Schwerin verpasst den Paukenschlag - Tabellenführer am Rand der Niederlage

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Eine Fehlentscheidung hat die Spvg BG Schwerin um den sicher geglaubten Sieg gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Nordkirchen gebracht. Der Trainer sieht aber auch eine eigene Mitschuld.

Schwerin

, 13.10.2020, 08:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spitzenspiele im Fußball entpuppen sich schon mal als Luftblasen, die in taktischen Zwängen ersticken. Nicht so das Topspiel der Bezirksliga 9 auf dem Schweriner Berg zwischen Verfolger Spvg BG und dem souveränen Spitzenreiter FC Nordkirchen. Mit der Einschränkung, dass allein der Gastgeber beim 1:1 spitze war, während Nordkirchen nur reagierte und kaum agierte.

Redebedarf für Trainer Hasecke

Dass es trotzdem nur ein 1:1 wurde, lag an einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Dieter Leusing (Herne), der mit seinem Elfmeterpfiff in der 97. Minute die Schweriner Fußballer ins „Tal der Tränen“ stürzte. Und dafür sorgte, dass es nach dem kurze Zeit später erfolgten Schlusspfiff zu Rudelbildungen kam, die sich aber schnell wieder auflösten.

Schwerins Trainer Dennis Hasecke hatte Redebedarf mit Schiri Leusing, bekam auf seine Frage: „Warum dieser Elfmeter?“ keine wirkliche Antwort, da sich der Schiedsrichter auf keine Diskussion einließ. Trotz der Enttäuschung fand Hasecke im Spielerkreis tröstende Worte: „Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft und haben Nordkirchen an die Wand gespielt. Die hatten im gesamten Spiel keine Torchance. Kopf hoch, Jungs, das war richtig gut.“

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Mit etwas Abstand gestand Hasecke ein: „Wir sind auch selber Mitschuld, dass dieser ungerechtfertigte Elfmeter uns den Sieg gekostet hat. Aus unseren vielen Chancen hätten wir das 2:0 und 3:0 machen müssen, dann wäre dieser Elfmeter völlig egal gewesen.“ Nordkirchens Trainer Mario Plechaty teilte Haseckes Meinung: „Das war bestimmt das unverdienteste Unentschieden, das ich je gesehen habe. Wir nehmen diesen Punkt aber gerne mit.“

Bestes Spiel seit Jahren

Letztlich beklagte Hasecke, dass in den Topspielen beim FC Roj (2:4) und nun gegen Nordkirchen (1:1) sein Schwerin jeweils in der Nachspielzeit Punkte liegen gelassen hat. „Am erfolgreichen Abschluss müssen wir arbeiten, ansonsten haben wir beide Male hervorragende Spiele abgeliefert“, so Hasecke.

Trotz des 1:1 war es wohl das Beste, was die leider erneut nur 150 Fans auf dem Berg in den letzten Jahren von der Spvg BG geboten bekamen. Hochmotiviert ging jeder Schweriner Spieler die Aufgabe an. Bezeichnend für dieses Topspiel war, dass es Nordkirchens erste Torchance in Minute 35 gab.

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Und dafür war sogar der Schweriner Ali Caliskan zuständig, dem eine Kopfball-Rückgabe zum Tor zu hoch geriet, so dass Keeper Cedric Niemeyer den Ball soeben mit den Fingerspitzen erwischte. Das war’s aber mit Nordkirchener Chancen – was sonst auf Niemeyers Bude kam, waren nur Peanuts.

Viele Insider am Platz

Schwerins Spieler des Tages war Kapitän Kevin Wagener, der Traumpässe in die Spitze schlug. Die schnellen Außen Nico Chrobok und Timo Ballmann waren zumeist die Adressaten, letztlich gelang denen der entscheidende Pass in die Mitte nicht, oder FC-Keeper Sandhowe war zur Stelle.

Warum Wagener bei seinen Pässen jedoch so viel Platz gelassen wurde, ist eher unverständlich. Was auch Olfens Sportchef Norbert Sander erkannte, der mit Trainer Jupp Ovelhey live vor Ort war, da sein SuS sich in Corona-Quarantäne befand.

Und auch einige Spieler von Olfens eigentlichem Gegner FC Castrop-Rauxel waren nach ihrem 7:2-Sieg im Testspiel gegen Hagens Kreisliga-A-Spitzenreiter SC Obersprockhövel II nach Schwerin gefahren, um sich den FC Nordkirchen anzuschauen – dorthin reisen sie am Sonntag (18. Oktober).

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