Nationalmannschaft findet einfach keinen Trainer

Korfball

CASTROP-RAUXEL Immerhin dies steht fest: Die deutschen Korfballer treffen in der Vorrunde der Europameisterschaft auf Titelverteidiger und Gastgeber Niederlande, den WM-Zehnten Ungarn und den Neuling Serbien. Völlig unklar scheint derzeit jedoch zu sein, wer die Nationalmannschaft dann im Oktober 2010 betreuen wird.

von Von Carsten Loos

, 18.11.2009, 10:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Detlef Dülfer.

Detlef Dülfer.

Ein Jahr nach dem Rücktritt von Auswahl-Coach Thorsten Cramer (KC Grün-Weiß) und seinem Co-Trainer Thomas Kupka (TuS Schildgen) ist nämlich immer noch kein Nachfolger für das vermeintlich wichtigste Amt im deutschen Korfball gefunden.

Eine Lösung mit ausländischen Bewerbern wie etwa Manfred Hofstede (Niederlande), einst mit DOS 46 Europa Cup-Gewinner, ist nach einer Umfrage im Sommer unter Vereinen und Spielern vom Tisch. Wegen der ehrgeizigen Pläne der Trainer, erklärte der Landesfachwart Detlef Dülfer (Castrop-Rauxel/KJ Lünen), aber auch wegen der Finanzierung.Es geht um die WM-Tickets

So läuft alles auf eine vermeintlich kleine, deutsche Lösung hinaus. Doch auch hier sind ernsthafte Kandidaten rar gesät: Harold Kuklinski (KC Grün-Weiß) hat sich nach der U23-WM zurück gezogen. U21-Trainer Henning Eberhardt (SG Pegasus) sei noch zu nah an der Mannschaft dran, betonte Dülfer. Fabian Rodenbach (TuS Schildgen) wolle dagegen noch weiter spielen. Dülfer selbst ist seit kurzem als Berufsschullehrer in Amt und Würden: „Ich werde kaum außerhalb der Ferien drei Wochen frei für ein solches Turnier bekommen.“

Derweil kommt der EM-Vorrunde womöglich ungeahnte Bedeutung zu. Bei dem kontinentalen Titelkampf werden die Tickets für die Weltmeisterschaft 2011 in Shaoxing (China) vergeben. Lediglich acht Teams, also jeweils die beiden Gruppenersten, haben einen Startplatz unter den 16 WM-Teilnehmern in jedem Fall sicher.Brisantes Duell gegen Ungarn

Weshalb für Deutschland das Duell gegen Ungarn große Brisanz im Kampf um die Qualifikation bekommt. „Die Ungarn liegen uns nicht wirklich“, warnt denn auch Dülfer. In der Tat: Bei der verkorksten WM 2007 verlor Deutschland mit 16:17 und stürzte so in unbekannte Abgründe, ins Spiel um Platz elf. Da wartet eine große Aufgabe auf den neuen Nationaltrainer - egal, wie er denn heißen wird.

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