Referee aus Castrop-Rauxel pfeift unverhofft DFB-Pokal-Endspiel

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Für Fußball-Deutschland stand der Samstag (4. Juli) im Zeichen der DFB-Pokal-Endspiele - der Frauen in Köln und am Abend der Männer in Berlin. Auch Castrop-Rauxel hatte Aktien in diesem Event-Tag.

Castrop-Rauxel

, 05.07.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der FC Bayern München hat sich durch ein 4:2 im Endspiel in Berlin gegen Bayer Leverkusen zum insgesamt 20. Mal den DFB-Pokal gesichert. Einige Stunden zuvor gab es in Köln ein spannendes Finale bei den Frauen. Hier setzte sich mit 7:5 nach Elfmeterschießen der Favorit VfL Wolfsburg gegen die SGS Essen durch. Mittendrin: eine Castrop-Rauxelerin. Die aus Habinghorst stammende Unparteiische Nadine Westerhoff (DSC Wanne) leitete die Partie im Rhein-Energie-Stadion. Ihr attestierten Sina Diekmann (SF Sölderholz/Dortmund) und Annika Paszehr (Schwerte).

Nadine Westerhoff (Mitte/Mädchenname Nadine Matthes) ist in Habinghorst aufgewachsen und war sportlich in der Leichtathletik beim TuS Ickern sowie im Fußball bei Arminia Ickern sowie später bei der Spvg Schwerin zuhause.

Im DFB-Pokal-Finale der Frauen am 4. Juli 2020 zwischen dem VfL Wolfsburg und der SGS Essen fungierte im Rhein Energie Stadion die Castrop-Rauxelerin  Nadine Westerhoff (r) als Schiedsrichterin.

Im DFB-Pokal-Finale der Frauen am 4. Juli 2020 zwischen dem VfL Wolfsburg und der SGS Essen fungierte im Rhein Energie Stadion die Castrop-Rauxelerin Nadine Westerhoff (r) als Schiedsrichterin. © picture alliance/dpa

Eine große und besondere Auszeichnung

„Das ist eine große und besondere Auszeichnung für mich – vor allem aber auch für jede einzelne im Team“, betonte die 37-jährige Nadine Westerhoff, als sie zu der kurzfristig veröffentlichten Nominierung Rede und Antwort stand. Eine Ansetzung für das DFB-Pokalfinale der Frauen sei ohne Zweifel der Höhepunkt in der Karriere einer Schiedsrichterin. „Man freut sich sehr, wenn man dieses besondere Spiel einmal in der eigenen Laufbahn pfeifen darf“, so Westerhoff. Für sie hatte sich nach eigener Aussage die Nominierung schon angebahnt. Wahrscheinlich wollte der DFB mit einer Bekanntgabe warten, bis der abschließende Corona-Test letzte Zweifel ausgeräumt hatte.

Eine Erinnerungsmedaille bekam die Castrop-Rauxelerin Nadine Westerhoff (r) nach ihrem Endspiel-Einsatz im DFB-Pokal überreicht.

Eine Erinnerungsmedaille bekam die Castrop-Rauxelerin Nadine Westerhoff (r) nach ihrem Endspiel-Einsatz im DFB-Pokal überreicht. © DFB

Im Spiel stand Westerhoff mehrfach im Mittelpunkt: Beim Elfmeterschießen, bei dem sie auf sich früh bewegende Wolfsburg-Keeperin Friederike Abt achten musste. In der regulären Spielzeit musste sie sechs Tore notieren und zeigte zudem Gelbe Karten.

Keine Zuschauer, kein Bankett, keine Siegerehrung – dieses Jahr war aufgrund der Corona-Pandemie auch im Finale vieles anders als sonst, doch das Schiedsrichterinnen-Team nahm dies sportlich. Westerhoff: „Natürlich finden wir es schade, dass das Pokalfinale dieses Jahr nicht vor Zuschauern stattfindet und die Atmosphäre dadurch eine andere sein wird. Wir nehmen es jedoch so an und freuen uns sehr, dass wir Teil des diesjährigen Pokalfinals sein dürfen.“

Westerhoff pfeift seit 2014 in der 1. Frauen-Bundesliga

Nadine Westerhoff pfeift seit 2014 in der 1. Frauen-Bundesliga. Für die gebürtige Castrop-Rauxelerin, die mittlerweile in Bochum wohnt, ist es das zweite Finale: Bereits 2017 nominierte die DFB-Schiedsrichterkommission die Unparteiische als Vierte Offizielle für das Endspiel am 27. Mai in Köln zwischen dem SC Sand und dem VfL Wolfsburg. Die 37-jährige leitet zudem Spiele in der Oberliga der Herren und assistiert bis zur Regionalliga West und war 2019 Referee des Finals um die Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg.

Nadine Westerhoff (Mitte/Mädchenname Nadine Matthes) ist in Habinghorst aufgewachsen und war sportlich in der Leichtathletik beim TuS Ickern sowie im Fußball bei Arminia Ickern sowie später bei der Spvg Schwerin zuhause.

Nadine Westerhoff (Mitte/Mädchenname Nadine Matthes) ist in Habinghorst aufgewachsen und war sportlich in der Leichtathletik beim TuS Ickern sowie im Fußball bei Arminia Ickern sowie später bei der Spvg Schwerin zuhause. © David Hennig

2006 die Prüfung bestanden

Als die Habinghorsterin im Jahr 2006 ihre Schiedsrichterprüfung bestanden hatte, hatte sie wohl selbst nicht mit einem so rasanten Aufstieg gerechnet. Die Castrop-Rauxelerin ist bereits seit 2012 als Schiedsrichterin auf der DFB-Liste. Als Vierte Offizielle war Nadine Westerhoff sogar schon bei einem Länderspiel dabei: 2017 beim Duell zwischen Deutschland und Kanada in Erfurt. Sie kümmerte sich um das Organisatorische vor, während und nach dem Spiel.

2005 hatte der damalige Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses, Markus Häbel, der Reiseverkehrskauffrau die Pfeife ans Herz gelegt. „Ich hätte früher auf ihn hören sollen“, reflektierte Nadine Westerhoff Jahre danach. „Als mir dann bei einem Hallenturnier ein Eigentor unterlaufen ist, habe ich mich für das Schiedsrichterwesen entschieden“, ergänzt sie lachend.

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