Handballer treffen sich zum Training in ihren Wohnzimmern - und feiern

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Die Coronakrise zwingt die Castrop-Rauxeler Handballer zu bislang unkonventionellen Maßnahmen, um sich zum Training treffen zu können. Die Premiere hatte für die HSG durchaus Tücken.

Castrop-Rauxel

, 27.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Landesliga-Handballer der HSG Rauxel-Schwerin haben das Glück, dass sie unverhofft dem Abstieg entkommen sind. Die Saison 2019/20 ist vom Handballverband Westfalen (HVW) wegen der Corona-Krise abgebrochen worden. Die Meister und ein Wildcard-Nachrücker steigen auf. Der Abstieg wurde wegen höherer Gewalt ausgesetzt.

Schwitzen vor der Kamera

Trotz der anhaltenden Sperrung der Sporthallen sowie der Kontaktsperre wollen die Rauxel-Schweriner sportlich bleiben - treffen sich derzeit zweimal pro Woche zum Training. HSG-Trainer Sebastian Clausen berichtet: „Ich habe alle per Video-Konferenz im Internet eingeladen. Meine Spieler haben sich vor ihren Webcams postiert. Ein kleines Kraft-Ausdauer-Workout hat die Jungs dann zum Schwitzen gebracht. Das anschließende Pils-Bier in der Team-Runde durfte natürlich auch nicht fehlen.“

Damit stießen die Handballer an Ende der Stunde zudem auf den vermiedenen Abstieg an. Zweimal pro Woche wollen sich die Rauxel-Schweriner künftig treffen.

Sebastian Clausen präsentierte in seinem Keller die Übungen. Er berichtet: „Wir haben Sit-Ups, Kniebeugen sowie auch etwas für den Oberkörper gemacht. Clausen meinte: „Die Premiere hatte am vergangenen Dienstag allerdings auch ihre Tücken. Die Leitung bei dem Anbieter, den wir gewählt hatten, war recht instabil. Wie müssen mal schauen, wie wir da tricksen, damit es besser läuft - oder wir wechseln den Anbieter des Dienstes.“

Steinhoff war doppelt zu sehen

Die Pannen sorgten aber auch für Spaß gesorgt. Einige seiner Schützlinge hatten mit der Bedienung des Mikrofons zu kämpfen. Deshalb war nicht selten der Satz zu vernehmen: „Hört Ihr mich?“ Und:Bei Keeper Andre Weinert funktionierte die Bildübertragung nicht immer. Anstelle seines Gesichts war manchmal ein schwarzer Kasten zu sehen. Dafür wurde das Konterfei von Lukas Steinhoff sogar doppelt eingeblendet. Und: Es gab einen Überraschungsgast: Co-Trainer Jürgen Woitacha klinkte sich auf dem Rückweg per Fahrrad von der Arbeit in die Konferenz ein - mit dem Handy in der Lenkerhalterung.

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Sebastian Clausen erklärt: „Wir werden in den kommenden Wochen die Bandbreite der Übungen erweitern. Dann werden wir auch Bewegungen mit dem Theraband mit in das Programm einbauen.“ Aber auch außerhalb der Konferenz sollen sich seine Schützlinge individuell fithalten. Acht Kilometer laufen und Fahrradfahren sollen sie. Und Clausen geht mit gutem Beispiel voran. Er berichtet: „Ich fahre derzeit jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit - 15 Kilometer hin und 15 Kilometer zurück.“

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