Mit der Familie ein paar Bälle schlagen, ist willkommene Abwechslung während Corona-Krise

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Der Tischtennisball ruht. Nur wer eine eigene Platte zu Hause hat, kann während der Corona-Krise mit seiner Familie dem sportlich Hobby frönen. Für alle anderen gibt es eine Durststrecke.

Rauxel

, 21.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Castrop-Rauxeler Tischtennisspieler sitzen derzeit sportlich auf dem Trockenen. Der Ligabetrieb ist wegen der Corona-Krise ausgesetzt, ebenso das Training. Doch hier und da geht hinter verschlossenen Türen das Spiel mit dem kleinen Kunststoffball weiter.

In manchen Haushalten finden sich Tischtennisplatten, die sich in dieser Zeit besonderer Beliebtheit erfreuen. Bei Katharina Kruse finden sich sogar zwei Spieltische, eine Platte in normaler Größe im Garten. „Da sind wir, wenn das Wetter mitspielt; es darf auch nicht zu windig sein“, sagt Katharina Kruse. Die Mitarbeiterin der Technischen Universität Dortmund hat ihre beruflichen Pflichten in die eigenen vier Wände verlagert, macht derzeit Home-Office. Die Töchter Maxi (13) und Juli (8) sind derzeit ebenfalls daheim, die Schulen geschlossen.

Mini-Platte im Wohnzimmer

„Sportliche Ablenkung ist da immer willkommen“, so Katharina Kruse. Sie und ihre beiden Töchter spielen ansonsten bei der DJK Roland Rauxel. Nun spielen zu Hause. Und wenn das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, steht im Wohnzimmer noch eine Miniaturplatte parat. Auch Ehemann Ulf Baranowski spielt gerne mit. Bislang nur zu Hause, vielleicht in Zukunft ebenfalls bei Roland Rauxel.

Jessica Siersicki-Rogge (v.l.), Lea Siersicki, Artur Siersicki und Philipp Rogge schlagen ein paar Bälle, wenn sie Lust haben. Der Trainingsbetrieb bei der DJK Roland Rauxel ruht.

Jessica Siersicki-Rogge (v.l.), Lea Siersicki, Artur Siersicki und Philipp Rogge schlagen ein paar Bälle, wenn sie Lust haben. Der Trainingsbetrieb bei der DJK Roland Rauxel ruht. © privat (Artur Siersiecki)

Auch Artur Siersiecki hat eine Tischtennisplatte daheim. Mit Ehefrau Jessica Siersicki-Rogge, Philipp Rogge (13) und Lea Siersicki (8) steht er am Spieltisch, der in Philipps Zimmer aufgebaut ist. „Wir sind im Prinzip alle im Tischtennis aktiv“, sagt Artur Siersiecki „in letzter Zeit haben wir eher wenig gespielt, aber mal schauen, wie sich das entwickelt.“ Jessica Siersicki-Rogge ist bei einem Arzt beschäftigt. Artur Siersiecki arbeitet im Großhandel. „Ich weiß aber nicht, wie lange ich noch arbeiten darf“, sagt er, „wenn wir Lust haben, gehen wir rauf und schlagen ein paar Bälle. Aber wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir gesund bleiben. Alles andere ist Nebensache.“

Fortsetzung der Saison ungewiss

Zur Nebensache gerät auch der Ausgang der Tischtennis-Saison, die seit 13. März ausgesetzt ist. Nicola Schuchardt ist Kapitänin der Verbandsliga-Frauen beim Post SV. Ihr Team befindet sich im gesicherten Mittelfeld. „Es ist fast alles entschieden“, erklärt Schuchardt, „vielleicht wird es im unteren Teil der Tabelle noch ein Spiel geben.“ Hier ginge es um den Klassenverbleib und es könnte frühestens Mitte April über die Bühne gehen - falls die Sperrung der Sportstätten auf Erlass der Landesregierung nicht verlängert wird.

Die achtjährige Juli hat derzeit unfreiwillig schulfrei. Ein paar Bälle an der Tischtennisplatte sind ein willkommene Ablenkung.

Die achtjährige Juli hat derzeit unfreiwillig schulfrei. Ein paar Bälle an der Tischtennisplatte sind ein willkommene Ablenkung. © Katharina Kruse

Die Corona-Krise hat auch Nicola Schuchardts Leben auf den Kopf gestellt. Sie hatte sich vor Wochenfrist noch auf ein stressiges Wochenende eingestellt. Ligaspiel am Samstagabend, Tanzturnier mit Töchterchen Lotta (5) am Sonntagmorgen. „Und dann 48 Stunden plötzlich nichts mehr“, erklärt Nicola Schuchardt. Unverhoffte Freizeit hat sie aber nur bedingt. Lottas Kindergarten ist geschlossen.

Sportlicher Ausnahmezustand könnte länger dauern

Auch für Robin Gude, Sportwart von Roland Rauxel und Kapitän der Landesliga-Mannschaft, bedeutet die Corona-Pandemie einige Umstellungen. „Ich habe als Student nun Home-Office, einige Klausuren sind ausgefallen“, sagt Gude, „ich halte mich mit Kraftübungen fit.“ Wohl eher für den mentalen Ausgleich. Ansonsten müsse sich jeder Spieler selbst um seine körperliche Fitness kümmern. „Das macht jeder für sich, wir sind ja keine Profis“, so Gude.

Der Vereinsvorstand tage per Videokonferenz. Die Jahreshauptversammlung abgesagt. Offenbar rechnet niemand mit einem schnellen Ende des sportlichen Ausnahmezustands. „Vor den Sommerferien“, so Robin Gude, „werden wir sicherlich kein Tischtennis-Event mehr sehen.“

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