Organisator des Basketball-Turniers von meincastrop.de 2005 sagt: „Es kribbelt wieder"

rnSport-Geschichte

Im Sommer 2005 ging ein einmaliges Turnier über die Bühne. Später gründeten die Organisatoren die Basketball-Abteilung des Castroper TV. Eine Neuauflage ist nicht ausgeschlossen.

Castrop

, 19.05.2020, 09:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Anfang der 2000er-Jahre war gewiss eine aufregende Zeit für Basketball in Deutschland, aber auch in Castrop-Rauxel. Superstar Michael Jordan war kurz davor, zum dritten Mal in seiner NBA-Karriere zurückzutreten. Populär blieb das Spiel hierzulande trotzdem. Ein junger, schlaksiger Würzburger namens Dirk Nowitzki machte sich in den Vereinigten Staaten so langsam einen Namen.

In dieser Zeit wurden auch junge Castrop-Rauxeler basketball-sozialisiert. Zum Beispiel Christopher Hols, damals Anfang 20.

Es begann im Sommer 2002. Mit dem heutigen Trainer des Castroper BC, Holger Jansen, warf er auf dem Pausenhof der Willy-Brandt-Gesamtschule ein paar Körbe. So ging das ein paar Jahre.

Zehn Teams dabei

Zeitgleich entwickelte sich das Internet rasant. Die lokale Online-Community meincastrop.de wuchs. Hols war dort Moderator - und brachte schließlich das Netz und den Basketball zusammen. Mit Stefan Kresse organisierte er im Sommer 2005 den ersten (und einzigen) "meincastrop-Basketball-Cup" für Hobbyspieler. „Warum wir das damals nicht wiederholt haben, kann ich gar nicht mehr genau sagen", sagt der heute 35 Jahre alte Hols. Die meincastrop-Community wurde mit der Zeit kleiner. Viele verabschiedeten sich langsam Richtung StudiVZ oder später Facebook. „Es zeigt aber auch: ein lokales Internet-Netzwerk wie meincastrop war seiner Zeit weit voraus", so Hols.

Zehn Mannschaften kamen im Juni 2005 in die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule. Acht aus Castrop-Rauxel, zwei aus Bochum. Letztere gewannen. „So wie man das als guter Gastgeber gerne macht", sagt Hols.

Der Handballer Stefan Kresse (am Ball) war 2005 Mit-Organisator des Basketball-Turniers an der Bahnhofstraße.

Der Handballer Stefan Kresse (am Ball) war 2005 Mit-Organisator des Basketball-Turniers an der Bahnhofstraße. © Volker Engel

Einfaches Spiel

Den Nerv der Zeit trafen sie damals allemal. Heute hat sich die Streetball-Kultur stark gewandelt. Gezockt wird zwar noch in Deutschland, im Ruhrgebiet aber längst nicht mehr so verbreitet wie, so Hols. Trotzdem sollte 3x3-Basketball in diesem Jahr zum ersten Mal ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen werden. Dabei ist der Reiz an Streetball offensichtlich - wie bei Fußball auf dem Bolzplatz.

„Es ist ein einfaches Spiel, man braucht einen Ball und einen Korb. Wie beim Fußball, wo man nur zwei Tornister aufstellen muss und ein Tor hat", erklärt Hols. „Diese Einfachheit macht es aus. Ob es Zwei-Gegen-Zwei oder Drei-Gegen-Drei ist." Und es sei nicht so verbindlich wie Vereinssport. „Nicht alle wollen sich einer Taktik unterordnen, sondern lieber ihre Freiheit haben. Ich kenne exzellente Streetballer, die im Verein nicht so gut waren."

Bis in die Bezirksliga

Viele Castrop-Rauxeler, am Ende waren es so rund 15 bis 20, die mit Hols und Jansen an der WBG-Halle gespielt hatten, probierten es anschließend im Verein. Mit Erfolg. 2006 gründeten Hols und seine Mitstreiter die Basketball-Abteilung des Castroper TV. „Der Reiz war da, sich mit unserer Truppe auch mit anderen Mannschaften zu messen. Anfangs waren wir das relativ erfolglos, aber haben es später dann als zweites Castrop-Rauxeler Team nach dem CBC in die Bezirksliga geschafft." 2013 hat sich das Team wieder abgemeldet.

Hols hatte danach noch an der Uni in Bochum Basketball gespielt. Heute lebt er im Rheinland. Sein Arbeitgeber sponsert den Bundesligisten aus Bonn. Ab und zu ist er da, wirft sonst mal ein paar Körbe. Das war es aber auch.

Bis in die Bezirksliga schafften es das Basketball-Team des Castroper TV (rot-weiße Trikots), das nach dem meincastrop-Turnier aus der Taufe gehoben wurde.

Bis in die Bezirksliga schafften es das Basketball-Team des Castroper TV (rot-weiße Trikots), das nach dem meincastrop-Turnier aus der Taufe gehoben wurde. © Jens Lukas

Neuer Reiz durch Jordan-Doku

Seit einigen Wochen läuft eine Dokumentation über die Karriere von Michael Jordan. „Da kribbelt es schon, wenn man das sieht", so Hols. „Werfen geht, die Bewegungen auf dem Feld rosten aber schnell ein." Aber würde es denn für eine Neuauflage des meincastrop-Turniers reichen? „Nachdem ich den alten Zeitungsartikel gesehen hatte, meinten Holger und ich, dass es dafür mal an der Zeit wäre." Die Community müsste sich dafür nur über andere Wege verabreden. meincastrop.de ist seit einigen Jahren offline.

Der Zeitungsausschnitt von 2005

Der Zeitungsausschnitt von 2005 © jens lukas

Das stand damals im Zeitungsartikel zum Turnier:

Am Ende ließen die Castrop-Rauxeler ihren Gästen aus Bochum den Vortritt. Die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule war die Bühne für das erste Turnier um den „mc­Basketball-Cup“ für Hobby­spieler.

Von wegen nur vorm Com­puter sitzen und nichts von Sport wissen wollen: Die Internet-Community „MeinCastrop.de“ veranstalteten in Zu­sammenarbeit mit dem Stadt­sportverband {SSV) das Tur­nier für Dreier-Teams, das am Ende die „L.A. Finest“ aus Bochum gewannen. Die beste Mannschaft aus der Europastadt landete unterdessen auf Rang drei: Tischtennisspieler Christopher Sauer, Handballer Jan Rosendahl sowie Thomas Buchta und Bartosch Wrowlewski bildeten die Formation „Nation of Hoop“.

Den „Dreier-Contest“ gewann indes Handballer Rosendahl. Er hatte nach 15 Würfen (drei verschiedene Stationen) mit den meisten versenkten Weitwürfen die Nase vorn.

Christopher Hols, Moderator bei „meincastrop.de“ hatte den Turniertag in der WBG-Sporthalle an der Bahnhofstraße ins Leben gerufen. Und zehn Mannschaften waren gekommen - acht aus Castrop-Rau­xel und eben die beiden Gewinner-Teams aus Bochum.

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