Herne-70-Trainer: "Meisterleistung" der SG Castrop

Fußball: Kreisliga A

Über weite Strecken der Hinrunde waren die Fußballer der SG Herne 70 mit wenigen Punkten Rückstand der ärgste Verfolger des Kreisliga A-Spitzenreiters SG Castrop. Die Herner sind aktuell noch immer Tabellenzweite, haben aber bereits elf Punkte weniger als Castrop. Im Interview spricht SG70-Trainer Helmut Pidun über seine Einschätzung der Lage sowie die Ambitionen seines Teams.

CASTROP-RAUXEL

, 01.03.2017, 10:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herne-70-Trainer: "Meisterleistung" der SG Castrop

Helmut Pidun (li.), der Trainer der Kreisliga A-Fußballer der SG Herne 70, sieht für sein Team das Titelrennen gegen die SG Castrop als bereits gelaufen an.

Herr Pidun, mit elf Punkten Rückstand auf die SG Castrop – kann man da dem Tabellenführer bereits zu Meister-Titel und Bezirksliga-Aufstieg gratulieren?

Wenn man sieht, dass bei der SG Castrop nach 18 Spielen 16 Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage zu Buche stehen, muss man das eine Meister-Leistung nennen. Und solch eine Mannschaft wird dann Meister. Wir selbst haben an den vergangenen Spieltagen einfach nicht stabil gespielt. Weil es nicht gewiss ist, dass wir wieder konstant werden, ist es vermessen zu sagen, dass wir den Rückstand irgendwie noch aufholen.

Vor der Saison wurde Ihre Mannschaft als äußerst spielstark eingestuft. Und im Topspiel gegen die SG Castrop, das Ihr Team im September mit 1:2 verloren hat, war das auch zu erkennen. Wie erklären Sie sich den Durchhänger, den Ihre Mannschaft seit Mitte November hat?

Meiner Meinung nach stehen wir in der Defensive seit einiger Zeit nicht mehr gut. Ich bin der Meinung, dass meine Mannschaft schwer zu schlagen ist. Aber es trifft derzeit zu, dass man gegen uns durchaus immer zu einem Punktgewinn kommen kann.

Ist es für Sie als Trainer auch von Nachteil, dass Ihr Verein lediglich über einen Ascheplatz als Spiel- und Trainingsstätte verfügt?

Eigentlich will ich das nicht als Entschuldigung nehmen. Zumal es durchaus Vorteile bei Heimspielen gegen Vereine mit Kunstrasen hat, sich auf seinem eigenen Platz bestens auszukennen. Allerdings ist es für ein Training im Winter Gift, keinen Kunstrasen zu haben. Zuletzt musste ich oftmals fußball-fremdes Training machen, weil der Platz gesperrt war. Das Durch-Die-Berge-Laufen bringt die Mannschaft zudem überhaupt nicht weiter.

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Ihre Mannschaft hat am Sonntag durch die 2:4-Niederlage im Kreispokal-Viertelfinale gegen den SuS Merklinde ein weiteres Saisonziel aus den Augen verloren. Wie kann man das als Trainer auffangen?

Psychologisch ist das auf jeden Fall eine schwierige Situation. Allerdings sollte man bei uns als Tabellenzweiter in der Kreisliga A noch immer von einer erfolgreichen Saison sprechen. Die 14 Mannschaften, die unter uns stehen, würden gerne an unserer Stelle stehen. Ich will zumindest diese Position halten. Wir hören nicht mitten in der Rückrunde auf mit dem Fußball spielen, nur weil wir nicht mehr Meister werden können. Das machen die Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld ja auch nicht.

Am Sonntag, 12. März, steht ab 15 Uhr im Stadion an der Bahnhofstraße das Topspiel der SG Castrop gegen Hene 70 im Spielplan. Mit welcher Devise werden Sie und Ihre Schützlinge diese Begegnung angehen?

Wir wollen auf jeden Fall die Klasse haben, den kommenden Meister zu schlagen. Ich kann versprechen: Wir werden da alles reinlegen. Wenn es nach diesem Spiel schon der Fall wäre, dass Castrop Meister ist, würden wir auch herzlich gratulieren.

In der neuen Saison 2017/18 könnte Herne 70 einen neuen Versuch unternehmen, Meister zu werden. Wird dann Helmut Pidun Trainer sein?

Ja. Der Verein und ich haben uns darauf verständigt, dass wir zusammen einen dritten Anlauf nehmen. Ich gehe davon aus, dass das Gerippe unserer Mannschaft zusammenbleiben wird.

Welche Teams können Ihnen den Aufstieg streitig machen?

Ich werde verfolgen, wie sich der SuS Merklinde mit seinem neuen Trainer Olaf Senking entwickelt. Ich glaube, da wächst es etwas heran. Zumal die aktuelle Mannschaft bereits gut ist und verdient gegen uns im Pokal gewonnen hat. Aufsteiger Arminia Ickern spielt schon jetzt trotz eines Durchhängers eine starke Saison. Wenn dann noch die von Stürmer Sebastian Janas geforderten Verstärkungen kommen, ist mit Ickern zu rechnen. Der VfB Börnig ist als Kollektiv äußerst stark. Hervorragende Einzelkönner haben der RSV Holthausen und FC Marokko Herne. Da bleibt abzuwarten, ob sich daraus starke Mannschaftsleistungen entwickeln.

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