Nach Jadgszenen in Herne: So wollen die Schiedsrichter in Zukunft mit BW Baukau umgehen

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Die Spieler des SuS Merklinde II haben in Baukau einen Albtraum erlebt. Ebenso wie der junge Schiedsrichter Torben Röhrs. Die Schiedsrichtervereinigung denkt nun über Konsequenzen nach.

Castrop-Rauxel

, 10.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Massenschlägerei und Jagdszenen: Was sich auf dem Sportplatz von BW Baukau am Sonntag abspielte, war auch für den jungen Schiedsrichter Torben Röhrs kein Alltag.

Der Referee, Anfang 20, leitete die Kreisliga-C-Partie zwischen BW Baukau und dem SuS Merklinde und stand selbst im Mittelpunkt, als er einem Merklinder Spieler in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte zeigen wollte.

Anschließend eskalierte die Situation, doch Röhrs hatte Glück im Unglück. „Er kam heile vom Sportplatz und ist gut heimgekommen“, berichtete der Castrop-Rauxeler Gregor Werkle, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, am Montag.

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Schiedsrichter suchte Schutz bei den Zuschauern

Laut Augenzeugen soll Röhrs bei dem Teil der Zuschauer Schutz gesucht haben, der sich nicht an der Massenschlägerei beteiligte. Allerdings sollen auch in Richtung des Referees Beleidigungen und Drohungen ausgesprochen worden sein.

„Das ist eine neue Dimension, die hiermit erreicht wurde.“
Gregor Werkle

Die Schiedsrichter-Vereinigung des Kreises Herne/Castrop-Rauxel wolle nun über mögliche Konsequenzen beraten, sofern BW Baukau eine Strafe erhält. „In Deutschland gilt zunächst einmal die Unschuldsvermutung, daher bin ich bei Aussagen zu Konsequenzen vorsichtig“, so Gregor Werkle. „Allerdings hat der Schiedsrichter den Sachverhalt sehr detailliert in einem Sonderbericht beschrieben.“

Er selbst sei erschüttert über die Szenerie, die sich in Baukau abgespielt habe. „Das ist eine neue Dimension, die hiermit erreicht wurde. Dass sich auch Zuschauer einschalten, habe ich in der Form noch nicht erlebt“, sagte Werkle.

Erst kürzlich gab es auf dem Sportplatz des FC Frohlinde eine Schlägerei - vor den Augen der Kinder beim Pit-Steinert-Gedächtnisturnier. Eine Häufung solcher Vorfälle sei aber bislang nicht zu erkennen.

In Essen wurde ein Fußballer lebenslang gesperrt

Anders ist das im Essener Fußballkreis: Dort kam es in den vergangenen Jahren des Öfteren zu Berichten von Massenschlägereien. Im Jahr 2015 boykottierte sogar eine komplette Liga die Spiele des Kreisligisten BV Altenessen. Ein Spieler von Altenessen wurde lebenslang gesperrt, nachdem er einen Spieler zu Boden geworfen und auf diesen eingeschlagen hatte.

So weit ist es in Castrop-Rauxel bislang nicht gekommen. Dennoch kündigte der Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, Gregor Werkle, für die kommenden Partien mit Beteiligung von BW Baukau Konsequenzen an.

„Sofern wir für diese Spiele einen Schiedsrichter ansetzen, wird das ein erfahrener Referee sein“, so Werkle. Ob es überhaupt einen Schiedsrichter bei den Spielen gibt, das entscheidet sich aber erst wenige Tage zuvor. Dem Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel fehlen nämlich 25 Referees, um alle Spiele besetzen zu können.

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