Fusionsgespräche: Schließen sich der VfB und die Victoria Habinghorst zusammen?

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Die Habinghorster Fußballklubs VfB und Victoria wollen einen neuen, gemeinsamen Sportplatz. Doch die Vereine wollen nicht nur nebeneinander leben. Jetzt denken sie offen über eine Fusion nach.

Habinghorst

, 27.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vereinsfusionen sind im Sport keine Seltenheit. Die letzte Fusion in Castrop-Rauxel gab es im Jahr 2017, als sich die Vereine Sportfreunde Habinghorst und der SV Dingen zusammenschlossen. Die Klubs spielten bereits seit dem Sommer 2016 als Spielgemeinschaft.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist die Fusion des BV Wacker Castrop mit BW Obercastrop im Jahr 1997. Heute läuft der Verein als SV Wacker Obercastrop auf. „Es war keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe zur Sicherung des Obercastroper Fußballs“, sagte der frühere Vorsitzende von BW Obercastrop, Wilhelm Krumtünger damals.

Gegner bei der Sponsorensuche

Die beiden Vereine seien sich beispielsweise bei der Sponsorensuche im eigenen Stadtteil immer wieder gegenseitig ins Gehege gekommen. „Zwei Vereine in einem kleinen Stadtteil. Das machte keinen Sinn“, sagte auch Frank Figur, der zuvor dem BV Wacker Castrop angehörte und später Vorsitzender des Fusionsvereins SVWO wurde.

Sportlich läuft es beim SV Wacker Obercastrop heute rund. Damals in der Kreisliga A gestartet, spielt der Klub mit seiner ersten Mannschaft nun in der Landesliga. Zudem haben die Wackeraner nach Problemen in den vergangenen Jahren nun auch wieder Jugendteams in allen Altersklassen.

Rasenplätze bringen Nachteile

Das können die Habinghorster Klubs VfB und Victoria nicht von sich behaupten. Der VfB ist bis zur hinauf zur D-Jugend besetzt, die Victoria hat nur vier Jugendteams, darunter drei Mädchen-Mannschaften.

Allerdings können die beiden Vereine auch keinen Kunstrasenplatz wie der SV Wacker aufweisen, sondern „lediglich“ Rasenplätze - und das bringt Nachteile. „Im Winter ist bei uns kein Vereinsleben möglich, da wir auf unserem Platz nicht trainieren können“, sagt der VfB-Vorsitzende Peter Limke.

Mindestens eineinhalb Plätze

Das könnte sich ändern, sollten die beiden Habinghorster Klubs in den kommenden Jahren einen neuen Sportplatz auf dem ehemaligen Kraftwerkgelände an der Klöcknerstraße/B235 bekommen.

Auf dem Sportplatz des VfB könnte Wohnbebauung entstehen, bei der Victoria läuft der Pachtvertrag für den Platz am Gänsebusch aus. Beide sehnen sich nach einer Zukunft auf einem gemeinsamen Kunstrasenplatz.

„Für mich würde es Sinn machen, wenn es mindestens eineinhalb Sportplätze werden, besser zwei. Derzeit ist es ja schon so, dass sich mehrere Teams gleichzeitig den Sportplatz zu den Trainingszeiten teilen müssen“, sagt der VfB-Vorsitzende Peter Limke.

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Und der Klubvorstand geht noch einen Schritt weiter: Er wünscht sich nämlich nicht nur einen gemeinsamen Sportplatz, sondern auch einen gemeinsamen Verein. „Alles andere als eine Fusion der Habinghorster Vereine würde für mich keinen Sinn machen“, so Limke. Ende August gab es sogar bereits ein Gespräch mit den Mitgliedern beider Klubs.

Ist der VfR Rauxel mit im Boot?

Er nimmt sogar noch den VfR Rauxel als dritten Verein mit ins Boot, der aktuell mit nur einer Mannschaft auf dem Rasenplatz an der Vördestraße spielt. „Die Jungs vom VfR sind sehr engagiert, das wäre eine optimale Lösung“, sagt Limke, der aber relativiert: Die Victoria Habinghorst war in die Gespräche immer involviert. Der VfR Rauxel nicht.

Geplant ist, dass auf dem neuen Sportplatz nur ein Vereinsheim für alle Vereine entstehen soll. Auch das sei ein Grund für eine Fusion, so Limke. Denn in der Nachbarstadt sehe er ein schlechtes Beispiel: „Herne ist für mich ein abschreckendes Beispiel mit dem Fußballzentrum Horsthausen. Zwei Plätze, vier Vereine, vier Klubhäuser - das geht aus meiner Sicht überhaupt nicht.“

100. Victoria-Geburtstag steht an

Zum Thema „Fusion“ hat auch Dirk Konisch, der Vorsitzende von Victoria Habinghorst, eine Meinung. Sein Verein feiert 2021 seinen 100. Geburtstag. Auch aus diesem Grund sagt der Club-Chef: „Derzeit möchten wir gerne eigenständig bleiben. Langfristig würde ich eine Fusion aber nicht ausschließen. Da bin ich realistisch.“

Schließlich nehme die Zahl der ehrenamtlichen Helfer überall ab. Konisch: „Da gilt es, die Kräfte zu bündeln. Durch die Jugendspielgemeinschaft mit Eintracht Ickern haben wir in der Vergangenheit gezeigt, dass wir uns dagegen nicht sträuben.“

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