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Manfred Koert spielte einst gegen die Europapokal-Helden von Borussia Dortmund

rnWas macht eigentlich...?

Manfred Koert galt in den 1960er-Jahren als einer der besten Fußball-Torhüter Castrop-Rauxel. Im Jahr 1966 lief er sogar gegen die späteren Europapokal-Helden von Borussia Dortmund auf.

von Dieter Duewel

Castrop-Rauxel

, 12.06.2019 / Lesedauer: 5 min

„Das Runde muss in das Eckige!“ – Die alte wie simple Aufforderung von Fußballtrainern an ihre Spieler galt für Manfred Koert in seiner aktiven Sportlerlaufbahn nicht. In den 1960er-Jahren war er als einer der besten Torhüter Castrop-Rauxels bemüht, seinen Kasten rein zu halten. Heute allerdings hat er Spaß daran, den runden Tennisball in das eckige Spielfeld zu platzieren. Mit Erfolg ist der pensionierte Kultur- und Ordnungsamtsleiter der Stadt in der Herren-70-Mannschaft des TC BW Castrop 06 aktiv.

Die Fußballerlaufbahn des gebürtigen Mengeders (Jahrgang 1947) begann auf einem Bolzplatz in Obercastrop. Gegenüber dem Evangelischen Friedhof an der Wittener Straße gab es Ende der 1950er-Jahre Freiflächen, wo sich die Jungen aus der Nachbarschaft zum Pöhlen trafen. Von Anfang an stand Manfred Koert im Tor. „Wahrscheinlich weil ich zu faul war!“, erklärt er augenzwinkernd.

Manfred Koert war schon als Kind sehr groß

Ein Nachbarsjunge, Udo Gödecke, der damals für Castrop 02 spielte, überredete den ‚Manni‘ sich der Schülermannschaft des Vereins anzuschließen. „Da war ich zwölf Jahre alt, also eher ein Spätentwickler in Sachen Fußball. Heute fangen die Kinder ja schon viel früher an Fußball zu spielen.“, erklärt Manfred Koert. „Im Jahre 1962 gab es die Fusion zwischen Castrop 02 und Erin 11 zur SG Castrop, wo ich dann in den Jugendmannschaften versucht habe, den Kasten rein zu halten.“

Es stellte sich bald heraus, dass der Obercastroper wichtige Qualitäten eines Torhüters mitbrachte, was ihm als B-Jugendspieler die Berufung in die Stadt- und Kreisauswahl sowie später auch in die Westfalenauswahl einbrachte. „Ich war im Alter von fünfzehn Jahren bereits so groß wie heute, also recht groß gewachsen, war außerdem sehr reaktionsschnell, hatte ein gutes Auge und konnte die Absicht des Gegners oft erahnen, so dass ich recht viele Elfmeter gehalten habe,“ kann sich Manfred Koert erinnern. „Das gute Auge kommt mir heute noch beim Tennisspielen zugute.“

Manfred Koert spielte einst gegen die Europapokal-Helden von Borussia Dortmund

Manfred Koert (unten, M.) inmitten seiner Teamkollegen bei der SG Castrop. Das Foto entstand am 20. Juni 1963. © Archiv

In den Auswahlmannschaften spielte der Torhüter an der Seite des späteren 23-fachen Nationalspielers Klaus Fichtel, der zu der Zeit als Mittelläufer von Arminia Ickern mit seinem Stellungsspiel und seiner Übersicht Manfred Koert beeindruckte: „Er hatte immer ein Auge dafür, wo der Ball hinkommen würde. Das hat mir als Torwart stets Sicherheit gegeben.“ Darüber hinaus lernte Koert als Keeper der Westfalenauswahl den Weltmeister von 1974, Wolfgang Overath, kennen, der bei einer Begegnung zwischen Westfalen und der Auswahl des Mittelrheins dem späteren DFB-Trainer Karl-Heinz Heddergott in der Sportschule Hennef assistierte.

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Im Alter von 17 Jahren konnte Manfred Koert aufgrund einer Ausnahmegenehmigung in der ersten Mannschaft der SG Castrop spielen, der er, abgesehen von einer Zwischenstation bei Arminia Ickern, in den folgenden Jahren treu blieb. Im Jahre 1964 gelang den Castropern der Aufstieg von der Landesliga in die Verbandsliga, der damals höchsten deutschen Amateurklasse.

