Ein Castrop-Rauxeler Verein trotzt Corona und spielt um einen Titel

Fußball

Wie schon im Frühjahr hat die Corona-Pandemie auch jetzt den Amateursport fest im Griff: Trainings- und Spielbetrieb finden nicht statt. Ein Verein aber trotzt der Krise und spielt ein Turnier.

Henrichenburg

, 14.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anders als auf diesem Bild sind die Fußballplätze in Castrop-Rauxel derzeit verwaist. Ein Verein spielt trotzdem.

Anders als auf diesem Bild sind die Fußballplätze in Castrop-Rauxel derzeit verwaist. Ein Verein spielt trotzdem. © Jens Lukas

Bis mindestens Ende November gilt das derzeitige Verbot im Amateurfußball noch. Dass die Mannschaften im Dezember wieder auf die Plätze dürfen, erscheint angesichts der unverändert hohen Infektionszahlen jedoch unwahrscheinlich. Allenfalls eine Rückkehr in den kontaktlosen Trainingsbetrieb wirkt aktuell realistisch. Ein Verein aus Castrop-Rauxel lässt sich den Spaß am Fußball aber nicht nehmen - und spielt sogar um einen Titel.

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Für viele Fußballspieler ist der Verein auch ein wichtiger sozialer Raum. Man gewinnt und verliert zusammen, viel bedeutender - gerade im Amateurbereich - ist aber das Miteinander auf und neben dem Platz: Mannschaftsabende, ein Bier nach dem Training oder die Saison-Abschlussfahrt. All das fällt wegen der derzeitigen Kontaktbeschränkungen flach, die Spieler sehen sich untereinander nur noch vereinzelt.

Um die Bindung zueinander trotzdem nicht zu verlieren, veranstaltet die erste Mannschaft des TuS Henrichenburg deswegen ein Turnier. Natürlich nur virtuell: Gespielt wird auf der Konsole, duelliert wird sich im Spiel „Fifa21“.

Von der Auslosung bis zum Endspiel - alles online

Angeregt hatte diesen Wettbewerb Spieler Niko Bogatinis. „Die Idee kam mal zufällig auf und ich habe das dann ein wenig weiter gesponnen.“ Zunächst sollte das Turnier im Rahmen der Weihnachtsfeier durchgezogen werden - da diese aber nun ebenfalls nicht stattfinden wird, sattelte Bogatinis kurzerhand auf den virtuellen Raum um.

„Wir wollen das jetzt online stattfinden lassen, von der Auslosung bis zum Finale“, erklärt der 21-Jährige. Gespielt wird dann zunächst in einer Gruppenphase, ehe es in die K.o.-Runde gehen soll. „Da ist der Reiz einfach größer, als direkt mit K.o.-Spielen zu starten“, begründet Bogatinis.

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Geplant ist der Turnierstart für Anfang Dezember, teilnehmen sollen (vorerst) nur die Spieler aus der ersten Mannschaft - Bogatinis ist da aber noch nicht festgelegt: „Wir schauen mal, wie viele Teilnehmer wir haben werden. Sonst besteht sicherlich noch Interesse in der zweiten Mannschaft oder in unserer A-Jugend.“

Auch über die Belohnung für den Gewinner macht sich Bogatinis noch Gedanken: „Es wird auf jeden Fall etwas geben, vielleicht einen Pokal, vielleicht etwas anderes. Die Mannschaftskasse ist auf jeden Fall gut gefüllt, weil wir sonst ja kaum was machen konnten.“

Mannschaftsleben soll nicht einschlafen

Mit dem Turnier will der TuS Henrichenburg vor allem eines verhindern: dass die Spieler untereinander kaum Kontakt haben und das Mannschaftsleben komplett einschläft. „Das war leider der Fall, als wir im Frühjahr nicht mehr trainieren durften. Da lag alles brach“, berichtet Bogatinis. Mit dem Fifa-Turnier soll der Teamgeist zumindest online gestärkt werden.

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