Malte Jakschik (26) trainiert nach der Olympia-Verschiebung vor seiner Wohnung

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Die vergangenen Jahre waren danach ausgerichtet an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen. Ruderer Malte Jakschik muss sich in Zeiten des Coronavirus nun ohne Wasser fit halten.

Castrop-Rauxel

, 29.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine olympische Goldmedaille fehlt Ruderweltmeister Malte Jakschik (26) vom RV Rauxel noch in seiner Trophäensammlung. 2016 gewann er im Deutschland-Achter die Silbermedaille bei den olympischen Wettkämpfen in Rio de Janeiro.

In diesem Jahr sollte es bei Olympia in Tokio Gold werden. Aber dieser Traum muss auf seine Erfüllung noch ein Jahr warten. Die Olympischen Spiele wurden bekanntlich abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben.

Wir sprachen mit dem 26-Jährigen darüber, wie es ihm kurz nach der Olympia-Absage geht und wie er in Zeiten des Kontaktverbots trainiert.

Hallo, Herr Jakschik! Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen?

Mir geht es eigentlich ganz gut. Ich bin vorzeitig aus dem Trainingslager in Portugal zurückgekommen. Seitdem halte ich mich zuhause bei meiner Familie auf und versuche so gut wie möglich, mit der neuen Situation fertig zu werden. Das einzig Positive ist natürlich, dass ich jetzt mehr Zeit für meine Frau und meinen Sohn habe.

Wie kam es zum Abbruch des Trainingslagers?

Als sich die Corona-Pandemie verschlimmerte, wurden wir vom Deutschen Ruderverband aufgefordert, die Vorbereitung abzubrechen und umgehend nach Hause zu kommen. Das galt übrigens für alle Sportler des Deutscher Olympischer Sportbunds, die sich in Trainingslagern, vor allem im Süden, auf die Olympia-Saison vorbereiteten. Auch die bevorstehenden Welt-Cups in Italien und in Luzern sind abgesagt worden.

Malte Jakschik ist sehr enttäuscht nach der Olympia-Verschiebung. Er sagt: „Jetzt müssen wir neu planen und schauen, wie es weitergeht und wie die nächsten Monate gestaltet werden können.“

Malte Jakschik ist sehr enttäuscht nach der Olympia-Verschiebung. Er sagt: „Jetzt müssen wir neu planen und schauen, wie es weitergeht und wie die nächsten Monate gestaltet werden können.“ © picture alliance/dpa

Doch nun gilt bundesweit ein Kontaktverbot. Wettbewerbe und Trainingseinheiten können ebenfalls nicht stattfinden. Wie trainieren Sie jetzt und halten sich fit?

Ich muss natürlich weiter trainieren. Unser Ruderstützpunkt am Dortmund-Ems-Kanal ist geschlossen worden, sodass wir uns jetzt alle einzeln zuhause fit halten müssen. Wir haben individuelle Trainingspläne von unserem Trainer erhalten. Das spielt sich im Moment leider nur auf dem Ergometer ab, den ich mir vor unserem Haus aufgebaut habe, damit meine Familie nicht gestört wird. Natürlich kann dadurch das Rudertraining auf dem Wasser nicht ersetzt werden. Wenn es demnächst etwas wärmer wird, werde ich auch einige Runden auf dem Rennrad drehen.

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Der Höhepunkt in diesem Jahr wären zweifellos die Olympischen Spiele in Tokio gewesen. Wie stehen Sie zur Absage der Wettkämpfe?

Das ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Es ist zwar frustrierend, aber die Wettbewerbe wären unter diesen Bedingungen nicht fair verlaufen. Eine Verschiebung um ein Jahr macht auf jeden Fall Sinn, schließlich waren erst 55 Prozent unserer Sportler für die Spiele qualifiziert. Der Rest hätte sich noch in Wettkämpfen qualifizieren müssen, die ja jetzt nicht mehr stattfinden. Unser Achter hatte allerdings die Qualifikation für Olympia bereits im letzten Jahr bei den Weltmeisterschaften geschafft.

Wie enttäuscht sind Sie über die Absage?

Ich bin total enttäuscht, genauso wie meine Achter-Kollegen. Unser ganzes Leben der letzten vier Jahre war auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Der Vorbereitung ist alles andere untergeordnet worden. Jetzt müssen wir neu planen und schauen, wie es weitergeht und wie die nächsten Monate gestaltet werden können.

„Unser ganzes Leben der letzten vier Jahre war auf die Olympischen Spiele ausgerichtet.“
Malte Jakschik

Gehen Sie davon aus, dass Sie 2021 auch im Deutschland-Achter sitzen werden, um dann eine neuen Angriff auf die Goldmedaille bei Olympia starten zu können?

Ich glaube schon, dass ich im nächsten Jahr auch dabei bin. Ich hatte mir meinen Platz im Boot bei der Zweier-Überprüfung im Trainingslager zusammen mit meinem Partner Richard Schmidt gesichert, mit dem ich die Qualifikation in den vergangenen Jahren ja auch stets geschafft habe.

Wie sieht es mit der Achter-Besetzung aus? Bleiben alle auch im nächsten Jahr dabei?

Ich gehe davon aus, dass alle weitermachen. Wir haben vier Jahre darauf hingearbeitet und werden versuchen, in Tokio Gold zu holen.


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