Ist es tatsächlich schon so lange her? Das letzte Mal, dass sich zwei Castrop-Rauxeler Mannschaften in der Landesliga duelliert haben, war vor 8 Jahren und 5 Monaten. Damals traf Schwerin auf den VfB Habinghorst.

Castrop-Rauxel

, 09.08.2018, 16:09 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Sonntag, 12. August, laufen die Fußballer des FC Frohlinde ab 15 Uhr in der Erin-Kampfbahn beim Aufsteiger SV Wacker Obercastrop auf. Eine gefühlte Ewigkeit ist die letzte Landesliga-Begegnung zweier heimischer Teams her. Am Samstag, 13. März 2010, kam die Spvg Schwerin zu einem 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfB Habinghorst. Als Torschützen zeichneten sich Ioannis Tsotoulidis (63.) und Peter Elbers (83.) aus. Der Artikel war überschrieben mit „Schwerin gelingt Revanche“, denn in der Hinrunde hatte der VfB im September 2009 mit 3:2 (1:0) gewonnen.

Durch den Rückrunden-Sieg kletterten die Schweriner aus dem Tabellenkeller und waren Zehnte. Am Ende der Saison stiegen sie allerdings als Schlusslicht mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ab. Die Habinghorster, die damals noch Siebte waren, waren auf dem absteigenden Ast. Die Niederlage am Grafweg war die siebte binnen acht Partien. Dem VfB verhalf ein 3:2-Sieg am abschließenden Spieltag gegen die SG Langenbochum auf der Ziellinie zum Klassenverbleib. Ein Jahr später mussten aber auch die Habinghorster den Gang in die Bezirksliga antreten.

Sohlen lösten sich

Gut in Erinnerung ist das Lokalderby dem damaligen Habinghorster Trainer Dieter Beleijew nach dem Blick auf die Zeitungsseite von 2010. Auf der war ein Text mit den Worten überschrieben: „Schuld in die Schuhe geschoben“ – weil Habinghorst-Kapitän Gordon Schwarze und Andre Pape mit kaputtem Schuhwerk zu kämpfen hatten. Die Sohlen lösten sich ab – und es war kein Ersatz vorhanden.

Nur Stollenschuhe, die aber auf dem Kunstrasen nicht getragen werden durften. Beleijew sagte am Dienstag: „So etwas durfte natürlich nicht passieren. Zumal Gordon Schwarze dadurch seinem gefährlichen Gegenspieler Peter Elbers nicht richtig hinterherlaufen konnte. Gordon hat pro Saison aber 28 absolute Topspiele abgeliefert. Da hatte er natürlich das Recht auf zwei schlechte Partien.“ Beleijew wurmte die Niederlage aus zwei weiteren Gründen: Zum einen ist die Spvg Schwerin sein Stammverein. Zum anderen fungierte damals sein Neffe Sascha Beleijew dort als Sportlicher Leiter.

Nur 250 Fans schauten beim Derby am Grafweg zu. Das war wohl auch den Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt geschuldet. Im Hinspiel in der Kampfbahn Habichthorst waren es noch zahlende 600 Zuschauer gewesen. „Gefühlte 800 Zuschauer“, sagte Marc Olschewski, der damals im Habinghorster Mittelfeld agierte, davor und danach aber auch für Schwerin spielte: „Leider hat beim Rückspiel das Wetter nicht mitgespielt. Eigentlich war die Verlegung von Sonntag auf Samstag wie im Hinspiel doch die perfekte Einladung für dieses Spiel.“

Drei Trainer verschlissen

Als Nachfolger von Helmut Schulz war im März 2010 Hans Jürgen Lewark Trainer der Spvg Schwerin. Er rückte von der zweiten Mannschaft (Kreisliga A) auf – und berichtete am Dienstag: „Eigentlich war die Mannschaft von den Namen her absolut top. Mit einigen der Spieler hat es richtig Spaß gemacht zu arbeiten.“ Zwischen den Zeilen hört man beim Coach heraus, was die Spatzen damals von den Dächern pfiffen: Einige blau-gelbe Akteure haben ihr Engagement Woche für Woche vor allem von der Aufwandsentschädigung abhängig gemacht. Nach Schulz und Lewark versuchte sich in Jürgen Klahs noch ein dritter Trainer in der Abstiegs-Saison am Landesliga-Projekt – vergebens.

Lewark saß nach dem Schwerin-Gastspiel bei den A-Junioren des FC Brünninghausen auf der Bank und war bis vor zwei Jahren bei seinem Heimatklub FC Herdecke-Ende Sportlicher Leiter sowie Coach der zweiten Mannschaft.

Derby-Trainer Dieter Beleijew betreute nach seiner Zeit in Habinghorst das Team von Germania Datteln und hatte ein kurzes Gastspiel bei seinem Stammverein Spvg Schwerin. Trotz Anfragen hält er sich seit einigen Jahren aus dem Trainer-Geschäft heraus.

Beinahe hätte es einen Spieler gegeben, der sowohl beim 2010er- als auch beim 2018er-Landesliga-Derby dabei ist. Bastian Fritsch steht im aktuellen Kader von Wacker Obercastrop. Vor acht Jahren war er Schweriner Stammspieler, war aber aufgrund einer Island-Reise verhindert. Nicht zuletzt weil der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull einen Heimflug verzögerte.

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