Der BC Schwerin muss seine Billard-Tische einpacken und baut sie woanders wieder auf

Billard

Der Billardclub Schwerin, der 1962 in der damaligen Gaststätte „Haus Schwieters“ gegründet wurde, setzt seinen Rundlauf der vergangenen 60 Jahre fort. Die Heimat wird eine neue.

Schwerin

, 03.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Haus Oe an der Frohlinder Straße auf Schwerin war jahrzehntelang die Heimat des BC Schwerin. Jetzt nicht mehr.

Das Haus Oe an der Frohlinder Straße auf Schwerin war jahrzehntelang die Heimat des BC Schwerin. Jetzt nicht mehr. © Peter Wulle

Eine Ära geht zu Ende. Für die Billardspieler des BC Schwerin schließt sich quasi fast ein Kreis. Gegründet wurde der Club 1962 im großen Lokal Haus Schwieters, an der Ecke Frohlinder/Overbergstraße. Dort stand der Billardtisch direkt in Nähe des Einganges in der riesig anmutenden Gaststätte. Ende 1969 ging es für den Verein eine Ecke weiter zur Bodelschwingher Straße. In der „Kippe“, dessen Name in Anlehnung der Kohlenkippe entstand, hatte der Wirt Heinrich Klute an der Stadtgrenze zu Dortmund nicht nur das Orts-Eingangsschild „Luftkurort Schwerin“ inszeniert, sondern stellte dem Billardclub einen eigenen Spielraum zur Verfügung.

BC zieht weg von der Kippe

Jahrelang blieb die Kippe Heimat des BC. Als sich Wirt Klute zur Ruhe setzte und in den Westerwald verzog, zogen die „Clubberer“ im Kreis mit Linksdrall nun zwei Ecken weiter ins Haus Oestreich. Dort wurden sie fündig und konnten sogar zwei Turnier-Billards (Kleiner Tisch) im Raum vor dem Tanzsaal aufstellen. Und auch dort erwischte es nach Jahren nun den Verein, weil auch hier der Wirt sich zur Ruhe setzte. Alfred „Corny“ Hilpert machte Schluss und auch der BC zieht jetzt dort den Schlussstrich.

Viele Derbys zwischen dem BC Schwerin und den BF Schwerin (blaue Westen), wie hier im Jahr 2012, wurden im Haus Oe an den Tischen vor dem Tanzssaal bestritten.

Viele Derbys zwischen dem BC Schwerin und den BF Schwerin (blaue Westen), wie hier im Jahr 2012, wurden im Haus Oe an den Tischen vor dem Tanzssaal bestritten. © Jens Lukas (Archiv)

Fündig für eine neue Spielstätte sind die BC-ler nun auch wieder geworden. Und natürlich ging es im Kreis von der Grimbergstraße zur Dortmunder Straße weiter. Die Tradition-Gaststätte Schulte-Heinrich, die schon längere Zeit nur für Veranstaltungen (zum Beispiel für den Karnevalsverein) seine Türen öffnete, wird der neue BC-Spielort. Das berichtete jetzt der neue BC-Vorsitzende und Pressewart, Thorsten Warner. Er konnte das Glück über die neue Heimstätte kaum fassen und sagte: „Wir wollten auf Schwerin bleiben, weil wir ja auch BC Schwerin heißen.“

Besitzerin wohnt in Oldenburg

Dabei wohnt die Immobilien-Besitzerin gar nicht vor Ort. Warner erzählte: „Das Haus gehört tatsächlich noch einer Enkelin von Schulte-Heinrich und die wohnt in Oldenburg. Unser Mitglied Jens Blume hat sie davon überzeugt, dass wir ein gemütlicher Verein mit ordentlichen Leuten sind.“ Seit Wochen würden die Renovierungsarbeiten auf Hochtouren laufen. Obwohl es die Spatzen auf Schwerin schon einige Zeit von den Dächern pfiffen, hatten die Schweriner Verantwortlichen um den Vorsitzenden Warner noch die Nachricht zurückgehalten. Eines wollte der Club-Chef allerdings noch sagen: „Wir sind nicht im Streit mit den Nachmietern im „Haus Oe“ auseinander gegangen.“

Aber die Chance, wie die Nachbarn der Billardfreunde Schwerin in der ehemaligen Pestalozzischule oder der ABC Merklinde im Bürgerzentrum eigene Räume für den Sport zu haben, war doch zu verlockend. Trotz der besonders guten Vorzeichen über die eigenen Räume, schickt der BC allerdings statt drei nur zwei Technik-Mannschaften in den Freien Partien ins Meisterschaftsrennen. Der Grund liegt daran, dass in Nang Di Trip und Karl-Heinz Boock zwei starke Spieler den Verein verlassen haben. Warner berichtete, dass Di Trip in Iserlohn wohnt und dort jetzt bei Füchse Iserlohn spielt, Boock in Derne wohnt und nun bei Tümmler Lindenhorst untergekommen ist. „Die Fahrten zu Training und Spiel waren beiden einfach zu anstrengend“, so Warner.

Obwohl die beiden Akteure zum Kader der ersten Mannschaft gehörten. Das Team, das in der neuen Saison 2020/21 in der Landesliga aufschlägt, während die Zweite in der Kreisliga ihr Glück versucht. Die Renovierungen lassen Heimspiele noch nicht zu. Bis die Tische endgültig stehen, sollen die Heimspiele mit den jeweiligen Gegnern getauscht werden. Für die Zweite trifft das am Sonntag (6. September) nicht zu, da findet ab 18 Uhr der Start sowieso bei den BF Schwerin 2 statt. Eine Woche später hätte die Erste den SC Paderborn zu Gast. Dafür geht es jetzt an die Pader.

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