Kicker erspart Spielertrainer Gang in die Kabine

Auf der Außenbahn

Vergessene Schienbeinschoner, ein Billardspieler auf Reisen, die Frage nach Rollator und Tanztee, ein wiedergenesender Spartenleiter beim SSV und ein Fußballer mit Modelqualitäten. Das sind die Geschichten aus Castrop-Rauxel.

CASTROP-RAUXEL

, 10.04.2017, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kicker erspart Spielertrainer Gang in die Kabine

(v.l.) Tobias Lübke, Ilker Bahcecioglu, Theo Schürhoff, Robert Mathis und Marek Faus.

Ilker Bahcecioglu, Spielertrainer bei der SG Habinghorst/Dingen in der Fußball-Kreisliga B, benötigte zu Beginn der zweiten Halbzeit des Spiels gegen die SG Castrop II Unterstützung von seinem Teamkollegen. Er hatte nämlich seine Schienbeinschoner in der Kabine liegen lassen. Ersatzspieler Aytac Kabadayi lieh ihm spontan seine. Und machte sich dann nach Wiederanpfiff auf, um die Schützer aus den Katakomben zu holen. Die Partie konnte so pünktlich weitergehen.

Marek Faus, tschechischer Billardspieler der Extraklasse des ABC Merklinde, ist in diesen Tagen viel in seinem Sport unterwegs. Erst die am Sonntag endende Team-Europa-Meisterschaft in Prag mit seinem Heimatverein Vitkov Prag. Dann die Einzel-Europameisterschaft im Brandenburger Stahlpalast (28. April bis 7. Mai) in Berlin. Letztlich tritt der Tscheche bei den Play-Offs am 13. und 14. Mai mit dem ABC um die Deutsche Meisterschaft an. Da ist es gut, dass er es zum Training nicht so weit hat und er quasi auf einem Billardtisch schlafen kann. Faus hat in seiner Ickerner Wohnung nun einen großen Billardtisch stehen.

Helmut Schulz, Interimstrainer bei den Kreisliga A-Fußballern des VfB Habinghorst, hatte nach seinem Aus als Trainer der B-Junioren des SV Herbern vor einigen Wochen einen Satz geprägt. Er wolle sich nun darauf konzentrieren, das Team des VfB Habinghorst in der Herner Kreisliga A zu halten. „Wenn das auch nicht klappt, muss ich mir die Frage stellen, ob ich es noch drauf habe. Sonst warten Tanztee und der Rollator...“ Der VfB kann sich nach dem 1:1 vom Sonntag nicht mehr selbst aus dem Abstiegsstrudel ziehen. Ob Helmut Schulz bereits nach der Partie eine der beiden genannten Aktivitäten in Angriff genommen hat, ist nicht überliefert.

Theo Schürhoff, ehemaliger Geschäftsführer des SV Wacker Obercastrop, war bei der Partie gegen Stuckenbusch am Sonntag „nur“ als Zuschauer in der Erin-Kampfbahn anwesend. Um den Hals trug er einen brandneuen Fanschal des Obercastroper Bezirksligisten, den ihm der Vorstand zuvor überreicht hatte. Für Schürhoff, der als Sammler von Erinnerungsstücken aus den vergangenen fünf Jahrzehnten Vereinsgeschichte bekannt ist, kein ungewohntes Utensil, wie er schmunzelnd anmerkte: „Mittlerweile habe ich vier Wacker-Schals.“

Robert Mathis, Fußball-Spartenleiter im Stadtsportverband (SSV), musste zuletzt aus gesundheitlichen Gründen eine kurze Pause einlegen, zeigte sich am Rande des Bezirksliga-Spiels zwischen Wacker Obercastrop und SF Stuckenbusch aber gut erholt. Mathis hatte dabei auch bereits das kommende, weitestgehend spielfreie Wochenende im Blick. „Ich wünsche den Vorstandsmitgliedern und Spielern in den Castrop-Rauxeler Vereinen angenehme und erholsame Osterfeiertage“, ließ er ausrichten.

Tobias Lübke, Fußballer beim Kreisliga A-Spitzenreiter SG Castrop, ist quasi nicht nur Kicker, sondern auch Mode-Modell. Zuletzt kam er im feinen Zwirn in das Stadion an der Bahnhofstraße, als er zu einer Partie nicht auflaufen konnte. Sein Trainer Dennis Hasecke, wiederholte bei der Begrüßung einen Satz, den er schon Wochen zuvor ausgesprochen hatte, nämlich: „Tobi, Du kannst einfach alles tragen und siehst darin gut aus.“ Den ersten Anlass dazu hatte Hasecke, als Lübke vor dem Topspiel gegen die SG Herne 70 in einer Winterjacke des ehemaligen Zweitligisten RW Oberhausen auftrat. Diese hatte Tobias Lübke quasi geerbt – von Mitspieler Tino Westphal, der einst für RWO spielte und aktuell verletzt ausfällt.

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