Am 12. März 2020 traf die schmerzhafte Corona-Grätsche den Castrop-Rauxeler Sport

Sport und Corona

Am Morgen des 12. März 2020 ist der Sport-Terminkalender noch prall gefüllt. Am darauffolgenden Tag ist er: leer. Und bleibt es. Wie Corona vor einem Jahr den Castrop-Rauxeler Sport lahmlegte.

Castrop-Rauxel

, 22.03.2021, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am 12. März 2020 waren das die Schlagzeilen: Die Fußballer kapitulierten vor Corona. Der Tennisverband und die Billardspieler sahen noch keine Veranlassung für Absagen.

Am 12. März 2020 waren das die Schlagzeilen: Die Fußballer kapitulierten vor Corona. Der Tennisverband und die Billardspieler sahen noch keine Veranlassung für Absagen. © Martin Klose

Donnerstag, 12. März 2020. In Berlin will die turnusgemäße Runde von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten über die Energiewende sprechen. Einziger Tagesordnungspunkt ist dann aber das neuartige Coronavirus, das dieser Tage mit Macht in unseren Alltag drängt. Dass es bis heute kein anderes Thema mehr geben wird bei diesen Treffen, ahnt niemand. Überhaupt ahnt man so einiges nicht.

Ein Tag, der den Amateursport grundlegend änderte

Von heute auf morgen war nichts mehr so, wie es mal war. Die Handball- und Basketballverbände ihren Spielbetrieb stoppten sowie tags darauf auch die Fußballer mit Anlauf und unsanft durch die Corona-Grätsche von den Beinen geholt wurden, begann ein Jahr, das den Amateursport grundlegend verändern sollte. Mal ohne Zuschauer, mal nur mit wenigen – die meiste Zeit aber gar kein Sport. 365 Tage später liegt immer noch (fast) alles brach.

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FLVW-Empfehlung: auf Shake-Hands verzichten

In der Berichterstattung unserer Lokalsport-Redaktion tauchte das Wort „Corona“ erstmals am 28. Februar 2020 auf. „Fußballverband reagiert auf Coronavirus“ war der Artikel überschrieben. Der FLVW sah „keine Veranlassung, den Spielbetrieb für kommendes Wochenende abzusagen“. Es gab nur die Empfehlung, auf das Shake-Hands vor und nach den Spielen zu verzichten.

Es ist nicht überliefert, ob die Akteure des Landesliga-Derbys am Sonntag, 1. März 2020, zwischen Wacker Obercastrop und dem FC Frohlinde nicht doch die Hand gegeben haben. Beim 0:0, das mit einer Roten Karte gegen Obercastrops Yogan Cordero Astacio garniert war, gab es aber zumindest mehr als einmal eine Rudelbildung. Und auch für die 230-Derby-Zuschauer bezog sich die Vokabel „Mindestabstand“ auch nur auf die 9,15 Meter, die dem Ball samt Freistoßschützen gebührten.

Das Wochenende des 7. und 8. März war das letzte, an dem die Sportler noch einmal dem Virus trotzen konnten. Dadurch bekam Landesliga-Spitzenreiter Obercastrop durch das 5:0 gegen Viktoria Resse die Gelegenheit, allen Kritikern, die ihnen eine Ergebnis-Krise nachsagen wollten, das Gegenteil zu beweisen. Es war ein Derby-Sonntag: Die Spvg Schwerin siegte in der Bezirksliga bei der SG Castrop mit 2:0. Der Kreisliga-A-Spitzenreiter FC Castrop-Rauxel gewann als Gast im Sportplatz-Duell beim SuS Merklinde mit 4:0.

Schon zwei Tage später, am Dienstag, 10. März, traf das Coronavirus auch den

Fußball mit voller Wucht. Wegen Krankheitsfällen wurden Partien im Münsterland vorzeitig abgesetzt. Und es war zu hören, es würde in NRW zu Geisterspielen kommen. Ausgerechnet das Landesliga-Topduell von Wacker Obercastrop mit dem TuS Bövinghausen am 15. März drohte solch eines auch zu werden.

Aber eben dieses und alle weitere Spiele wurden letztlich aus dem Redaktionskalender gestrichen - hart getroffen von der Corona-Grätsche.

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