Der größte Castrop-Rauxeler Verein bekommt nach 19 Jahren wohl einen neuen Präsidenten

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Der größte Castrop-Rauxeler Mehrspartenverein verschiebt seine Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen erneut. Beim TuS Ickern geht es um eine große Personalie und eine halbe Million Euro.

Ickern

, 24.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit rund 1200 Mitgliedern ist der TuS Ickern Castrop-Rauxels größter Sportverein. „Die Tennisabteilung lockt neue Mitglieder an“, sagt Hans-Jürgen Schach, Geschäftsführer des Gesamtvereins TuS Ickern, gegenüber dieser Redaktion. „Abmeldungen wegen Corona hatten wir nicht.“

Und doch führt die Pandemie zu massiven Verwerfungen. Die Jahreshauptversammlung 2020 mit Vorstandswahlen ist erneut verschoben. Eigentlich sollte sie am Donnerstag, 28. Oktober, über die Bühne gehen. Dafür hatte der Mehrspartenverein eigens ein Hygienekonzept erarbeitet. Demnach sollten die Teilnehmer in der Tennishalle am Kattenstätter Busch zusammen treffen, wo sich ausreichend Abstand herstellen ließe, so Schach. „Doch unsere Pläne sind zwei Monate alt, da sahen die Coronazahlen noch ganz anders aus“, erklärt er, „unter den derzeitigen Umständen können wir das nicht verantworten.“

Der TuS Ickern hatte die turnusmäßige Zusammenkunft aller vier Abteilungen bereits mehrfach verschoben. Nun peilt er einen Termin im Frühjahr 2021 an.

Nachfolger für Präsidenten-Amt scheint gefunden

Dann – vorausgesetzt die Pandemie lässt es zu – gibt es einiges zu Besprechen. Unter anderem geht es um ein Jahresbudget von rund 520.000 Euro. Und um einen neuen Präsidenten an der Spitze. Rechtsanwalt Rainer Fleig, der den Gesamtverein mit den Abteilungen Tennis, Handball, Turnen (inklusive Leichtathletik) und Badminton seit mittlerweile 19 Jahren führt, zeigte sich bereits bei der Jahreshauptversammlung 2019 für einen Nachfolger bereit. Damals wollte der Vorstand noch nichts über „den“ Kandidaten verraten. Nun ist klar, um wen es sich handelt: Der langjährige TuS-Tennistrainer Emil Hnat soll das Ruder übernehmen. Hnat hat bislang kein Vorstandsamt im Gesamtverein bekleidet, arbeitet aber seit einigen Monaten im Vorstand mit. „Er hat die Unterstützung seiner Abteilung“, betont Schach, „nach vielen Jahren mit einem Juristen an der Spitze gibt es auch durchaus Stimmen im Verein, die sagen: ,Gut, dass es nun mal ein Sportler macht.‘“

Emil Hnat könnte Rainer Fleig als Vereinspräsident beerben. Zunächst aber müsste er auf der Jahreshauptversammlung des TuS Ickern ins Amt gewählt werden. Diese Sitzung ist nun erneut verschoben - aufgrund der Corona-Infektionszahlen im gesamten Ruhrgebiet.

Emil Hnat könnte Rainer Fleig als Vereinspräsident beerben. Zunächst aber müsste er auf der Jahreshauptversammlung des TuS Ickern ins Amt gewählt werden. Diese Sitzung ist nun erneut verschoben - aufgrund der Corona-Infektionszahlen im gesamten Ruhrgebiet. © Jens Lukas

Hnat kam 1991 vom RV Rauxel zum Kattenstätter Busch, arbeitet dort als Trainer und Sportwart. „Falls ich als Präsident gewählt werde, will mich Herr Fleig mit all seiner Erfahrung im Amt unterstützen“, erklärt Hnat, „sodass kein Bruch in der Vereinsführung entsteht.“ Sportlich will er auch anderen Abteilungen unter die Arme greifen - durch seine Kontakte zu Dinamo Bukarest und Steaua Bukarest in Rumänien. „Falls gewünscht, werde ich mich bemühen, auch die anderen Abteilungen sportlich anzukurbeln“, sagt Hnat, „da kann ich Kontakte zu ehemaligen Championsleague-Handballern oder Olympia-Turnerinnen herstellen.“

Die Tennis-Abteilung des TuS Ickern bekommt den Löwenanteil des 520.000-Euro Jahresbudgets des TuS Ickern zugeschlagen. Maximilian Flüggen und die erste Herren-Mannschaft hatten sich wegen des Corona-Infektionsgeschehens Ende Juni aus der Westfalenliga abgemeldet.

Die Tennis-Abteilung des TuS Ickern bekommt den Löwenanteil des 520.000-Euro Jahresbudgets des TuS Ickern zugeschlagen. Maximilian Flüggen und die erste Herren-Mannschaft hatten sich wegen des Corona-Infektionsgeschehens Ende Juni aus der Westfalenliga abgemeldet. © Volker Engel

Das Gesamtbudget des TuS Ickern liegt 2020 bei rund stattlichen 520.000 Euro, deutlich höher als 2019 (rund 345.000 Euro). Das ist aber kaum verwunderlich, denn diesmal fließen stolze 205.694 Euro aus dem NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ mit ein.

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Diese Summe geht komplett an die Tennisabteilung. Dort sollen Gastronomie, sanitäre Anlagen und Platz-Buchungssystem modernisiert werden. Insgesamt sind im Budget rund 424.000 Euro für die Tennisabteilung gedacht. Die Differenz geht für den laufenden Betrieb der Anlage am Kattenstätter Busch drauf.

Für TuS Ickerns Handball-Abteilung stehen rund 30.370 Euro für den laufenden Spiel- und Trainingsbetrieb bereit. Wie die Bezirksliga-Saison für die TuS-Handballerinnen um Denise Becker (lbeim Wurf) weiter geht, ist derzeit unklar.

Für TuS Ickerns Handball-Abteilung stehen rund 30.370 Euro für den laufenden Spiel- und Trainingsbetrieb bereit. Wie die Bezirksliga-Saison für die TuS-Handballerinnen um Denise Becker (lbeim Wurf) weiter geht, ist derzeit unklar. © Volker Engel

Auf die Handball-Abteilung entfallen 30.370 Euro, die Sparte Badminton erhält 3.800 Euro. Das mit rund 700 Mitgliedern größte Ressort „Turnen“ (inklusive Leichtathletik) erhält rund 49.000 Euro. Alle Ausgaben sind für den laufenden Sport- und Trainingsbetrieb gedacht. Rund 12.600 Euro sind für den Gesamtverein (Verwaltung und Tilgung) veranschlagt, rechnet Schach vor. Unter dem Strich bleibe ein vierstelliger Überschuss.

Schach ist inzwischen 82 Jahre alt, gehört dem Vorstand seit 1964 an. „Ich würde auch gerne langsam einen Nachfolger einarbeiten, da hoffe ich auf Vorschläge“, erklärt Schach, „bis dahin will ich den Verein aber nicht im Regen stehen lassen.“

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