Talente sprießen im Fußball überall. Drei davon in Henrichenburg, quasi Tür an Tür wohnend. Deren Ziel: Profi werden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, gepflastert mit Stolperfallen.

Henrichenburg

, 16.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die U14-Talente Larissa Kiara Henkel, Dean Joel Klupsch und Tim Rohde sind die Karriere-Leiter bereits ein stückweit hoch geklettert. Die Jungen spielen in der Westfalenliga mit dem SV Hombruch II als Jungjahrgang-Mannschaft unter lauter Älteren. Das Mädchen kickt im Jungjahrgang-Team des VfB Waltrop in der Bezirksliga - nur unter Jungen - sowie auch in der Mädchen-Westfalenauswahl.

Der Tag gleicht einem Fulltime-Job

Was ein 13-Jähriger für den sportlichen Erfolg alles leisten muss, sei einmal an Dean Joel Klupsch festgemacht. Morgens geht’s ab in die Willy-Brandt-Gesamtschule zum Ganztags-Unterricht bis 16 Uhr. Viermal pro Woche warten Mama oder Papa vor der Schule und es geht ab auf die 20-km-Tour nach Dortmund. Nach 90 Minuten Training wieder 20 km Retour nach Henrichenburg, wo oft noch schulische Aufgaben warten. Ein Fulltime-Job.

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Ein wenig schüchtern sitzen die Fußball-Talente am Esszimmertisch des Klupsch-Hauses. Natürlich wie es sich zu Corona-Zeiten gehört mit Maske. Es ist ihr erster direkter Kontakt mit der Presse. Nach ein paar Scherzen und Papa Klupschs Einwurf, „Die haben schon als Kleinkinder miteinander gespielt und sind gemeinsam groß geworden“, ist das Eis gebrochen.

Laufbahn soll bei der SGS Essen weitergehen

Larissa Kiara Henkel hat klare Vorstellungen: „Ich möchte später in der Bundesliga oder im Ausland spielen.“ In der Bundesliga wäre die SGS Essen eine gute Adresse. Aktuelle kickt sie im U14-Jungenteam des VfB Waltrop - als einziges Mädchen. Und in der Juniorinnen-Westfalenauswahl, was durch die Corona-Pandemie derzeit zu kurz kommt. Ihre Position: Innenverteidigerin.

Auf den ersten Blick kaum zu glauben, dass ein zierliches Mädchen wie sie den Stürmern - alles Jungen - auf die Socken haut. Larissa Kiara erklärt ihr Spiel: „Ich mache viel mit Technik, kann aber auch gesunde Härte.“ Ihr Vorbild sagt alles: Virgil van Dijk vom FC Liverpool.

Der TuS Henrichenburg ist der Stammverein von Larissa Kiara, seit einigen Jahren spielt sie für den im Jugendbereich top arbeitenden VfB Waltrop. Mit dem VfB wurde sie Kreispokalsieger. Der nächste Schritt ist geplant: „Ich werde nach Kaiserau ins Fußball-Internat für Mädchen wechseln.“ Dort wird mit Schulen zusammengearbeitet, womit auch dieser Werdegang nicht zu kurz kommt.

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Torwart Tim Rohde und Dean Joel Klupsch haben auf der Jugendfußball-Leiter beim Hombrucher SV mit der Westfalenliga ebenfalls viel geschafft. Das neue Ziel: „Im nächsten Jahr mit Hombruchs erster U14 in der Regionalliga kicken - wenn wir diesen Sprung schaffen“, so Rohde. Bleiben beide bescheiden. Nach dem BVB ist dieser Klub in Dortmund derjenige mit der besten Jugendarbeit.

Terstegen ist das große Vorbild

Tim Rohde wechselt sich in Hombruchs U14 in den Punktspielen zwischen den Pfosten ab mit einem Kollegen. Sein Vorbild ist Nationaltorhüter Marc Andre Terstegen vom FC Barcelona. Ursprünglich hat Tim bei der SG Hillen gespielt, wurde mit diesem Klub viermal Stadtmeister. Als dort die Jugendarbeit einen Knick bekam, war es Zeit, sich einen neuen Verein zu suchen. „Mein Vater und ich, wir haben uns umgeschaut und sind in Hombruch gelandet.“ Tim fühlt sich dort pudelwohl: „Alle Jungs sind in Ordnung.“ Um seinen Traum vom Profifußball zu realisieren, dafür tut der 13-Jährige viel.

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Neben viermaligem Training in der Woche beim HSV, festigt er seine Torwart-Fähigkeiten zusätzlich in der Torwartschule von Andreas Krüger (ehemaliger Trainer von Arminia Ickern) in Eichlinghofen. „Dort trainieren wir mit je sieben Torhütern in einer stärkeren und einer schwächeren Gruppe.“ Keine Frage: Tim Rohde gehört zu den stärkeren Keepern.

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Dean Joel Klupsch ist Mittelfeldspieler, im rechten Mittelfeld, um genau zu sein. „Mit Torgefahr“, sagt er. Sein fußballerisches Vorbild ist Antoine Griezmann, die Nummer 17 beim FC Barcelona. Dean Joel hat vor Hombruch beim TuS Henrichenburg und TuS Haltern gespielt. Jetzt auch in Dortmunds Kreisauswahl. Nach einem Probetraining beim HSV durfte er bleiben. Zur U14-Start-Elf zählt er zwar nicht, doch: „Ich werde jedes Mal eingewechselt.“ Bei 19 Feldspielern ist schon das ein Erfolg. Mit dem Jahr Westfalenliga-Erfahrung will Dean Joel in der U14-Regionalliga angreifen - und als Fernziel im Profifußball.

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