Ein SG-Trainer möchte spielen und Hilfe holen, Schwerins Coach fühlt mit Gastgebern

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Castrops Trainer Tino Westphal sieht dem Spiel gegen den Erler SV doppelten Handlungsbedarf. Schwerin-Coach Dennis Hasecke hätte Gegner Waltrop einen Punkt zugestanden.

Castrop-Rauxel

, 02.10.2019, 00:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Solch eine Niederlage wie am Sonntag haben die Fußballer der SG Castrop seit mehr als zehn Jahren in einem Punktspiel nicht mehr erlebt. Sie verloren am Sonntag mit 0:11 das Bezirksliga-Duell mit dem Tabellenzweiten Erler SV 08 und fielen auf den vorletzten Platz zurück.

Viele Trainingsweltmeister

Trainer Tino Westphal sah in den Ausfällen von außerordentlich vielen Stammkräften einen Grund für die Niederlage, die durch Gegentreffer im Minuten-Takt in der Schlussphase so hoch ausfiel. Westphal meinte: „Erle hat eine erfahrene Truppe. Unsere Mannschaft, die durch die Ausfälle so jung aufgestellt war, hatte die Chancen, bis zur Pause ein 2:3 zu erzielen – und war in den ersten zehn Minuten nach der Halbzeitpause überlegen.“ Nach dem Kontertor zum 0:4 hätten seine Schützlinge aber die Köpfe hängenlassen. Der Coach erklärte: „Meine Jungs sind Trainingsweltmeister, bekommen diese Leistung aber noch nicht auf den Platz.“

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Die Brocken hinzuschmeißen, daran hat Tino Westphal keinen Gedanken verschwendet. Vielmehr sieht er doppelten Handlungsbedarf. So denkt er laut darüber nach, selbst aufzulaufen. Der ehemalige Profi bei RW Oberhausen traut sich zu, die zentralen Mittelfeld-Positionen abzudecken. Er sagte: „Ich würde ein Zwischending aus Sechser und Achter spielen. Mich können alle auch anspielen, wenn ich unter Druck gesetzt werde. Ich kann den Ball mit meinem Bauch und Popo immer abschirmen.“

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Tino Westphal erhofft sich von seiner Aktion eine kleine Erfolgsserie in den Partien bei Westfalia Gelsenkirchen (10.) am Sonntag, 6. Oktober, sowie daheim gegen die SF Stuckenbusch (12.) am Sonntag, 13. Oktober. Die zweite Maßnahme, die ihm vorschwebt, ist die Suche nach erfahrenen Neuzugängen in der Winterpause. Dabei kommt ihm nicht in den Sinn, ehemalige SG-Spieler, die mit den Trainern Dennis Hasecke und Marco Taschke zur Spvg Schwerin (4.) gegangen sind, abzuwerben. Vielmehr sollen Akteure aus Westphals Wohnort Recklinghausen oder womöglich auch aus Herne und Castrop-Rauxel angesprochen werden. Mit Namen hielt der Coach noch hinter dem Berg.

Starker Keeper Niemeyer

Dennis Hasecke, Trainer des Bezirksligisten Spvg Schwerin, lobte nach dem glücklichen 3:2-Sieg bei Teutonia SuS Waltrop mit Torhüter Cedric Niemeyer und Siegtorschütze Tobias Lübke gleich zwei Akteure über den grünen Klee: „Tobi hat in unserer wackeligen Abwehr absolut überragend gespielt – und sogar noch das Siegtor geköpft. Dass wir aber überhaupt gewonnen haben, verdanken wir unserem Torwart.“ Cedric Niemeyer habe trotz seines Alters von nur 21 Jahren schon eine Klasse, die man in der Bezirksliga nur ganz selten sehe. So wie er in mehreren Eins-Gegen-Eins-Situationen die Ruhe bewahrt habe, könne das nicht jeder Torwart, so Hasecke.

Der Spvg-Trainer haderte dagegen mit dem Referee Dirk Sodenkamp, der mit zunehmender Spielzeit in seinen Entscheidungen konfuser geworden sei. „Der Schiedsrichter kommt wohl vom Skifahren“, scherzte Hasecke in Anspielung auf dessen Wohnort Fröndenberg im Sauerland. Hasecke sparte jedoch auch nicht mit Kritik, was die Leistung seines Teams anging: „Wir waren fußballerisch nicht gut.“ Mit der aggressiven Waltroper Spielweise sei man nicht zurechtgekommen. Haseckes Fazit: „Waltrop hätte eigentlich ein Unentschieden verdient gehabt – den Sieg nehmen wir aber trotzdem gerne mit.“

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