Die SG Castrop lässt sich vom Neuling FC Schalke Weiß nicht überrollen

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Der FC Schalke 04 hat schon viele Geschichten geschrieben - gute und weniger schöne. Am Sonntag, 20. September, wurde ein neues Kapitel hinzugefügt: Frauenfußball. Mit dabei war die SG Castrop.

Castrop

, 24.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein großer Tag für den Frauenfußball der SG Castrop. Beim Kreisliga-Saisonstart war der Neuling FC Schalke Weiß zu Gast. Parallel spielte Schalke Blau bei BW Baukau. Der Bundesligist hat bei der Gründung der Frauenfußball-Abteilung einen steinigeren Weg gewählt als andere Bundesligisten, die sich einfach einen Frauen-Regionalligisten „eingekauft“ haben, um an ein schnelles Sprungbrett nach ganz oben zu gelangen.

Schalke hat sich für die Maloche von der Pieke auf - Kreisliga A - entschieden. Als Blau-Weiß zum Probetraining rief, kamen 200 Frauen. Nun schickt S04 zwei Teams in die Meisterschaft der Kreisliga A: Blau und Weiß. Von Wettbewerbs-Verzerrung wurde beim Einstieg in der untersten Spielklasse gemunkelt - alle erwarteten nur hohe Siege vom S04.

Schalke als Name elektrisiert

Doch weit gefehlt. Im ersten Spiel zeigte weder „Weiß“ in Castrop (4:0), noch „Blau“ in Baukau (3:1) eine überragende Leistung. Trainer Patrick Gebauer, in der Hauptsache Trainer der SG-Herren II, coachte das Castroper Frauenteam in Vertretung von Trainer „Ali“ Sommer, der im Schwangau urlaubt, seinen Mädels aber einen detaillierten Trainingsplan für das Schalke-Spiel ausgearbeitet hatte.

Keine Frage, es war ein außergewöhnliches Spiel für die SG-Fußballerinnen. Anfangs nervös, legten sie nach 20 Minuten aber jede Scheu ab. „Gegen Schalke anzutreten ist für unsere Spielerinnen etwas Großes. Über 120 Fans im Stadion setzten allem die Krone auf“, so Trainer Gebauer.

Der Name Schalke elektrisiert eben. Indes hatte Gebauer von Schalke Weiß sportlich mehr erwartet. „Deren 4:0-Sieg ist zu hoch ausgefallen. Wir hatten auch Chancen ein Tor zu machen“, lobt Gebauer die SG-Fußballerinnen, besonders Torfrau Katrin Pohl: „Sie hat super gehalten.“

Und was stach sonst noch ins Auge? Profi-like war der Auftritt der Schalker Spielerinnen, die top gekleidet und mit drei Trainern auftraten bei der SG Castrop. Schalkes Tore schossen Vera Billermann (2) und Melissa Grimaldi (2), wobei unbeantwortet blieb, ob Letztgenannte etwas mit dem monegassischen Fürstenhaus Grimaldi zu tun hat. „Unsere Spielerinnen haben sich nach dem Schlusspfiff sogar ein wenig geärgert, dass ihnen kein Tor gelungen ist“, zieht Gebauer als Fazit zum Schalke-Erlebnis.

Verbindungen zu Herren-Landesligist

Schalke Blau wurde in Baukau beim 3:1-Sieg indes sofort mit echtem Ruhrpott-Fußball auf roter, staubiger Asche konfrontiert. Das ist eben Kreisliga A. Ob Schalke Blau oder Weiß, am Saisonende kann nur ein Team aufsteigen in die Bezirksliga. Vielleicht auch keins - trotz des großen Namens.

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Professionell aufgezogen wurde das Projekt Frauenfußball bei S04 - in der Vorbereitung sogar mit Leistungsdiagnostik. Und Schalke Blau hat mit Stefan Colmsee einen Trainer, der mit Landesligist Viktoria Resse lange einen Gegner des FC Frohlinde gecoacht hat. Unterstützt wird er von seinem Vater Peter, Geschäftsführer und Sportlichen Leiter bei Landesligist Resse.

Überhaupt die Colmsees und Fußball: Peters Schwester Gisela stand 1974 mit Eintracht Erle im ersten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Frauenfußball, verlor aber 0:4 gegen TuS Wörrstadt. So schließt sich der Kreis.

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