Familien-Duell bei den Korbjägern in der höchsten Liga

Korfball-Regionalliga

Das "Familien-Duell" war einst im Privat-Fernsehen ein Quoten-Bringer. Ein solches gibt es allerdings auch in der Korfball-Regionalliga zu sehen - wenn die Brüder Detlef Dülfer (HKC Albatros) und Rüdiger Dülfer (Schweriner KC) aufeinander treffen. Ein Porträt.

CASTROP-RAUXEL

, 09.01.2014 / Lesedauer: 3 min

Am Sonntag ist die ASG-Sporthalle der Schauplatz des "Familientreffens". Dann besetzen die beiden in Selm geborenen, vormaligen Korfball-Nationalspieler die Trainerbänke. Hüben Detlef Dülfer (39 Jahre), drüben sein jüngerer Bruder Rüdiger Dülfer (36). Beide glauben nicht, die Gedanken des anderen lesen zu müssen, um die Partie zu gewinnen. Rüdiger Dülfer: "Ich weiß zwar, was für ein Verständnis von Korfball mein Bruder hat, noch viel wichtiger ist allerdings, dass ich weiß, welche individuellen Stärken und Schwächen die Spieler seiner Mannschaft haben."Fußball gegen Korfball eingetauscht Detlef Dülfer stößt in das gleiche Horn, und sagt: "Spieler und Trainer aller Vereine in der Regionalliga sind sich gegenseitig so bekannt, dass man daraus seine Schlüsse ziehen kann." Vor 26 Jahren hatten die beiden Brüder in Selm den Fußball gegen den Korfball eingetauscht. Detlef Dülfer: "Ich habe erkannt, dass ich mich beim Fußball in einer talent-freien Zone bewegt habe und bin zum Selmer KV gegangen, wo schon einige Schulkameraden waren."  

Rüdiger Dülfer erinnert sich: "Detlef hat mich mitgenommen - und der Selmer KV ist noch heute eine Herzensangelegenheit für mich. Ich bin dort auch Vorsitzender." Mit 19 Jahren wechselten die beiden Brüder zusammen mit Ralf Rückwardt und Matthias Plenter zum mehrfachen Meister im Korbjäger-Oberhaus, den KV Adler Rauxel. Detlef Dülfer: "Ich habe Rüdiger zum A-Jugend-Training gebracht und habe dann selbst in der zweiten Senioren-Mannschaft gespielt. Später waren wir dann zusammen in der ersten Mannschaft." Mittlerweile hatte das Duo den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft, Rüdiger Dülfer sogar bereits mit 16 Jahren. Und auch den nächsten Vereinswechsel machten die Dülfers gemeinsam: Für zwei Spielzeiten liefen sie im Mutterland des Korfballsports auf: in den Niederlanden bei Amicitia Vriezenveen. Der Stammverein des späteren Trainers beim Schweriner KC, Martin Kamphuis, war auf Spielersuche gewesen.

Zurück in Deutschland legte Detlef Dülfer eine Pause ein, während er weiterhin die Korbjäger Lünen betreute. Danach übernahm er beim HKC Albatros das Trainer-Zepter und wohnt wegen seines Lehrer-Berufs in Castrop-Rauxel. Rüdiger Dülfer spielte und trainierte den Selmer KV und später die SG Selm/Lünen, ehe er als Co-Trainer und jetzt als Cheftrainer beim Schweriner KC wirkte. Er wohnt nunmehr in Datteln. Das nächste Familientreffen der Dülfer-Brüder ist indes verlegt worden. Eigentlich sollte Detlef Dülfer als Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft mit seinem Team am Montag auf den SKC treffen. Das Duell ist in den März verlegt worden, da die Schweriner ein Drittel der Halle nach 20 Uhr an eine Volleyball-Mannschaft abtreten müssen.

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