Nele Borkenhagen spielt jetzt in der Regionalliga

Serie: "Auswärtsspiel"

In zahlreichen Vereinen in Castrop-Rauxel sind die heimischen Sportlerinnen und Sportler aktiv. Doch auch außerhalb der Europastadt üben einige von ihnen ihren Sport aus - um höherklassiger zu spielen oder um besondere Trainingsmöglichkeiten zu nutzen, so wie die Volleyballerin Nele Borkenhagen.

CASTROP-RAUXEL

11.08.2016, 10:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nele Borkenhagen im Volleyball-T-Shirt des Junior College im texanischen Odessa. Nach ihrem Aufenthalt in den USA spielt die Habinghorsterin jetzt wieder für den TV Gladbeck.

Nele Borkenhagen im Volleyball-T-Shirt des Junior College im texanischen Odessa. Nach ihrem Aufenthalt in den USA spielt die Habinghorsterin jetzt wieder für den TV Gladbeck.

Nach dem Abitur ist man sich häufig nicht sicher, was man eigentlich machen möchte. Direkt ein Studium oder eine Ausbildung antreten, ist eine Möglichkeit. Allerdings steht auch die weite Welt offen. Au-pair in den USA oder Work and Travel in Australien sind wohl am populärsten. Dafür war Nele Borkenhagen aus Habinghorst mit ihren 16 Jahren noch zu jung, als sie im Juni 2015 mit dem Abitur am Ernst-Barlach-Gymnasium fertig war.

Ins Ausland wollte sie aber dennoch. "Weil das alles nicht ging, habe ich mich für ein Volleyball-Stipendium beworben", sagt Nele. Daraufhin bekam sie von verschiedenen Colleges Anfragen. Der erste Kontakt kam über den Video-Telefondienst Skype zustande. Am besten gefiel ihr das Junior College in Odessa, Texas. "Ich hatte das Gefühl, dass es passt", so Nele.

In den USA hat der Hochschulsport eine völlig andere Bedeutung als etwa in Deutschland. Jedes College in den Vereinigten Staaten hat sein eigenes Sportprogramm, mit dem sich die übrigen Studierenden identifizieren können, alle Statistiken der Sportler werden individuell erfasst. Spielen die besten Football-Mannschaften gegeneinander, füllen über 100.000 Zuschauer die Stadien. Mit anderen Worten: College-Sport ist Kult.

Organisiert wird der Hochschulsport in der NCAA (National Collegiate Athletic Association). Nele Borkenhagen spielte in der NJCAA, dem Pendant für Junior Colleges. Im komplexen Meisterschafts-Format mit einer Vorrunde, aus der eine Setzliste für die Hauptturniere entsteht, musste sich die heute 17-Jährige mit ihrer Mannschaft erst im Finale geschlagen geben.

Der Alltag in Texas war mit Volleyball vollgepackt. Training stand jeden Tag auf dem Programm, teilweise bis zu drei Mal am Tag. Am Wochenende fuhr Nele dann noch zu Turnieren und Spielen. Untergebracht war sie in einem Studierendenwohnheim.

Seit Mai 2016 ist Nele Borkenhagen zurück in Castrop-Rauxel. Volleyball spielt sie nun mit dem TV Gladbeck in der Regionalliga. Auch vor ihrem USA-Aufenthalt war sie dort schon aktiv. "Es wurde dann abgesprochen, dass ich anschließend wieder für Gladbeck spiele", erklärt die 17-Jährige.

In Neles Heimatstadt Castrop-Rauxel wird derzeit kein Volleyball im Ligabetrieb gespielt. Ihre Laufbahn in dieser Sportart begann aber vor acht Jahren beim TB Rauxel unter Trainer Uwe Schönknecht. Anschließend übernahm Neles Mutter Kerstin Borkenhagen die Jugendmannschaft beim TB Rauxel.

Der Weg ihrer Tochter führte dann weiter zum TV Datteln. Nach drei Jahren zog Nele Borkenhagen weiter zu Union Lüdinghausen in die Jugend-NRW-Liga. Für die Damen spielte sie in der Bezirksliga und kämpfte sich bis in die Regionalliga nach oben. Nach viereinhalb Jahren folgte dann der Wechsel nach Gladbeck. Im Oktober wird die Habinghorsterin dann ihr Studium beginnen. Sie hat sich für Medienwissenschaften an der Ruhr Universität in Bochum eingeschrieben.

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