Schranke zu - Radprofis brettern vor TGV über die Schienen

Castrop-Rauxeler Fahrer mittendrin

Sieben Sekunden trennten die Radprofis beim Eintagesrennen Parix-Roubaix von einem Schnellzug an einem geschlossen Bahnübergang. Auch der Castrop-Rauxeler Radprofi Marcel Sieberg fuhr noch über den Bahnübergang - er habe nicht mehr stoppen können. Die französische Eisenbahn SNCF hat eine Strafanzeige angekündigt, weil die Teilnehmer des Rennens nicht gehalten haben.

Paris/Castrop-Rauxel

, 13.04.2015, 20:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Millionen Fernsehzuschauer konnten live diesen extrem schweren und unverantwortlichen Verstoß feststellen, der tragisch hätte enden können", teilte die SNCF am Montag mit. Deshalb habe sie entschieden, eine Anzeige gegen Unbekannt zu stellen.

Die Schranke hatte sich geschlossen, während Renn-Teilnehmer am Sonntag den Übergang in der Kommune Wallers - etwa 85 Kilometer vor dem Ziel - passierten. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass einige Radfahrer die bereits gesenkten Halbschranken umkurvten. Kurz darauf fuhr ein TGV vorbei.

Der Castrop-Rauxeler Radprofi Marcel Sieberg, der die sinkende Schranke auf dem Rücken zu spüren bekam, berichtete: "Es war kein Läuten zu hören und kein Streckenposten hat uns gestoppt. Weil die Felge an meinem Hinterrad gebrochen war, war ich durch die Kommunikation per Funk mit unserem Service-Wagen kurz abgelenkt und hätte nicht stoppen können. Wenn mich die Schranke am Kopf getroffen hätte, wäre ich auf die Schienen gefallen. Nicht auszudenken, was dann hätte passieren können. Jetzt tun mir alle Knochen weh; ich freue mich auf ein paar freie Tage ohne Rad." Sieberg kam am Ende heile als 36. ins Ziel. Der Thüringer John Degenkolb gewann den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix als erster Deutscher seit 119 Jahren.

Mit Material von dpa

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