Hallenstadtmeisterschaft: Marc Kruska setzt andere Schwerpunkte als den Titelkampf

rnRobert Mathis Cup

Wer sich auf den Ex-Profi Marc Kruska bei der Hallenstadtmeisterschaft gefreut hatte, der wurde enttäuscht. Der Fußballer des Landesligisten FC Frohlinde setzt andere Schwerpunkte.

Frohlinde

, 10.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist es nicht ungewöhnlich, Marc Kruska bei einer Hallenstadtmeisterschaft in zivil auftreten zu sehen. Man hatte sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt.

Kruska galt schon zu seiner Zeit als Profifußballer als Stammgast bei dem Jahresereignis des Castrop-Rauxeler Lokalfußballs in der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule. Als jemand, der seiner Heimat immer treu blieb.

Und doch hatte sich der eine oder andere Fan zuletzt Hoffnungen gemacht, Kruska in der Halle spielen zu sehen. Der Rauxeler hatte im Sommer bekanntlich seine Profi-Karriere beendet und organisiert nun das Mittelfeld des FC Frohlinde in der Landesliga.

Aus dem Auftritt beim Heimspiel wurde nichts. Seit Sonntag ist die U19 des VfL Bochum, die Kruska als Co-Trainer begleitet, zurück im Trainingsbetrieb. In rund dreieinhalb Wochen gastiert Alemannia Aachen beim VfL. Dann geht der Hauptjob Kruskas als Assistent von Chefcoach Matthias Lust an der Seitenlinie wieder voll los. Und das ist auch ein Grund, weshalb man den 32-Jährigen am Wochenende in der WBG-Sporthalle nicht spielen sah.

Die jüngeren Spieler bekamen beim FC Frohlinde die Chance

Ganz oder gar nicht, so das Motto des ehemaligen BVB-Profis. Es war abzusehen, dass sich der FCF für den Endspieltag qualifizieren würde. Kruska hätte also gefehlt und stattdessen in Bochum seine Nachwuchsmannschaft auf die Liga vorbereitet. Der andere: Weihnachtszeit ist Erholungszeit. Personell ging Frohlinde in der Hinrunde am Stock. Kruska gehört zu den routinierten Akteuren in der Elf von Trainer Michael Wurst und Stefan Hoffmann. In der Halle bekamen die jüngeren Spieler eine Chance.

Hallenstadtmeisterschaft: Marc Kruska setzt andere Schwerpunkte als den Titelkampf

Marc Kruska (r.) war bei der Hallenstadtmeisterschaft nur als Zuschauer vor Ort und schaute gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Alexander Sube (M.) und Marco Führich vom FC Castrop-Rauxel die Partien. © Volker Engel

So hatte der Mittelfeld-Regisseur am vergangenen Samstag abseits des Spielgeschehens Zeit, Revue passieren zu lassen. Über sein erstes halbes Jahr als Co-Trainer. Sportlich und persönlich.

Die Bochumer rangieren in der Tabelle der U19-Bundesliga auf dem siebten Platz. „Es lief bislang ganz gut, die Ergebnisse stimmen“, sagte Kruska. Die Vorbereitung absolviert der VfL daheim in Westfalen. Ins Trainingslager geht es nicht. „Wir haben hier super Bedingungen und können alles machen, was wir wollen“, so der Ex-Profi.

Marc Kruska hat sich persönlich weiterentwickelt

Die Arbeit beim ehemaligen Bundesligisten genießt höchste Priorität. Man merkt Kruska an, mit welcher Freude er die Aufgabe angeht. Und auch, wie er sich seit dem persönlich entwickelt hat. Er spricht am Mikrofon ein Stück weit flüssiger - ein Resultat seines neuen Jobs. „Ich habe mich da komplett weiterentwickelt, was mir aber wahnsinnig Spaß macht“, so Kruska. „Vor allem was die Ansprache an die Mannschaft betrifft. Es ist etwas völlig anderes, wenn man als Trainer vor den Jungs steht.“

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Nicht nur das. Der frühere Akteur von Borussia Dortmund musste sich umgewöhnen. „Als Spieler gehst du zum Training und fährst anschließend wieder nach Hause. Als Trainer musst du die Einheit vorbereiten, musst dir Gedanken über die Struktur des Trainings machen, es nachbereiten. Dazu den Gegner und eigene Spiele analysieren.“ Selbst im Jugendbereich werde schon viel mit Videoanalysen gearbeitet.

Da geht schon mal Zeit für andere Dinge verloren. „Für mich war es nicht einfach, mich in Frohlinde einzubringen“, gesteht Kruska und kündigt an: „Mein eigener Anspruch ist es, in der Rückrunde eine Schippe draufzulegen.“ Das wird auch nötig sein. Als Tabellenelfter ist der FCF in akuter Abstiegsgefahr. Beruflich ist Kruska mit sich im Reinen: „Ich will den Weg weitergehen.“

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