Michel Palisaar spricht über seine Trainerrolle

Rudern: Bundesliga

Der Frauen-Achter des RV Rauxel führt seit Saisonbeginn die Ruder-Bundesliga (RBL) an. Im Interview spricht Trainer Michel Palisaar, der in diesem Jahr das Amt von Kai Sporea übernommen hatte, über die konstanten Leistungen seines Teams und seine neue Rolle als Coach.

CASTROP-RAUXEL

, 11.08.2015, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michel Palisaar spricht über seine Trainerrolle

Jubel in Münster: Nach dem dritten Renntag der Saison in der Ruder-Bundesliga freuen sich RVR-Trainer Michel Palisaar (hinten) und seine Schützlinge über die Tabellenführung.

Herr Palisaar, nach Tagessiegen in Frankfurt und Hannover sowie zuletzt Platz zwei in Münster steht ihr Team an der Spitze der RBL-Tabelle. Waren Sie selbst ein wenig vom Erfolg überrascht, nachdem Sie das Training erst zu dieser Saison übernommen haben? Im ersten Moment war ich schon überrascht. Zu Beginn der Saison wusste ich nicht, ob es gut laufen würde, oder ob mein Training gut anschlägt. Bislang war ich vor jedem Renntag nervös. Nun weiß ich, dass wir stets unter die ersten Fünf fahren können.

Beim Renntag in Münster hat der RVR-Achter sehr konstante Leistungen gezeigt. Abgesehen vom Zeitlauf lagen die Ergebnisse stets in derselben Sekunde. Wie gelingt eine solche Konstanz? Unser Boot funktioniert fast in jeder Besetzung gleich gut. Ich besetzte zwischen allen Läufen um. Wir kennen die Distanz (je nach Austragungsort um die 250 Meter; Anm. d. Red.), wie auch ein 400-Meter-Läufer seine Strecke kennt. Natürlich kann es uns dennoch passieren, mal den Start zu verpatzen. Aber in Münster hatten wir keinen Fehler drin.

Jetzt lesen

Sie waren gemeinsam mit ihrem Vereinskameraden Malte Jakschik auch als aktiver Ruderer erfolgreich. Warum wirken Sie nun als Trainer? Ich habe den Leistungssport 2013 an den Nagel gehängt. Da ging mir etwas gegen den Strich. Das zeitintensive Training passte auch mit meinem Studium nicht wirklich zusammen. Ich habe mir die Entscheidung aber nicht leicht gemacht.

Was ging Ihnen gegen den Strich? Da ging es um die individuelle Förderung im Training. Ich hatte das Gefühl, dass ich so mein optimales Niveau nicht erreichen kann.

Wie sind Sie dann dazu gekommen, den Rauxeler Frauen-Achter zu trainieren? Ich habe zuvor das Jugend-Training gemacht. Kai Sporea, der derzeit beruflich und privat recht eingespannt ist, hatte mich dann gefragt, ob ich übernehmen will. Ich kenne die Ruderinnen lange. Das Team ist sehr homogen und versteht sich gut.

2012 hat der RV Rauxel zuletzt einen Männer-Achter in der Ruder-Bundesliga an den Start gebracht. Wird es in absehbarer Zeit wieder eine Männer-Mannschaft in dieser Liga geben? Leider gehe ich nicht davon aus. Ich würde aber sofort mitfahren. 2012 hatten wir einige Leute aus dem U23-Bereich im Boot, die aber aus verschiedenen Vereinen kamen. Die haben eigentlich keine Zeit dafür. Beim RV Rauxel haben wir derzeit nicht genügend Leute für eine Besatzung.

Wie sieht es mit einem erneuten Heimspiel in der Ruder-Bundesliga aus, wie 2009 auf dem Rhein-Herne-Kanal oder 2010 auf dem Oberwasser des Alten Schiffshebewerks Henrichenburg? Auf dem Kanal geht es nicht, wegen der Baustelle (der Rhein-Herne-Kanal wird derzeit ausgebaut; Anm. d. Red.). Das Oberwasser kam wohl bei den Veranstaltern nicht so gut an. Wenn man auf die aktuellen Austragungsorte schaut, sind das auch alles größere Städte.

Lesen Sie jetzt