Glückauf-Kampfbahn in Ickern ist fünf Jahre nach Modernisierung bereits ein Renovierungsfall

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Ende September 2015 löste sich die Spannung bei den Fußballern von Arminia Ickern und der SF Habinghorst/Dingen. Die Renovierung ihres Kunstrasens war fertig. Jetzt ist der Teppich aber schon kaputt.

Ickern

, 08.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Binnen drei Wochen wurde im Sommer 2015 der damals 15 Jahre alte Kunstrasenbelag in der Glückauf-Kampfbahn gegen einen neuen ausgetauscht. Die Fußballer des SC Arminia Ickern und der SF Habinghorst bekamen von Michael Werner, Vorstandsvorsitzender des zuständigen EUV-Eigenbetriebs der Stadt, damals auch eine Gewähr: Sie können jetzt 15 Jahren ohne Sorge kicken. Aber weit gefehlt: Bereits im fünften Jahr ist der Teppich an der Recklinghauser Straße an vielen Stellen defekt.

Viele Nähte der Kunstrasenbahnen sind offen

Die Nähte der Teppichbahnen sind an vielen Stellen offen. Vor allem auf der Höhe beider Strafräume kann man das mit bloßem Auge erkennen. Damit nicht genug: Die Mittelpunkte der Kleinspielfelder in den beiden Platzhälften sind verschwunden. Zwei 10x10 Zentimeter durchaus tiefe Löcher sind entstanden. Dort, wo vor der Renovierung 2015 die Düsen für die Platzbewässerung waren, sollten eigentlich runde Teppichflächen, das nach dem Ausbau des Sprinklers entstandene Loch bedecken. Auch diese kleinen Teppiche sind weg. Zurückgeblieben ist auch hier eine „Falle“.

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Toni Weiss, der 2. Vorsitzende des SC Arminia Ickern, beobachtet seit über zwölf Monaten den Verfall des Rasens. Er selbst ist auch schon Opfer eines der neuen Platzfehler geworden. Er berichtet: „Bei einem Altherrenspiel stand ich im Tor. Beim Rückwärtsgehen bin ich in eine Falte getreten und habe mir einen Achillessehnen-Anriss zugezogen.“

An einigen Stellen des Kunstrasens in der Glückauf-Kampfbahn gibt es Löcher, die zu Trittfallen werden können.

An einigen Stellen des Kunstrasens in der Glückauf-Kampfbahn gibt es Löcher, die zu Trittfallen werden können. © Jens Lukas

Angemahnt hatte der Arminen-Vorstand den Missstand mehrfach. Vom EUV-Eigenbetrieb wurden mehrfach Fotos zur Dokumentation aufgenommen, so Weiss. Passiert ist allerdings noch nichts.

Uta Stevens vom Presseamt der Stadt Castrop-Rauxel erklärt: „Die Schäden wurden entlang der Übergänge der Kunstrasenbahnen entdeckt - sowie an einigen Stellen, in denen die Linien eingeklebt wurden. Beide Schäden hängen mit der Verklebung zusammen. Die Pflege des Platzes wird nach den allgemeinen Pflege-Empfehlungen durchgeführt, die Schäden sind nicht hierauf zurückzuführen.“

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Die Vereine Arminia Ickern und SF Habinghorst seien bereits darüber informiert worden, dass die Schäden im Rahmen der Gewährleistung ausgebessert werden. Uta Stevens: „Die Arbeiten können nur bei guter und trockener Witterung durchgeführt werden. Zur Zeit ist dies nicht möglich.“

Viele offene Nähte kann man mit bloßem Auge auf dem Kunstrasenplatz in Ickern sehen.

Viele offene Nähte kann man mit bloßem Auge auf dem Kunstrasenplatz in Ickern sehen. © Jens Lukas

Die Glückauf-Kampfbahn wurde als erste Kunstrasenanlage in Castrop-Rauxel im Jahre 2000 errichtet. Die Kosten beliefen sich damals auf circa 877.000 Euro. Für die Sanierung wurden 300.00 Euro investiert. 2016 wurde Kunstrasen am Merklinder Fuchsweg (ca. 230.000 Euro) runderneuert, 2017 jener der Spvg Schwerin (ca. 310.000 Euro inkl. Kleinfeld). 2019 ging es mit der Erin-Kampfbahn (ca. 200.000 Euro) weiter.

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Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 wurde der Rasen des Stadions an der Bahnhofstraße (230.000 Euro) modernisiert. Es gibt noch einen weiteren städtischen Kunstrasen, jenen an der Uferstraße in Ickern (Baujahr 2010). Der müsste 2025 erneuert werden - wie auch jener, den der FC Frohlinde an der Brandheide in Eigenregie unterhält.

Für die Instandhaltung der Sportanlagen in Castrop-Rauxel ist in erster Linie der Stadtbetrieb EUV zuständig. Die finanziellen Mittel jedoch stellt die Stadt.

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