seinem eigenen Sohn, Almir, die Daumen, sondern auch dem FC Castrop-Rauxel, wo mittlerweile der zweite Sohn Emir spielt.

Christopher Ebeling, Torwart des SV Wacker Obercastrop, hatte mitunter Probleme, in seinem Tor zu stehen. Denn die Tore in der WBG-Sporthalle waren zu klein für den 2,05 Meter großen Keeper. Bei Paraden musste der Schlussmann aufpassen, nicht mit dem Kopf an die Latte zu prallen. Darunter zu stehen, ohne die Beine einzuknicken: nicht möglich für den Torwart.

Felix Sobottka, Basketballer des Castroper BC, zeigte auch über die Grenzen seines eigenen Sports hinaus ein Interesse für den Sport in Castrop-Rauxel. So übermittelte er unserem Kommentator Christian Woop viele Grüße als Zuschauer des Live-Streams. Sobottka dürfte als Frohlinder dem späteren Stadtmeister FC Frohlinde die Daumen gedrückt haben.

Marco Taschke, Co-Trainer der SG Castrop, zweifelte nach der Halbfinal-Partie zwischen der SG und dem SV Wacker Obercastrop an einer Aussage unseres Redakteurs Marcel Witte. Dieser sprach nämlich mit den Trainern beider Teams über ein Interview nach dem Spiel - allerdings nur mit dem Coach des Verlierers des Halbfinals. Nachdem die SG die Partie gewonnen hatte, fragte Taschke: „Habt ihr überhaupt beide Trainer gefragt?“ Wir können aber versichern und Aytac Uzunoglu vom SV Wacker kann es auch bestätigen: Wir haben beide Trainer befragt. Schließlich sagte Uzunoglu scherzend vor dem Spiel: „Dann kannst du ja direkt zur SG gehen.“ Nach der Partie stand dann der Landesliga-Coach am Mikro.

Das sind die kuriosen Geschichten rund um die Castrop-Rauxeler Stadtmeisterschaft

Marco Taschke zweifelte an einer Aussage unseres Redakteurs. © Volker Engel

Nils Scheidle, Spieler von Victoria Habinghorst, fiel vor allem durch seine Schuhwahl in der WBG-Sporthalle auf. Der Kicker setzte nämlich auf komplett rosa-farbene Schuhe. Von der Tribüne aus musste er sich dafür Spott gefallen lassen. Scheidle ließ das aber nicht auf sich sitzen und konterte, wie man ihn kennt, mit einem deutlichen Spruch. In fußballerischer Hinsicht konnten er und sein Team aber nicht überzeugen: Die Victoria schied in der Vorrunde aus.

Martin Janicki, Vorsitzender des SV Wacker Obercastrop, gefiel als Interview-Gast am Mikro in unserem Live-Stream die Auswahl der Tor-Musik, die nach Treffern gespielt wurde, nicht so sehr. „Ich wäre eher für Schlager“, sagte der Vorsitzende. Sein Wunsch wurde bei der Tor-Musik zwar nicht erhört, doch nach dem Halbfinale zwischen dem FC Frohlinde und Eintracht Ickern wurde Janickis Wirklichkeit: Die Turnierleitung spielte Helene Fischers „Atemlos“.

Wolfgang Baumann, Pressewart des FC Frohlinde, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht als Zuschauer in der Sporthalle an der Bahnhofstraße den Stadtmeistertitel mit seinem Verein mitfeiern. Aber weil diese Zeitung die Titelkämpfe live im Internet übertrug, bekam er daheim auf dem Sofa jeden Spielzug mit. So ganz ohne direkte Beteiligung sollte es dann aber doch nicht gehen. Der Frohlinder begab sich nach dem erfolgreichen Titelkampf in die Vereinsgaststätte „Haus Ratte“ und wartete voller Hoffnung auf die Sieger. Es kam aber niemand. Baumann: „Früher war klar, dass die Absacker bei Ratte getrunken wurden. Da wurde die Nacht zum Tag gemacht.“

Ingmar Holtkamp, Spieler der SG Castrop, wollte vor dem Finale gegen den FC Frohlinde auf das Fußballspielen gänzlich verzichten. „Müssen wir spielen? Können wir das nicht lieber ausknobeln?“, sagte er in Richtung unserer Kommentatoren. Nach einer Auswechslung während des Endspiels lief Holtkamp erneut am Kommentatoren-Tisch vorbei und sagte etwas ausgepumpt: „Hätten wir mal lieber geknobelt.“ Vielleicht wäre es dann besser für die Castroper ausgegangen, die das Finale gegen den FC Frohlinde verloren.

Das sind die kuriosen Geschichten rund um die Castrop-Rauxeler Stadtmeisterschaft

Uwe Banach (l.) musste während des zweiten Tages der Hallenstadtmeisterschaft sein Auto umparken, da es einen Notausgang zuparkte. © Volker Engel

Uwe Banach, Betreuer beim Fußball-Landesligisten SV Wacker Obercastrop, musste zwischenzeitlich seine Aufgaben als rechte Hand von Trainer Aytac Uzunoglu unterbrechen. Nach einer Durchsage der Turnierleitung des Stadtmeisterschafts-Gastgebers SuS Merklinde musste er sich persönlich angesprochen fühlen. Denn ein Auto mit Herner Kennzeichen hatte einen Notausgang der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule zugestellt. Dabei handelte sich es um den Pkw von Banach.

Marc Olschewski, Spielertrainer des VfB Habinghorst, war sehr erschrocken, als er ein Bild von sich in unserer Bildergalerie sah. Olschewski, der seit dem Sommer mit einer Knieverletzung außer Gefecht ist und sich langsam an sein Comeback auf dem Rasen heranarbeitet, ist mit seinem aktuellen Gewicht nicht zufrieden. Daher sagte er am Sonntagmittag beim Gespräch mit unseren Kommentatoren: „Ich habe mich direkt, nachdem ich das Bild gesehen habe, im Fitnessstudio angemeldet.“

Toni Schreier, aus der Merklinder Jugend gekommene Ex-Fußballprofi (VfL Bochum), hatte vor dem Finale um die Hallenstadtmeisterschaft schon seine eigene Einschätzung abgegeben. Obwohl die SG Castrop (Bezirksliga) gegen den FC Frohlinde (Landesliga) in der Zwischenrunde groß aufspielte und mit 6:4 siegte, sagte Schreier: „Ich glaube nicht, dass die Frohlinder an einem Tag zweimal gegen die Castroper verlieren. Die wissen ja jetzt, was auf sie zukommt.“ Das 2:1 des FCF im Endspiel zeigte dann, dass Schreier offenbar über reichlich Fußballsachverstand verfügt.

Robert Janßen, Vorsitzender des neuen Stadtmeisters FC Frohlinde, war nach dem gewonnenen Turnier richtig zufrieden. „Vor allem wenn man sieht, mit welch einer jungen Mannschaft wir das geschafft haben.“ Wie ein Insider des Vereins errechnete, hatte das Team, das am Samstag von Trainer Michael Wurst und am Sonntag vom verletzten Spielertrainer Stefan Hoffmann an der Linie gecoacht wurde, einen Altersdurchschnitt von 21,7 Jahren auf das Hallenparkett gebracht. Dass Janßen damit zufrieden war, ist verständlich, zumal die erste Garnitur auch auf dem Feld als Spitzenreiter der Landesliga ins neue Jahr gerauscht ist.

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