Gedanken-Spiele mit Turnier an einem Tag

Fußball: Stadtmeisterschaften

Im Sommer 2013 bröckelte die scheinbar heile Castrop-Rauxeler Fußball-Welt. Zur Feldstadtmeisterschaft schmolz die Zahl der gemeldeten Teams auf ein Minimum zusammen. Der FC Frohlinde und der SuS Merklinde mussten ihre Zweitvertretungen am Start bringen, um die Absagen der SG Adler Rauxel, des VfR Rauxel sowie die Fusion von Eintracht Ickern mit Yeni Genclik aufzufangen.

Castrop-Rauxel

17.07.2015, 14:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gedanken-Spiele mit Turnier an einem Tag

Martin Janicki feierte am Wochenende im Derby seines SV Wacker Obercastrop quasi einen zweifachen Sieg gegen den SuS Merklinde.

Die Idee, das Teilnehmer-Feld stets mit Reserve-Teams aufzustocken, stieß den Vereinsvertretern allerdings sauer auf. Martin Janicki vom SV Wacker Obercastrop brachte damals die Idee der Stadtmeisterschaft als Ein- oder Zwei-Tages-Turnier ins Spiel. Mittlerweile hat sich die Lage für die heimische Fußballgemeinde ein wenig entspannt. Der VfR Rauxel konnte 2014 wieder eine Mannschaft auf die Beine stellen. Dazu kommt die Neugründung des ambitionierten FC Castrop-Rauxel (spielt zunächst in der Kreisliga C).

Die von Martin Janicki vorgeschlagene Reform ist aber weiterhin aktuell und findet Anklang. Janicki: „Ich habe mich mit Jürgen Hahn, Geschäftsführer des SuS Merklinde, besprochen. Vielleicht wäre das so sinnvoller. Der Aufwand wäre nicht so groß wie bislang. So kann man auch mehr Helfer rund um Turnier gewinnen.“

Gute Idee für Zuschauer

Stefan Hoffmann, Spielertrainer des FC Frohlinde, meint: „Die Idee, die Stadtmeisterschaft an einem Wochenende auszutragen, finde ich ganz cool.“ Dadurch, dass alle Spiele gebündelt an zwei Tagen stattfinden würden, könnte das mehr Zuschauer anlocken, so Hoffmann. „Für die Mannschaften ist das auch attraktiv“, glaubt der Spielertrainer. Zudem sei die Planung der Saisonvorbereitung mit dem aktuellen Modus schwieriger.

Helmut Schulz, Trainer des A-Ligisten VfB Habinghorst, hält die Stadtmeisterschaft für „eine gute Sache, die einfach mit dazu gehört.“ Über eine Änderung des Modus´ hat sich Schulz hingegen noch keine Gedanken gemacht. Mögliche Überschneidungen mit dem Saisonvorbereitungsplan lassen sich laut dem VfB-Coach mit Unterstützung der eigenen zweiten Mannschaft auffangen: „Es gibt immer eine Möglichkeit, das irgendwie gebacken zu bekommen.“ Arminia Ickerns Coach Patrick Stich sagt: „Ich halte von einer Änderung nichts. Das ist so Tradition, auch wenn die Planung vielleicht einfacher wäre.“

FCF-Spielertrainer Michael Wurst möchte eine andere Regeln ändern. Er wünscht sich eine Setzliste, in der die Teams nach ihrer Klassenzugehörigkeit wie die Akteure beim Tennis eingetragen werden. Nach dieser Einordnung könne man verhindern, dass sich durch Lospech die hochklassigen Teams in den ersten Runden gegenseitig aus dem Rennen werfen, wie in diesem Jahr durch das Duell zwischen dem FCF zund Wacker. Thomas Faust, Trainer der Spvg Schwerin meint: „Das ist sehr unglücklich gelaufen. Für die Zuschauer ist das nach hinten raus nicht mehr interessant, wenn die Spitzenteams raus sind. In der Halle hatten wir ja auch das Problem.“

Anders sieht es Patrick Stich von Arminia Ickern: „Das würde die Chancen für unterklassige Vereine geringer machen. Das macht die Stadtmeisterschaft doch erst interessant. Sonst stehen immer die gleichen Teams im Halbfinale.“

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