Als Manfred Koert den Profis von Borussia Dortmund gegenüber stand

Höhepunkt seiner aktiven Zeit war zweifellos das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund im Jahre 1966, das der SG Castrop in der Kampfbahn an der Ludwigstraße eine ‚volle Hütte‘ bescherte. Mehrere tausend Zuschauer waren Zeuge der 2:7-Niederlage gegen den BVB, der im gleichen Jahr Europapokalsieger der Pokalsieger durch einen Sieg gegen den FC Liverpool im Glasgower Hampden Park wurde. Trotz der sieben Gegentore erinnert sich Koert gern an die Begegnung vor solch einer Kulisse: „Natürlich waren alle sieben Tore unhaltbar!“, kommentiert er - wieder augenzwinkernd - seine Leistung.

Eine schwere Verletzung zwei Jahre später bedeutete dann allerdings das Karriereende des Torwarts, der sich daraufhin für seine berufliche Karriere entschied: „Danach hatte ich Angst, dass mir das auch während meiner Berufsausbildung passieren könnte. Bei einer erneuten Verletzung hätte ich den Inspektorenlehrgang vergessen können.“ Ab 1968 stand somit die berufliche Laufbahn für Manfred Koert im Vordergrund. Zwischen 1963 und 2012 war er in der Verwaltung der Stadt tätig: 17 Jahre als Kulturamtsleiter und 10 Jahre als Ordnungsamtsleiter.

So kam Manfred Koert zum Tennissport

Dem Ballsport ist Manfred Koert allerdings treu geblieben. Zusammen mit seinem Freund Gerd Freiling, späterer erfolgreicher Triathlet und Geschäftsführer des Stadtsportbundes, machte er Ende der 1970er-Jahre die ersten Schritte beim Tennis, zunächst in der Halle des Rudervereins Rauxel: „Der damalige Präsident und Vorsitzende des Stadtsportbundes, Karl Köhle, bot uns Hallenplätze in der RVR-Halle an, in den Sommermonaten natürlich zu günstigen Tarifen“, erinnert sich Koert.

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Es folgten die ersten Anfängerturniere im Tennis-Treff in Henrichenburg, wo sich erste Kontakte zu Spielern des TuS Ickern ergaben. Dort spielte Manfred Koert mehrere Jahre in der ersten Herrenmannschaft bis ihn eine Knieverletzung für sieben Jahre außer Gefecht setzte. Beim TC BW Castrop 06 gelang dann 2006 das Comeback: „Das Knie hat gehalten, so dass ich jetzt die Mannschaftsspiele bei den Herren 70 in der Ruhr-Lippe-Liga genießen kann.“

Manfred Koert spielte einst gegen die Europapokal-Helden von Borussia Dortmund

Heute geht Manfred Koert leidenschaftlich dem Tennissport nach. © Dieter Düwel

Neben der Liebe zum Tennissport hat Manfred Koert schon vor langer Zeit Spaß an der Fotografie gefunden. Der Ruhestand bietet ihm seit einigen Jahren die Gelegenheit, diesem Hobby in der ganzen Welt nachzugehen: „Mein Interesse an Geschichte und Geografie hat mich zu Reisen in ferne Länder inspiriert. Ich habe alle Kontinente kennen gelernt und berichte auch gern darüber.“

Davon profitieren die Mitglieder des TC 06, wo Manfred Koert im Clubhaus regelmäßig Vorträge über seine Reisen hält. Besonders eindrucksvoll sind ihm die Touren im Westen der USA, in Neuseeland sowie in Mittelamerika in Erinnerung.

Wer erkennt sich auf dem Mannschaftsfoto wieder?

Natürlich ist der frühere Torhüter weiter auch am Fußballgeschehen interessiert, hat aber zu seinen früheren Fußballkollegen und zur örtlichen Fußballszene keinen Kontakt mehr. Er würde sich aber sehr freuen, wenn sich jemand auf dem Mannschaftsfoto wiedererkennt und sich melden würde.

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Das Geschehen in der Bundesliga und die europäischen Wettbewerbe verfolgt Manfred Koert sehr genau: „Ich schaue mir die Spiele regelmäßig auf meiner großen Leinwand im Keller an. Als gebürtiger Dortmunder drücke ich natürlich dem BVB die Daumen, bin aber kein Fanatiker und freue mich auch über Bochumer und Schalker Erfolge, aber natürlich nicht im Derby!“

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