FC Nordkirchen gilt schon jetzt als Titelkandidat - so tickt der Klub aus dem Münsterland

rnFußball-Bezirksliga 9

Der FC Nordkirchen wird in Kürze Gegner der Castrop-Rauxeler Teams in der neu zusammengestellten Bezirksliga 9. Der Dorfverein will in die Landesliga und hat dafür einen Trainer mit Erfahrung verpflichtet.

Nordkirchen

, 26.07.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Spitzenteam sein – den Anspruch hat der FC Nordkirchen in der Fußball-Bezirksliga. Die Nordkirchener tragen das Ziel zwar nicht offensiv nach draußen, doch der Verein denkt laut über die die Landesliga nach und will mittelfristig auch dort landen. „Ich glaube, dass wir eine gute Mannschaft zusammengestellt haben und einen guten Konkurrenzkampf“, sagt der neue Trainer Mario Plechaty.

Mit 49 Jahren ist Plechaty schon ein erfahrener Hase im Trainergeschäft. Der Ex-Profi, der 1991 mal zehn Bundesliga-Minuten im Trikot von Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln im Westfalenstadion sammelte und später über 200 Oberliga- und Regionalliga-Einsätze verbuchte, führte den Lüner SV zurück in die Westfalenliga. Zuvor gelang ihm dasselbe bei Mengede 08/20. Zuletzt trainierte Plechaty den FC Iserlohn. Dass er bei einem Bezirksligisten aktiv war, ist über 14 Jahre her.

Mario Plechaty hat seit wenigen Wochen das Zepter in der Hand.

Mario Plechaty hat seit wenigen Wochen das Zepter in der Hand. © Jura Weitzel

Über reichlich Erfahrung verfügt Plechaty also. Er soll den ambitionierten FCN, der in seine zwölfte Bezirksliga-Saison in Serie geht, zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Landesliga führen. Fast wäre das Plechatys Vorgänger Issam Jaber 2018 und 2019 schon gelungen. Jaber, der vor dreieinhalb Jahren als Co-Trainer vom gefeuerten Cheftrainer Peter Wongrowitz eine arg abstiegsbedrohte Mannschaft übernahm, stabilisierte die Elf und formte eine Top-Elf, die nach einer Fabel-Saison mit 25 Siegen aus 28 Partien dennoch nur Platz zwei hinter dem TuS Bövinghausen belegte, obwohl Nordkirchen den TuS sogar im Rückspiel mit 3:1 besiegte.

FC Nordkirchen scheiterte in der Relegation

In der Relegation der Bezirksliga-Zweiten kam dann das Aus. 2019 unternahm der Verein einen neuen Anlauf, erstmals in der Bezirksliga 11. Hier verlor der Klub vor allem die Auswärtspartien gegen die Mitkonkurrenten. Es wurde nur Platz vier. Der Klub hatte mehr erhofft. Vor allem die Breite des Kaders stellte ein Problem dar.

Mit Plechaty soll alles besser werden. Er lotste sechs gute Verstärkungen auf die Sportanlage gegenüber des Schlossparks, der um das barocke Residenzschloss aus dem 18. Jahrhundert angelegt ist. Unter anderem kam Offensivspieler Ufuk Ekincier, der oberliga-erfahren ist.

Der Top-Torjäger vom Dienst heißt Daniel Krüger und hat 39 Treffern in zwei Jahren erzielt – Corona-Pause und eine monatelange Verletzungsunterbrechung treiben die Quote noch in die Höhe. Schwachstellen sind im Kader kaum auszumachen, auch wenn in Robin Schwick ein blutjunger und torgefährlicher Linksfuß abgewandert ist.

Traf in den letzten Jahren, wie er wollte: Stürmer Daniel Krüger ist trotz Größe schnell, kopfballstark und technisch beschlagen.

Traf in den letzten Jahren, wie er wollte: Stürmer Daniel Krüger ist trotz Größe schnell, kopfballstark und technisch beschlagen. © Jürgen Weitzel

Seine Heimspiele trägt der FC Nordkirchen in den Sommermonaten im Stadion auf Naturrasen Rasenplatz aus. In der Winterzeit weicht das Team auf einen Kunstrasenplatz aus, der auch über Flutlicht verfügt.

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Im Hintergrund agiert Hauptsponsor Albert Venneker mit seiner Viehhandlung, die in Nordkirchen ansässig ist. Ihn als alleinigen Finanzier oder Mäzen zu titulieren, wäre übertrieben. Venneker, dessen Sohn Nils in der Abwehr spielt, lässt den Vorstand in den Vereinsgeschäften autark arbeiten, verpasst als Fan mit schwarz-weißem Schal um den Hals aber kaum ein Spiel.

Der FC Nordkirchen gilt bei vielen jetzt schon als Titelkandidat - der Weg zur Meisterschaft geht wohl nur über den FC Nordkirchen.

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