Herner ziehen der SG Castrop im ersten Corona-Spiel ganz schnell den Zahn

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Der Bezirksligist SG Castrop verlor am zweiten Juli-Sonntag das erste Testspiel nach über vier Monaten Corona-Pause mit 0:7 beim Landesligisten Spvg Horsthausen. Das Ergebnis spiegelt war nicht die Partie wider.

Castrop-Rauxel

, 13.07.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Amateurfußball ist nach langen Corona-Pause nicht der Fußball, den Trainer, Spieler und Zuschauer eigentlich kennen. Trotzdem waren alle Beteiligten beim Testspiel zwischen Landesligist Spvg Horsthausen und Bezirksligist SG Castrop höchst zufrieden, dass überhaupt wieder gespielt werden durfte. Das Ergebnis von 7:0 für den Gastgeber war da eher nur eine Randnotiz.

Vorfreude auf das erste Spiel

„Unsere Jungs sind heiß wie Frittenfett auf Fußball“, sagte Castrops Trainer Tino Westphal vor dem Anpfiff.

Obwohl: Vieles ist anders als einst. Schließlich ist Corona nicht weg. Es gibt klare Einschränkungen. Der Herner Gastgeber Horsthausen setzte alles gut um. Eingang und Ausgang in das und aus dem Stadion waren kanalisiert. Die Fans mussten ihre Hände desinfizieren und sich mit ihren Daten in einer Liste eintragen. Dass nicht mehr als die bis dato von der Politik zugelassene Zahl von 100 Zuschauern Einlass fanden, dafür gab es ein simples System. Chips, ähnlich wie für einen Supermarkt-Einkaufswagen, lagen in einer Schachtel. Jeder Fan bekam einen. Als die Schachtel leer war, kam niemand mehr rein.

Tino Westphal (vorn), Trainer der SG Castrop, musste in Herne-Horsthausen sieben Gegentreffer mitansehen.

Tino Westphal (vorn), Trainer der SG Castrop, musste in Herne-Horsthausen sieben Gegentreffer mitansehen. © Volker Engel

0:3 nach zehn Minuten

Nun aber zum Fußballspiel. Es war ein munteres Duell zwischen Horsthausen und Castrop. Aus Sicht von Trainer Tino Westphal wahrscheinlich sogar etwas zu locker. Nach zehn Minuten führte der Gastgeber schon mit 3:0. Beim 1:0 (6.) klatschte Keeper Pascal Heuser den Ball nach einem Modkouri-Schuss aus spitzem Winkel genau vor die Füße von Mahmud Siala ab. Dieser hatte keine Mühe, die Kugel ins Netz zu drücken. Beim 2:0 (9.) netzte Michael Lier nach einem Pass in die Schnittstelle ein. Beim 3:0 (10.) traf der Ex-Schweriner Stephan Hornberger aus 18 Metern.

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Kein Glück mit einem Fallrückzieher

Wenig später hatte ein Fallrückzieher von Castrops Levent Oral die Qualität für ein Tor des Monats – wenn der Ball nicht knapp am linken Torwinkel vorbei gegangen wäre. Nochmals Oral und Ingmar Holtkamp hatten Pech mit Flachschüssen. Was aber unterstreicht, dass die SG Castrop nicht hoffnungslos unterlegen war. Fehler Nummer vier führte zum 0:4 (24.) durch Ayoub Modkouri. Trainer Westphal hatte den Kaffee auf: „Vier Fehler, vier Tore, das darf uns nicht passieren. Den sportlichen Unterschied zu Landesligist Horsthausen sieht man aber schon.“ Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Edmond Pllavci das 1:4 auf dem Fuß, verpasste den Ball auf der Torlinie.

Zur zweiten Halbzeit wurde munter auf beiden Seiten gewechselt. Das Spiel verlor etwas den Druck nach vorne. Daran, dass Horsthausen weiter den Ton angab, änderte sich jedoch nichts. Mehrfach zeichnete sich nun Castrops Torwart Heuser aus. Er kassierte allerdings das 0:5 (62.) von Lier. Dieser tanzte im Strafraum die gesamte SG-Abwehr aus und schob den Ball unten links ein.

Das war’s für längere Zeit mit Chancen. Erst in der Schlussphase wurde es wieder munterer. In der 81. Minute traf Siala zum 5:0. Dann landete ein leicht abgefälschter Holtkamp-Freistoß am linken Außenpfosten.

Zum Schluss – in der 88. und 90. Minute – erwischte es Castrop noch ganz dicke. Lier schlug mit Distanzschüssen zweimal zu – zum 6:0 und 7:0. Wobei beim sechsten Treffer Keeper Heuser die Sicht versperrt war.

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