Merklindes Erfolsstory: Fußball und Feiern

CASTROP-RAUXEL Hurra, der SuS Merklinde ist wieder da. So oder ähnlich wird es im Süden der Europastadt am Sonntagnachmittag geklungen haben. „Da“ ist für den Fußball im Castrop-Rauxeler Süden die Bezirksliga, die eigentlich über 30 Jahre die fußballerische Heimat bedeutete.

von Von Jürgen Weiß

, 26.05.2008, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zur letzten Saison, als sich das Team durch die Liga quälte und zum Abschluss mit nur einem Punkt Unterschied zu zwei anderen Vereinen in die unbekannte Kreisliga A hinunter musste. Dass jetzt der direkte Wiederaufstieg gelang, ist vor allem Martin Broll, dem Merklinder Urgestein zu verdanken, der die Verantwortung in der sportlichen Leitung übernahm und für den der Werdegang seines Heimatvereins zu einer Herzensangelegenheit avancierte.

Zu allererst zauberte er förmlich mit Antonius „Toni“ Kotziampassis einen Spielertrainer aus dem Hut, der als Spieler schon in einigen höherklassigen Vereinen (zuletzt beim SV Sodingen) seine Klasse präsentierte. So lobt Broll seinen Freund, der den Trainer A-Schein besitzt, auch in höchsten Tönen: „Der Toni ist ein Glücksfall für uns; was der weiß und was der den Spielern mitgibt, das ist sensationell.“

"Superfußball und Tore aus dem Lehrbuch" Kotziampassis selbst gibt die schönen Worte gerne zurück: „In Merklinde ist es wunderbar zu arbeiten, diese Harmonie habe ich selten erlebt.“ So scheint der Erfolg auch nicht von ungefähr zu kommen. Broll: „Wir haben Superfußball gespielt und Tore wie aus dem Lehrbuch erzielt.“ Vergessen die Zeit, als man personell geschwächt mit einer 0:5-Klatsche von Arminia Sodingen in die Weihnachtsferien geschickt wurde.

Im neuen Jahr wurde alles anders. Mit Andreas Walther von Arminia Marten und Tobias Ott vom VfR Rauxel hatte man im Winter nachgerüstet und den jungen Burschen im Team hat „der Toni“ verstärkte Einsatzzeiten verschafft. Und dass es nicht nur um Fußball geht, zeigt schon die Maßnahme, dass man nach einem Turnier im Münsterland anschließend gleich im gleichnamigen Dorf einen feucht-fröhlichen Mannschaftsabend inszenierte.

Motivierend für die Erfolgs-Story war sicherlich auch die Zusage des langjährigen Vorsitzenden Peter Hüttner. Der wollte eigentlich schon im letzten Jahr sein Amt zur Verfügung stellen, doch nach einer gedanklichen Kehrtwende, ließ sich der Chef einer Kornbrennerei in diesem Jahr wieder wählen.

Glück am Saisonende Lange Zeit sah es trotzdem nicht nach diesem glücklichen Ende aus. Armina Holsterhausen hatte zeitweise sieben Punkte Vorsprung. Das änderte sich am 4. Mai, da eroberte der SuS Merklinde die Spitze zurück. Der Konkurrent schien geschockt. Die Wanner hatten von da an nichts mehr hinzuzusetzen.

Gleich den ersten Matchball verwandelte Merklinde. Nach dem 6:3 gegen den FC Frohlinde knallten am Fuchsweg die Korken. Die Feier, so Broll und Kotziampassis unisono, ging bis in den Montagmorgen hinein. Sie können also nicht nur gut Fußballspielen, sondern auch schön feiern.

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