Obercastrop hat kein finales Glück

Fußball: Kreispokal

Das Kreispokal-Endspiel zwischen dem Oberliga-Aufsteiger Westfalia Herne und dem Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop war am Donnerstag ein echter Krimi. Letztlich unterlagen die Castrop-Rauxeler nur unglücklich nach Elfmeterschießen mit 6:7 (2:2/1:1/1:0). Die Begegnung am Vatertag war spektakulär - auch wegen der Verlängerung bei hochsommerlichen Temperaturen und einem Notarzt-Einsatz.

CASTROP-RAUXEL

, 26.05.2017, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Obercastrop hat kein finales Glück

Obercastrops Bastian Niebert (r.) wurde nach einem Solo gegen fünf Herner durch ein Foul gebremst.

Kreispokal-Finale SC Westfalia Herne - SV Wacker Obercastrop 7:6 n.E. (0:1)

In der Extra-Spielzeit hatte Manuel Backes in der 124. Minute (vierte Minute der Nachspielzeit) mit 2:2 das Elfmeterschießen erst ermöglicht. Backes war es auch, der das Spiel für die Wackeraner vom Punkt aus hätte entscheiden können. Torwart Jan Niklas Herden hatte durch seine Parade gegen den Herner Kevin Steuke den Vorteil geholt. Doch Backes scheiterte beim Stand von 5:4 an Keeper David Wassmann. Alexander Wagener, der in der Verlängerung des Elfmeterschießens die Verantwortung übernahm, schaufelte die Kugel über das Tor hinweg - und Herne war Kreispokalsieger.

Die Obercastroper konnten sich nur damit trösten, dass sie als Endspielteilnehmer die Qualifikation für den Westfalenpokal-Wettbewerb in der Tasche haben. Der Trost wirkte nach dem Abpfiff des Pokal-Nachmittags im von der Sonne durchflutenden Herner Stadion am Schloss Strünkede nicht wirklich. Da hatte das Wacker-Team wie von Trainer Aytac Uzunoglu angekündigt, jede Menge Leidenschaft eingebracht. Das war sichtbar. Die Aussage des Trainers während der Begegnung stimmte: "Wir spielen jetzt auf Augenhöhe."

Hatte man in der ersten halben Stunde da noch Bedenken, wischten Stefan Kitowski, Moritz Budde, David Queder und Bastian Niebert - um nur die vier zu nennen - diese mit ihren Aktionen mit zunehmender Spielzeit weg. Da nahm das Spiel des Bezirksligisten Fahrt auf. Mit ersten Nadelstichen Richtung Herner Tor wurden offensive Zeichen gesetzt. Einer Kombination über Kitowski und Queder fast wie im Training folgte durch das 1:0 (45.+2) durch Maik Bothe.

Die Hausherren schienen geplättet. Ihr Trainer Christian Knappmann brachte drei neue Spieler nach der Halbzeit. Das schien Erfolg zu haben. Maurice Kühn köpfte das 1:1 (57.). Im Gegenzug spielte Niebert fünf Gegner aus - und gab damit zu verstehen: "Wir sind noch da." Vor allem, als Hernes Marko Onucka wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. Schiedsrichter Inan Bulut (DJK Falkenhorst) und seine Assistenten Tim Zahnhausen (Spvg Horsthausen) sowie Dominik Olschowski (Spvg Schwerin) hatten alles im Griff.

Die Ereignisse überschlugen sich. Erst köpfte Kühn das 2:1 (97.). Dann bekam Hernes Robin Klaas einen Ball aus kurzer Distanz an den Hals. Es gab einen Notarzteinsatz und 17 Minuten Unterbrechung. Herne war nur noch zu neunt, versuchte mit allen Tricks über die Runden zu kommen. Bastian Fritsch sah sich provoziert und musste mit Rot gehen (120./Ballwegschlagen Richtung Herner Bank). Dann kam der späte Auftritt von Backes zum 2:2. Mehr Spannung ging nicht.

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