RVR-Frauen wollen keine Gurkentruppe sein

Auf der Außenbahn

Die Achter-Frauen des RV Rauxel haben die Rowing Champions League gewonnen. Damit steht natürlich außer Frage, dass die RVR-Crew eine Gurkentruppe sein könnte, auch wenn ein kulinarisches Geschenk an das Team einen anderen Eindruck erweckt. Hier gibt es zahlreiche Anekdoten von den heimischen Sportanlagen.

CASTROP-RAUXEL

, 21.09.2015, 16:28 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ralf Kochstädt, früherer Trainer des Castroper TV, musste sich am Sonntagmorgen selbst das Handball-Dress überziehen. Der 56-Jährige half als Keeper beim 22:21-Sieg über den HSC Haltern-Sythen 4 in der 3. Kreisklasse aus. Nach dem Spiel gab es ein Sonderlob von CTV-Coach Thorsten Stiller: „Danke, dass er sich zur Verfügung stellt. Er zeigte ein starkes Spiel.“ Sohn Alexander Kochstädt berichtete: „Mein Vater hat seinen Einsatz gut überstanden und sogar noch das Spiel der Frauen zuvor gepfiffen.“

Ron Hibbeln, Fußballspieler des TuS Bövinghausen, war davor ein Jahr beim SuS Merklinde sowie eine halbe Saison bei der Spvg Schwerin aktiv. Beim Spiel gegen den FC Frohlinde kam der junge Kicker erst in der 30. Minute ins Spiel und sorgte auf der Außenbahn für frischen Wind. Das werden auch seine Eltern gesehen haben. Die wurden – wie der Schreiber dieser Zeilen - Opfer einer groß angelegten Straßensperre wegen einer Demonstration. Die Folge war eine wahre Odyssee für wenige Meter zum Sportplatz.

Fabian Wolf, Trainer der Bezirksliga-Handballerinnen im TuS Ickern, gestand nach dem 19:17-Sieg seines Teams gegen den HSC Haltern-Sythen ein, dass er nicht ganz unschuldig daran sei, dass seine Spielerinnen zu Beginn der Partie „gerädert“ wirkten. Diese waren am Samstagabend zu Gast beim Wolfs Polterabend. Fabian Wolf: „Ich heirate in zwei Wochen und an dem Abend war gefühlt der komplette TuS Ickern bei mir zu Gast.“

Patrick Schulte, Handballer der HSG Rauxel-Schwerin, hatte am Sonntag einen kleinen aber feinen Anteil am 23:23 des Bezirksliga-Teams gegen den HTV Recklinghausen. Er stand nach 59 Minuten auf der Bank die abschließenden 17 Sekunden im Tor – und ließ keinen Treffer zu. Der Grund für die späte Einwechselung. Die Nummer Eins, André Weinert, hatte sich eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe eingehandelt.

Michael Prause, 1. Vorsitzender des SuS Pöppinghausen, war am Sonntag beim Spiel des SuS II bei der Spvg Schwerin II als Verantwortlicher mit auf dem Berg. Und freute sich nicht nur über Gespräche mit Peter Wach, Geschäftsführer der „Blau-Gelben“. Sondern darüber, dass die auswärts wohnenden, Dominik Fritsch und Thomas Lehmann, mit von der Partie waren. Prause: „Die haben beide Dauerkarten für Borussia Dortmund und wenn Borussia zuhause spielt, sind die auch bei uns hier dabei.“

Sascha Knauf, Handballspieler des TuS Ickern und seit Saisonbeginn Trainer der C-Jugend, konnte sich in der vergangenen Woche über eine eisgekühlte Torte zu seinem Geburtstag (14. September) freuen. Bevor der Kreisläufer der ersten Mannschaft in der Halle ankam, hatten zwei seiner Schützlinge einen Kuchen „zum Auftauen“ in den Regie-Raum gebracht. Die Freude war hinterher riesengroß und lecker war es sicherlich wohl auch.

Michel Palisaar, Trainer des RVR-Frauen-Achters, bekam beim Empfang zu Ehren des neuen Titelträgers der Ruder-Bundesliga, ein wirklich hübsch gestaltetes Präsent überreicht. Eine der Mütter der Rauxeler Ruderinnen – so war aus Mannschaftskreisen zu erfahren – hatte den erfolgreichen Achter von der Wartburginsel geschickt aus Lebensmitteln nachgebildet: Tomaten, Mozzarella-Käse und Gurken. Eine wirklich schöne Geste. Zur Auswahl der Zutaten, sei hier nur mal augenzwinkernd angemerkt: Die RVR-Crew ist nun wirklich keine „Gurkentruppe“.

Svenja Prang, Athletin des Rauxeler Frauen-Achters, war das erste Besatzungsmitglied, das der Chronist dieser Zeilen nach dem Sieg in der Ruder Champions League ans Telefon bekam. Sie sei – so ließ sie wissen – gerade in einer Filiale einer bekannten Fast-Food-Kette. Von dort aus stand sie Rede und Antwort. Nach der anstrengenden und vermutlich entbehrungsreichen Saison, sei dem RVR-Team ein Ausflug in eine Fast-Food-Bude von Herzen gegönnt. Ob dort tatsächlich Burger geordert wurden - und ob diese eventuell mit Gurken belegt waren (siehe oben) - ist indes nicht überliefert.

Fatih Kantarci, Fußballer beim Kreisliga B-Spitzenreiter Arminia Ickern, wurde am Sonntag von seinen Mitspielern in Szene gesetzt, obwohl er beim 3:0-Sieg gegen den SV Wanne 11 II gar nicht vor Ort war. Das Team schickte dem Abwehr-Mann ein Foto zu, auf dem es sein Trikot und sich selbst mit einer Schnuller-Geste präsentierte. Damit gratulierten die Arminen dem frisch gebackenen Vater zur Geburt von Sohn Emir.

Magdalena Jakschik, und ihre Mitstreiterinnen im RV Rauxel-Frauen-Achter, waren am Sonntag gleich mehrfach im Fernsehen zu sehen. Nach dem Sieg in der Ruder Champions League bedachte das ZDF das überaus erfolgreiche Team von der Wartburtinsel, mit einem mehrminütigen Beitrag am Sonntagnachmittag. Zur Mittagszeit – als der Wettkampf noch lief – war die RVR-Crew bereits bei Pro Sieben in Werbespots zu sehen. Dort warb der Internet-Dienst Sportdeutschland.tv um Zuschauer. In der jeweils letzten Einstellung des Werbeclips war „die rote Lore“ – auf diesen Namen haben die Rauxelerinnen ihr Boot getauft – inklusive Crew, mehrfach im Bild.

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