Schwerins "Django" schießt den Tabellenführer ab

Fußball-Landesliga 3

CASTROP-RAUXEL Welch eine Sensation: 5:2 siegte die Spvg Schwerin gegen den dominanten Tabellenführer der Fußball-Landesliga 3, SW Wattenscheid 08. Ein Spieler mit dem Spitznamen "Django" machte seinem Namen dabei alle Ehre.

von Von Jürgen Weiß

, 08.11.2009, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Cihangir Sahinli (l.) erzielte vier Treffer.

Cihangir Sahinli (l.) erzielte vier Treffer.

Dieser Sieg zwingt vielleicht das Beben auf dem Schweriner Berg zur Ruhe. Der Vorsitzende Horst-Dieter Reuter schon vor den Toren erklärt: „Die Harmonie ist zurück.“ Wohlgemerkt tätigte der BG-Chef diese Aussage, nachdem die Gäste ihre Führung (0:1/53.) feierten. Ein Tor wie aus dem Nichts, wie es eben gut stehende Teams auch höherklassig immer wieder vorleben. Dabei hatten die Hausherren bis dahin die besseren Gelegenheiten besessen. Weil zum Beispiel Chris Kasprzak (8.) oder Enver Muzaffer (36.) ihre Chancen alleine vor Tor und Torwart nicht nutzten, erinnerten den Betrachter die Fehlschüsse ganz stark an die Niederlage gegen Günnigfeld. Da ging der Schuss ja nach hinten los.

Diesmal nicht, weil die Hausherren die Mannen von Trainer und Ex-Profi Eduard Buckmaier so beschäftigten, dass die erwartete Dominanz nie sichtbar wurde. Ganz im Gegenteil: Schwerin bestimmte das Tempo. Hinten klärten die Defensivstrategen oder der bis auf das unglückliche Gegentor sichere Keeper Mehmet Elikalfa. Vorne ging die Post ab, wenn der schnelle Sahinli auf die Reise ging. Wenn es in der ersten Halbzeit oft nach zu leichtsinniger Spielerei aussah, wurde es später richtig ernst für Wattenscheid. Nach einer Stunde wurde Sahinli gefoult und nahm zum Elfmeter gleich auch selbst den Ball in die Hand. Während Zuschauer und Reservespieler noch die alte Weisheit „Der Gefoulte soll nicht schießen“ zitierten, haute der Stürmer das Leder vom Punkt aus humorlos zum 1:1 (60.) ins Netz.

Die Gäste fielen vom hohen Ross, konnten überhaupt nicht mehr entscheidend eingreifen. Ganz anders die andere Seite. Ahmed Caki schickte Sahinli in die Gasse: 2:1 (64.). Das Spiel nahm seinen Lauf und das hatte auch nichts damit zu tun, dass ein Gästespieler die Gelb-Rote (67.) sah. Seinen Hattrick machte Sahinli, der wieder als gelegtes Opfer den Strafstoß selber schoss, mit dem 3:1 (67.) perfekt. Einen hatte Django noch (4:1/78.), ehe Lewark ihn unter Applaus gegen Vaidas Rocys auswechselte. Der machte das 5:2 (89.), nachdem Wattenscheid vorher per Elfmeter zum 2:4 (82.) zu verstärkter Konzentration aufforderte.

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