Der FC Castrop-Rauxel steigt als Aufsteiger selbstbewusst in die Bezirksliga ein

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Ein halbes Jahr vor seinem sechsten Geburtstag im Dezember ist FC Castrop-Rauxel in die Bezirksliga aufgestiegen. Binnen der vergangenen vier Jahre ist es bereits der dritte Aufstieg, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Merklinde

, 12.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Aufsteiger im Fußball sind sehr vorsichtig mit Prognosen zu ihren Erwartungen in der neuen Spielklasse. Sätze wie: „Wir wollen uns in dieser Liga zunächst nur etablieren“ oder „Unser Ziel ist es nicht, sofort wieder abzusteigen“, eventuell noch „Drinbleiben ist alles“ hört man von ihnen. Nicht so vom FC Castrop-Rauxel, der die Bezirksliga mit großem Selbstbewusstsein angeht. Vereins-Chef Uwe Blase sagt klipp und klar: „Wir haben die sportliche Qualität unter den ersten Fünf mitzuspielen.“ Trotz der Zahl von vier Absteigern in der Bezirksliga 9 ist das für Blase kein Thema: „Mit dem Abstieg haben wir nichts zu tun.“

Gezielte Verstärkungen

Dieses Vertrauen auf die eigene Stärke kommt nicht von ungefähr. Wer dreimal hintereinander Meister wird, in der abgebrochenen Corona-Spielzeit in 17 Spiele ohne Niederlage geblieben ist in der Kreisliga A, ist ganz sicher kein gewöhnlicher Aufsteiger. „Unser Ziel war es, bis zum A-Liga-Saisonende ohne Niederlage zu bleiben, was wir auch geschafft hätten“, ist sich der FC-Chef sicher.

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„Wir haben uns nach jedem Aufstieg personell gezielt für die neue Liga in der Qualität und nicht in der Breite verstärkt“, sagt Uwe Blase, für den die Bezirksliga nicht das letzte Wort des FC Castrop-Rauxel gewesen sein muss. Genau die Verstärkung in der Qualität wurde fortgesetzt. Angefangen hat der FC damit schon im Winter mit den Verpflichtungen von Mirko Burkamp (SuS Merklinde) für das Mittelfeld und Okan Dalkic (Eintracht Ickern) für die Abwehr. Mit Bastian Niebert (Innenverteidiger oder Sechser), Fathi Yetimoglu (Offensive), Marc Flaczak (Abwehr) und Dennis Meyer (rechte Seite) wurde diese Qualitäts-Offensive im Sommer fortgeführt. „Viele unserer Jungs haben schon höherklassig gespielt als in der Bezirksliga“, kommentiert Blase.

Patrick Stich, Trainer des FC Castrop-Rauxel, weist zusammen mit Yannick Grondin seinen Schützlingen in der Bezirksliga den Weg.

Patrick Stich, Trainer des FC Castrop-Rauxel, weist zusammen mit Yannick Grondin seinen Schützlingen in der Bezirksliga den Weg. © Hermann Klingsieck

Dass man nach dem vermehrten Aufstieg durch den Corona-Abbruch und die Erhöhung der Zahl der Staffeln von 12 auf 14 in der Bezirksliga 9 nun gegen Vereine aus Dortmund, Lüdinghausen, Olfen und Nordkirchen spielen muss, darüber machen sich Uwe Blase und Trainer Patrick Stich keine großen Kopf. „Für uns sind alle Vereine neu. Wichtig sind uns die Lokalderbys, auf die wir uns sehr freuen“, sagt Trainer Stich. Schon am zweiten Spieltag gibt’s das bei der Spvg Schwerin.

Unterbau fehlt weiterhin

Ein Manko hat der FC Castrop-Rauxel allerdings: Ein Unterbau mit zweiter Mannschaft oder einem Jugend-Team fehlt komplett. „Mit den Planungen für eine zweite Mannschaft waren wir weit fortgeschritten, dann kam im März der Corona-Abbruch und alles hat sich zerschlagen. Es gab keine Einnahmen mehr, die Kosten aber liefen weiter“, erklärt Blase, der im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten will, ein Team zwei zu installieren.

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„Wir sind mit weitem Abstand der jüngste Verein in der Bezirksliga, da müssen viele Dinge erst wachsen“, so Blase, dessen größter Wunsch es ist: „Alle Amateufußballer sollen gesund bleiben, damit die neue Saison nicht durch erhöhte Corona-Fälle abgebrochen werden muss.“ Ein wenig Skepsis in dieser Frage mag aber auch Uwe Blase nicht verhehlen.

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