Radfahren als Ersatz fürs Laufen beim Sportabzeichen? - Viele machen einfach beides

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Auch vollgeparkte Straßen halten die Aktiven beim Castrop-Rauxeler Sportabzeichen nicht ab. Über 40 Minuten lang zogen die Radfahrer ihre Runden im Ickerner Industriegebiet.

Ickern-End

, 28.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Startschuss der Sportabzeichen-Saison 2020 Anfang Juli wurden am abschließenden Samstag des Monats auch zum ersten Mal die Prüfungen im Radfahren und Walken abgenommen. Es war die erste von insgesamt drei Abnahmen. Am letzten August-Samstag und am letzten September-Samstag können sich die Sportler und Sportlerinnen erneut in diesen Disziplinen beweisen.

Zum Auftakt stellten sich zwölf Teilnehmer unterwegs unter widrigen Wetter-Bedingungen den verschiedenen Herausforderungen. Zehn davon waren mit dem Rad unterwegs, zwei zu Fuß.

Ein Schild wies die Autofahrer darauf hin, dass am letzten Juli-Samstag die erste Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen am Ickerner Rapensweg über die Bühne ging.

Ein Schild wies die Autofahrer darauf hin, dass am letzten Juli-Samstag die erste Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen am Ickerner Rapensweg über die Bühne ging. © Nele Borkenhagen

Zunächst stand der Fahrradsprint über 200 Meter auf dem Programm. Damit die Zeiten richtig erfasst werden konnten, teilten sich die Verantwortlichen um Sportabzeichenwartin Ute Spengler auf: Volker Bleck per Telefon das Startsignal an Spengler und Ulrike Bleck weiter, die im Ziel mit der Stoppuhr die Sportler im Ickerner Industriegebiet einzeln in Empfang nahmen - und hin und wieder auch den Verkehr regeln mussten. „Aber wir hatten heute eigentlich durchweg nette Autofahrer", erklärt Spengler schmunzelnd. In den vergangenen Jahren sei es hingegen öfter auch mal zu Diskussionen gekommen.

Am letzten Juli-Samstag ging die erste Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen mit Ute Spengler am Ickerner Rapensweg über die Bühne.

Am letzten Juli-Samstag ging die erste Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen mit Ute Spengler am Ickerner Rapensweg über die Bühne. © Nele Borkenhagen

Das Problem: parkende LKW

Problematischer sieht Spengler da eher die am Straßenrand parkenden LKW: „Das ist schon extrem mit den Lastern, und es werden von Jahr zu Jahr immer mehr." Noch könne die Strecke am Rapensweg im Ickerner Industriegebiet aber für das Sportabzeichen genutzt werden.

Nicht genutzt werden können momentan allerdings die beiden Sportplätze, an denen sonst die Leichtathletikprüfungen stattfinden. So wird die Anlage an der Uferstraße für das Sportabzeichen 2020 nicht mehr zur Verfügung stehen - die Renovierungsarbeiten werden dort bis zum Ende der Saison andauern. Planmäßig soll es ab Mitte August jedoch im Stadion an der Bahnhofstraße wieder losgehen können. „Das haben wir auch so unseren Sportlern gesagt", so Spengler. „Ich wäre wirklich dankbar, wenn das dann so auch klappt. Zur Not kommen wir auch zurecht, wenn die Bahnen noch keine neuen Markierungen haben." Dann werde man die entsprechenden Strecken halt selbst abmessen.

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Eigentlich der Ersatz für das Laufen

Ohne Leichtathletik würden freilich einige Sportabzeichen-Disziplinen wegfallen. Wie etwa der 3.000 Meter-Lauf. Dieser kann aber durch andere Leistungen ersetzt werden - so können die Sportler entweder 7,5 km Walking absolvieren oder aber 20 km Radfahren - auf acht Runden mit jeweils 2,5 km.

Am letzten Juli-Samstag gab es zwei Walking-Teilnehmer bei der ersten Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen.

Am letzten Juli-Samstag gab es zwei Walking-Teilnehmer bei der ersten Radfahr- und Walking-Prüfung für das Sportabzeichen. © Nele Borkenhagen

Auch wenn es nur wenige als wirklich Ersatz ansehen. Denn „viele machen einfach alles, was wir anbieten, und versuchen sich in den verschiedenen Disziplinen", betont Ute Spengler. So kann jeder aus feststellen, was schwerfällt und welche Anforderungen besser zu meistern sind. Für Spengler gibt es da aber eine Tendenz: „Für die Jugend ist das Radfahren mit den gesetzten Normen des DOSB eine Herausforderung. Für die älteren Sportler sind die zu leistenden Zeiten da schon humaner."

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Zu den Senioren gehören auch Friedhelm Stoll und Norbert Keymer. Beide gehörten mit knappen 41 Minuten zu den schnellsten Fahrern. „Ich bin zufrieden, da hat sich der Sprint am Ende noch gelohnt", freut sich der 76-Jährige Keymer. „Aber schneller geht es nicht mehr, da hilft auch kein Training", erklärt er lachend. Und Stoll, bereits stolze 82 Jahre alt, denkt bereits über das nächste Rennen nach: „Im nächsten Jahr dann auf ein Neues, oder?", fragt er. Von Keymer kam da sofort ein Nicken.

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