Frohlindes Torwart Daniel Schultz lauert wie 2014 gegen Wacker auf das große Bierglas

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Am Donnerstag, 27. August, wird um 19.30 Uhr das Kreispokal-Finale angepfiffen. Geschichte wiederholt sich, weil sich auch vor sechs Jahren Wacker Obercastrop und FC Frohlinde duellierten. Wir haben mit Spielern gesprochen, die damals wie heute im Kader stehen.

Obercastrop

, 26.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich am 29. Mai 2014, einem kühlen Vatertag, an der Brandheide der damalige Kreisliga A-Meister FC Frohlinde und der Bezirksligist SV Wacker Obercastrop im Kreispokal-Finale duellierten, schauten 800 Zuschauer dem hitzigen Duell zu. So wird es am Donnerstag, 27. August, nicht ablaufen. Wegen der Corona-Schutzverordnungen sind nur 300 Fans zugelassen. Die Frohlinder überließen für 2020 das Heimrecht den Obercastropern. Vor sechs Jahren wurde der Spielort ausgelost.

Ein Wackeraner ist jetzt ein Frohlinder

Die Situation ist eine andere - und auch das Gesicht der beiden Mannschaften hat sich verändert. Für die Gastgeber SV Wacker sind der damalige Kapitän Bastian Fritsch, Amtsnachfolger Moritz Budde, Stefan Kitowski und Sascha Schröder erneut im Kader. Marcel Herder, der im Finale 88 Minuten spielte, ist vor einem Jahr nach Frohlinde gewechselt. Vom damaligen 2:1-Sieger FC Frohlinde werden Torwart Daniel Schultz und Spielertrainer Stefan Hoffmann nochmals auf dem Feld agieren.

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Torwart Daniel Schultz (FCF) und Bastian Fritsch (Wacker) konnten sich noch gut an das Finale im Frohlinder Tal erinnern. Beide hatten sogar in der Jugend bei der Spvg Schwerin eine gemeinsame Vergangenheit. Nur bei Wacker haben sie nicht zusammen gekickt. Fritsch, der in seiner elften Saison in Obercastrop ansässig ist, sagte dazu: „Daniel ist ein Jahr älter als ich und war mir immer ein Jahr voraus.“ Schultz selbst, der seine Fußballer-Laufbahn bei Victoria Habinghorst begann („Mein Vater war da Trainer“ ) steht nun neun Jahre im Frohlinder Tor.

Bastian Fritsch (vorn) führte als Kapitän den damaligen Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop im Mai 2014 beim Kreispokal-Endspiel beim Kreisliga-A-Meister FC Frohlinde auf den Platz.

Bastian Fritsch (vorn) führte als Kapitän den damaligen Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop im Mai 2014 beim Kreispokal-Endspiel beim Kreisliga-A-Meister FC Frohlinde auf den Platz. © ATH

Als am Vatertag 2014 die Brandheide „brannte“, führte der langjährige Kapitän Bastian Fritsch die Wacker-Elf auf das Feld. Die Kapitänsbinde gab er wegen einer langjährigen Berufsausbildung („Da konnte ich kaum trainieren“) an Moritz Budde weiter. Torwart Schultz ging damals hinter dem heutigen Trainer Michael Wurst auf den Rasen. Auch diesmal wird der Keeper als zweiter Mann das Feld betreten. Dietrich Liskunov, der auf dem Siegerfoto von 2014 noch als A-Jugendlicher ohne Einsatz mitjubelte, geht vorneweg. Neben Schultz ist nur noch der heutige Spielertrainer Stefan Hoffmann im Team.

Während Schultz auch am Donnerstag auflaufen wird, kann das Fritsch nicht. Eine alte Fußverletzung lässt einen Einsatz nicht zu: „Ich wäre gerne dabei gewesen, das ist natürlich für mich enttäuschend.“ Sicherlich hätte er auch gerne die Revanche gespielt. Fritsch sagte: „Damals, das war ein Spiel auf Messers Schneide. Nach unserem 1:0 von Stefan Kitowski hatten wir noch eine ganz dicke Chance.“ Am Ende fehlte der Mannschaft, die von Trainer Andreas Dornieden betreut wurde, die Kraft. Frohlinde glich durch Sebastian Ruffer aus. Kurz vor dem Schlusspfiff jagte Michael Janus die Kugel zum 2:1 in die Maschen. Für den damaligen FCF-Coach Jürgen Litzmanski war das Kräfteverhältnis ausschlaggebend.

Siegtorschütze beendet nach Finale seine Laufbahn?

Als sich einige Wacker-Spieler schon mit Krämpfen herumplagten, sagte der Meister-Trainer: „Wir hätten auch in der Verlängerung genug Kondition gehabt.“ Daniel Schultz sagte noch zum Siegtorschützen Janus: „Ich weiß nicht, was der heute macht. Ich glaube, der hat im Jubel sofort seine Karriere beendet.“ Der Keeper selbst jubelte auf unserem Siegerfoto mit einem Riesen-Bierglas in den Händen. Schultz erwähnte lachend: „Den Sieger-Pokal wollte ich gar nicht, ich habe nur das Bier gesehen.“ Und durfte er das auch alleine austrinken? „Nein, ich musste es leider teilen.“

Der Beweis: FCF-Keeper Daniel Schultz (2.v.l.) hatte beim Siegerjubel vor sechs Jahren den mit Bier gefüllten Stiefel fest in seinen Händen.

Der Beweis: FCF-Keeper Daniel Schultz (2.v.l.) hatte beim Siegerjubel vor sechs Jahren den mit Bier gefüllten Stiefel fest in seinen Händen. © ATH

Laut der Aussage des Keepers ist die Chance auf das große Bier auch diesmal groß. Der Torwart glaubt an einen 3:1-Sieg. Fritsch sieht andere Vorzeichen als damals: „Beide haben sich weiterentwickelt und sind in der Breite stärker aufgestellt. Nach den beiden Saisonspielen (2:0/0:0 Anm. d. Red.) und unserem Westfalenliga-Aufstieg, sehe ich uns im Vorteil.“

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