Mit Corona-Rabatt: Castrop-Rauxeler Sportvereine müssen nun an die Stadt zahlen

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Finanzielle Engpässe befürchten die Verantwortlichen der Vereine, da durch die Corona-Krise ihre Angebote und das Vereinsleben ruhen. Die Stadt Castrop-Rauxel nimmt ihnen nun eine Sorge.

Castrop-Rauxel

, 11.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus beschäftigt wieder große Teile der Gesellschaft und macht auch vor dem Sport in Castrop-Rauxel nicht Halt. Im Frühjahres-Lockdown waren Sportanlagen geschlossen. Spieltage, Kurse und Veranstaltungen fanden nicht statt. Dadurch fehlten den heimischen Sportvereinen Einnahmen – während einige Fixkosten weiterlaufen. Das gilt auch für den November, wo wieder Sportstätten geschlossen sind. Das kostet die Vereine erneut bares Geld.

Ein Posten auf der Ausgabenseite der meisten Klubs: die Sportstättennutzungsgebühr. Die wird in Castrop-Rauxel seit 2013 erhoben. Jeder Verein zahlt eine Jahresgebühr an die Stadtkasse: pro erwachsenem Mitglied 18 Euro, pro Kind 6 Euro.

Beispiel: TuS zahlt normal 5400 Euro

Der Vorstand des Stadtsportverbandes (SSV) erarbeitete dieses Modell vor acht Jahren. 41 der im SSV organisierten Vereine werden seither nach dieser Pauschale abgerechnet. Die Stadtverwaltung hatte zunächst geplant, jede Nutzungsstunde einer Sportstätte für einen Verein mit 10 Euro zu berechnen. Sechs Clubs zahlen nach dem Modell.

Michael Fischer, ehemaliger Vorsitzender des TuS Henrichenburg mit Fußball- und Gymnastik-Abteilung, machte im Frühjahr mit uns eine Rechnung für seinen Club auf: „Mit unseren 500 Mitgliedern werden pro Halbjahr 2700 Euro fällig, also 5400 Euro im Jahr.“ Hälftige Überweisungen sind stets am 15. Mai und am 15. November fällig.

Bürgermeister Rajko Kravanja sagte im Frühjahr eine Lockerung zu. Für jene Monate und Wochen, in denen Sportplätze, Hallen und Bäder aufgrund der Corona-Krise nicht genutzt werden konnten, sollte keine Gebühr berechnet werden. Kravanja sagte unserer Redaktion damals: „Sie heißt Sportstättennutzungsgebühr. Wenn Sportstätten nicht genutzt werden können, ist es nur gerecht, wenn wir den Vereinen das Geld für diese Zeit erstatten.“

Damals sagte er auch zu, man werde rückblickend mit spitzem Bleistift auf den Tag genau rechnen, wie lange die Sportstätten nicht genutzt werden konnten. Der 15. Mai wurde als Zahlungstag ausgesetzt. Der SSV-Vorsitzende Ulrich Romahn bezeichnete das damals als „starkes Zeichen unseres Bürgermeisters“.

Vereine zahlen nur die Hälfte

Spitz gerechnet wurde am Ende nicht, sondern überschlagen: Die Stadt erhebt in diesem Jahr nun die Hälfte der eigentlich üblichen Beiträge, also für sechs statt zwölf Monate. Das gilt unabhängig von der Länge des Lockdowns, der aktuell läuft. Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Stadtsprecherin Julia Schulz: „Die großzügige Berechnung der hälftigen Nutzungspauschale war schon im Hinblick auf eventuelle weitere Schließungen erfolgt. Weitere Kürzungen sind aktuell nicht geplant.“

Mitte Oktober wurden die Vereine in einem Schreiben der Stadtverwaltung informiert. Fällig wird die Pauschale fürs ganze Jahr 2020 am 15. November. Der SC Arminia Ickern zum Beispiel mit seinen 116 erwachsenen und 134 minderjährigen Mitgliedern erhielt eine Rechnung in Höhe von 1446 Euro.

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