Martin Broll vom SuS Merklinde: „Der Spaß ist verloren gegangen“

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Es läuft einfach nicht beim SuS Merklinde: Der Klub rangiert im Keller der Kreisliga A, der Kader ist zu schmal, mit Verstärkungen ist nicht unbedingt zu rechnen. Martin Broll, der Sportliche Leiter, nennt die Gründe.

Merklinde

, 13.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den SuS Merklinde ist es bislang eine Saison zum Vergessen: Nach vier Punkten aus sechs Spielen steht die Mannschaft im Keller der Tabelle der Kreisliga A: Platz 15 und nur einen Zähler besser als der Letzte. Klar, dass sowohl der Sportliche Leiter Martin Broll als auch Trainer Björn Brinkmann alles andere als zufrieden sind mit dem bisher Geleisteten.

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„Enttäuschend“ ist das Prädikat, das Broll dem Saisonstart des SuS Merklinde zuschreibt, Trainer Brinkmann spricht von einem „nicht zufriedenstellenden Beginn“. Kein Wunder: Vier Zähler aus sechs Begegnungen entspricht sicher nicht den Ansprüchen des Vereins, der mittelfristig gerne in die Bezirksliga zurückkehren würde.

In dieser Spielzeit ist allerdings auch einiges anders am Fuchsweg. „Wir wussten von Anfang an, dass es eher eine Übergangssaison wird“, erklärt Brinkmann. Der hatte, gemeinsam mit Didi Gaida, erst im Mai das Traineramt von Vorgänger Marco Gruszka übernommen.

Merklindes Kader ist zu schmal

„Zu dem Zeitpunkt war es dann schwierig, für diese Saison noch Neue dazuzuholen“, sagt Brinkmann. Die Folge: Der Kader Merklindes ist schmal. So schmal, dass der SuS in der derzeitigen Saison-Unterbrechung personell gerne noch nachlegen würde. Das aber gestaltet sich schwierig.

„Wir würden gerne noch zwei, drei Neue zu uns lotsen, die sollen aber natürlich auch mal zum Training kommen und sich mit uns unterhalten können“, erklärt Broll. Das ist angesichts der derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen inklusive Trainingsverbot hinfällig. Positionstechnisch besteht in der Defensive und im Mittelfeld erhöhter Bedarf.

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Bei Merklinde soll es aber nicht nur von der fußballerischen Qualität her passen, bei der Zusammenstellung der Mannschaft wird auch viel Wert auf den Charakter gelegt. „Die Geschlossenheit unter den Spielern ist ja schon immer etwas, das uns stark gemacht hat“, begründet Broll. Dass nun Trainings- und Spielbetrieb flach fallen, trifft Merklinde vielleicht aus genau diesem Grund noch stärker als andere Klubs.

Merklindes Trainer Björn Brinkmann

Merklindes Trainer Björn Brinkmann © Hermann Klingsieck

„Wir sitzen nach dem Training noch zusammen, teilweise bis elf Uhr oder länger. Unsere Mannschaftsabende und -fahrt fallen aus - bei uns ist der Verein für viele auch von hohem sozialen Wert“, sagt Broll, der auch selbst gelegentlich noch mitkickt im Training. Deshalb, so der Sportliche Leiter, habe er momentan kaum noch Freude an seiner Arbeit: „Der Spaß ist aktuell verloren gegangen.“

„Wir gehören da unten nicht hin“

An der Situation können die Verantwortlichen nichts ändern. Was allerdings in ihre Verantwortung fällt, ist die derzeitige Punkte-Ausbeute. „Wir waren nicht so blauäugig, vor der Saison zu sagen, dass wir oben mitspielen“, sagt Brinkmann, „wir sind aber natürlich nicht zufrieden“. Angesichts der Tabellenlage spricht der Trainer sogar von „ein wenig Druck“.

„Unser Kader ist definitiv in der Lage, die Liga zu halten“, bekräftigt Brinkmann aber. Es ginge nun vor allem darum, schnellstmöglich Punkte zu holen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. „Wir gehören da unten nicht hin“, findet auch Broll.

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In der nächsten Saison soll dann nach Möglichkeit alles anders werden - und der SuS Merklinde sich wieder mit dem langfristigen Ziel „Bezirksliga“ befassen können. „Wir wollen da auf jeden Fall früher dran sein, um nicht erneut ins Hintertreffen zu geraten“, verrät Brinkmann. Der Trainer und sein Co Gaida führen deshalb schon jetzt Gespräche für das nächste Jahr.

„Wir wollen breiter aufgestellt sein als jetzt. Natürlich ist aber oberste Priorität, dass wir diese Saison so gut wie möglich beenden“, so Brinkmann. In die Kerbe schlägt auch Broll: „Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen, wenn es nach der Unterbrechung weitergeht.“ Dann wird der Sportliche Leiter auch wieder zum Spaß am Fußball zurückfinden.

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