Der Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel leidet unter Schiedsrichter-Mangel. Durch die Corona-Pandemie sind es sogar noch weniger Unparteiische geworden.

Castrop-Rauxel

, 06.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatte der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) der Fußballer in Herne und Castrop-Rauxel für Mittwoch, 11. November, zum Schulungsabend in Holsterhausen eingeladen. Dieser fällt wegen des aktuellen Corona-Lockdowns aus, meldet Leonidas Exuzidis (Arminia Ickern), im KSA für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Schiedsrichterausschuss akzeptiert Entscheidungen

Die Unparteiischen werden sich auch im Dezember nicht treffen können. Das steht jetzt fest. Sicher ist auch, dass sich die Zahl der Schiedsrichter im Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel im Frühjahr und nochmals jetzt reduziert hat. „12 haben mitgeteilt, dass sie aussetzen möchten“, berichtet Exuzidis. Den Schiedsrichtern im Alter von 14 bis über 50 Jahren sei es schlichtweg zu riskant geworden, erklärt er. Fünf Referees hatten sich bis auf Weiteres im Frühjahr zurückgezogen, seit Saisonbeginn sind es weitere sieben Unparteiische, die sich stillgelegt haben.

Ihre Sorge ist, sich mit dem Virus zu infizieren oder in eine Quarantäne zu müssen, wenn ein Spieler positiv auf Covid-19 getestet wird. Sorgen, die zunehmend auch Fußballer mit Verweis auf möglichen Ärger mit ihren Arbeitgebern äußerten. Einige der Unparteiischen möchten einfach die Zahl der eigenen Kontakte klein halten.

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KSA-Pressesprecher Exuzidis sagt: „Wir haben es im Frühjahr offen kommuniziert, dass alle, die Bedenken haben, auf den Kreisschiedsrichterausschuss zugehen können, wenn sie temporär aufhören wollen. Alle pfeifen freiwillig. Wir respektieren jede Entscheidung und haben die Hoffnung, dass keine der Abmeldungen dauerhaft sein wird.“ Der Verzicht der zwölf Schiedsrichter falle aktuell wegen des Lockdown Light sowie des ungewissen Re-Starts der Saison nicht ins Gewicht: „Wir pausieren ja alle.“

Auch wenn die zwölf derzeit passiven Schiedsrichter alle zurückkehren, bleibt es ein Problem: Es mangelt im Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel an Referees. Leonidas Exuzidis hat nachgerechnet und betont: „Wir haben 149 Schiedsrichter, wobei hierzu auch Kreisbeobachter zählen und nicht alle Schiedsrichter an jedem Wochenende verfügbar sind. Uns fehlen mindestens 25, um alle Partien besetzen zu können. Die Konsequenz wird bald sein, dass wir neben den Spielen der Kreisliga C auch einige der Kreisliga B nicht besetzen können.“

Corona half an den bisherigen acht Spieltagen sogar mit, das Problem ein wenig einzudämmen. Exuzidis: „Denn wenn Spiele wegen Coronaverdachts in Mannschaften abgesagt wurden, haben wir den angesetzten Schiedsrichter woanders hinschicken können.“

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Nicht vom Tisch ist in der heimischen Schiedsrichter-Gilde der Plan, im Frühjahr 2021 einen Anwärter-Lehrgang für neue Unparteiische durchzuführen. Leonidas Exuzidis meint: „Wir denken, dass wir das mit einer begrenzten Teilnehmerzahl wie im Oktober in dem uns zur Verfügung stehenden großen Raum schaffen können.“

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Abgänge gab es auch im Fußballkreis Recklinghausen, in dem der TuS Henrichenburg beheimatet ist. Das berichtet die Recklinghäuser Zeitung. Hier leiteten zuletzt noch 204 Schiedsrichter die Spiele. Mittlerweile sind es 25 weniger geworden. Daher mussten im Oktober viele der verbliebenen Unparteiischen mindestens zwei Partie leiten.

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