Rassismus im Sport: Castrop-Rauxeler Trainer kämpft gegen Vorurteile

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Seit dem Tod von George Floyd in den USA spricht die Gesellschaft verstärkt über Rassismus. Der Castrop-Rauxeler Fußball-Trainer Yannick Grondin muss das ganze Jahr lang dagegen ankämpfen.

Castrop-Rauxel

, 05.06.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Rassismus prägt seit dem Todesfall des dunkelhäutigen Amerikaners George Floyd das Bild in den Medien und den Sozialen Netzwerken. Viele Menschen solidarisieren sich gegen Rassismus und zeigen das zum Beispiel unter dem Hashtag #blackouttuesday oder #blacklivesmatter - sie färben die sozialen Medien schwarz.

Der Franzose Yannick Grondin, der seit 19 Jahren in Deutschland lebt, wurde in der Vergangenheit des Öfteren Opfer von Rassismus. Der 42-jährige Castrop-Rauxeler, der als Trainer für den künftigen Fußball-Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel tätig ist und in der Veranstaltungsbranche arbeitet, freut sich über die Aktionen im Internet: „Das ist schön. Zum Teil werden dadurch auch Freundschaften verstärkt“, sagt er.

Reine Klickhascherei oder ernsthaftes Interesse?

Sein Trainerkollege Patrick Stich, einer seiner besten Freunde, postete beispielsweise gemeinsame Bilder der beiden. „Wir sprechen des Öfteren über dieses Thema. Allerdings stellt sich mir bei anderen Menschen bei solchen Aktionen die Frage: Wollen die Leute nur Klicks haben oder interessieren sie sich wirklich für den Kampf gegen Rassismus?“, sagt Yannick Grondin.

Seit 2013 arbeiten Patrick Stich (l.) und Yannick Grondin gemeinsam als Fußballtrainer. Zunächst beim SC Arminia Ickern, derzeit beim FC Castrop-Rauxel. Aus dem Trainerdasein entstand eine gute Freundschaft.

Seit 2013 arbeiten Patrick Stich (l.) und Yannick Grondin gemeinsam als Fußballtrainer. Zunächst beim SC Arminia Ickern, derzeit beim FC Castrop-Rauxel. Aus dem Trainerdasein entstand eine gute Freundschaft. © Volker Engel

Der 42-Jährige, der in Frankreich im Pariser Vorort Cergy aufgewachsen ist, hat Rassismus schon oft am eigenen Leibe zu spüren bekommen. „Auch in Frankreich geht die Polizei nicht immer toll mit Dunkelhäutigen oder Ausländern um“, sagt der Castrop-Rauxeler mit Blick auf den Tod von George Floyd in den USA.

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Auf den heimischen Fußballplätzen sei der Rassismus nahezu alltäglich. Gegnerische Spieler würden ihn beleidigen oder auslachen, weil Yannick Grondin gerade in der Hektik eines Spiels grammatikalische Fehler passieren können.

Grondin möchte immer gegen den Rassismus angehen

Der Castrop-Rauxeler weist aber auch darauf hin, dass es Rassismus nicht nur zwischen „Weiß und Schwarz“ gebe. „Es gibt auch ‚Schwarz gegen Araber‘ oder Streitigkeiten unter Leuten verschiedener Religionen. Wir müssen nicht nur über dieses Thema sprechen, wenn es mal wieder akut ist, sondern eigentlich immer dagegen ankämpfen“. sagt Yannick Grondin.

Aus Sicht des gebürtigen Franzosen müsste vor allem die Kommunikation der Menschen untereinander besser werden, um den Kampf gegen den Rassismus besser aufnehmen zu können. Der Spruch „Geh dahin, wo du herkommst“ fällt beispielsweise immer wieder auf den Sportplätzen.

Yannick Grondin entgegnet: „Viele wissen gar nicht, dass ich aus Frankreich komme und seit 19 Jahren in Deutschland wohne. Es gibt immer viele Vorurteile, auch weil die Leute nicht miteinander sprechen. Sie beschränken sich nur auf das Äußerliche.“

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