Sieberg als "Schlusslicht" auf das Dach der Tour

CASTROP-RAUXEL Gemeinsam waren sie stark - und gemeinsam haben sie auf der neunten Etappe der 94. Tour de France auch die letzten Alpengipfel überwunden. Allerdings hat der Castroper Radprofi Marcel Sieberg viele Plätze eingebüßt.

von Von Carsten Loos

, 17.07.2007, 21:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 71 anderen Fahrern im so genannten Gruppetto beendete Sieberg vom Team Milram die 159,5 Kilometer lange Fahrt über das Dach der Tour, als 133. mit einem Rückstand 28:51 Minuten auf den südamerikanischen Tagessieger Mauricio Soler (Team Barloworld) aus Kolumbien.

Nach dem Ruhetag türmten sich zwischen Val d´Isere und Briancon der Col de l´Iseran (2770 m) gleich nach dem Start und zum Schluss der Col du Galibier (2642 m), beides Berge der Hors Kategorie (höchste Einstufung) auf. Den unteren Teil des Anstiegs zum Galibier würzte der Col du Tèlègraphe (1566 m) aus der Kategorie 1.

Letzter am l´Iseran

Für Tour-Neuling Sieberg ging es erwartet schwer los. "Ich mag es überhaupt nicht, wenn es ohne Einrollen direkt hoch geht", hatte der 25-jährige Castrop-Rauxeler schon im Vorfeld eingeräumt. Und so erreichte er prompt als letzter Fahrer den Col de l´Iseran, die höchste asphaltierte Passstraße Europas. "In der Abfahrt habe ich dann die große Gruppe wieder eingeholt", berichtete Sieberg aus dem Ziel. Das war die halbe Miete für den Europastädter: "Ich habe dann für den Anstieg zum Galibier die richtige Gruppe für mich gefunden und bin ohne Probleme, aber ganz schön müde ins Ziel gekommen." Sieberg ist nun in der Gesamtwertung 146., 1:31:51 Stunden hinter dem Dänen Michael Rasmussen (Team Rabobank) im Gelben Trikot.

Zweitlängste Etappe der gesamten Tour

Mit ihrer zehnten Etappe lässt die 94. Tour de France am Mittwoch, 18. Juli, die Bergriesen der Alpen hinter sich. Das Mittelmeer ruft nach einer 229,5 Kilometer langen "Abfahrt" von Tallard (Start um 12 Uhr/ab 14.05 Uhr im Ersten) nach Marseille. Die zweitlängste Etappe dieser Frankreich-Rundfahrt beginnt auf 611 Metern Meereshöhe und endet am Mittelmeer - auf dem Vorplatz des Fußballstadions von Olympique Marseille. Zwischendurch warten je zwei Bergwertungen der Kategorien 3 und 4.

Die nächsten drei (Flach-)Etappen vor dem Zeitfahren in Albi (21. Juli) und der ersten Bergetappe in den Pyrenäen (22. Juli) sind dann eher Siebergs Terrain. Und prompt gibt er sich angriffslustig: "Wenn es sich ergibt, werde ich nochmal was probieren." Wie auf der zweiten Etappe, als er in einer dreiköpfigen Ausreißergruppe erst drei Kilometer vor dem Ziel in Gent (Belgien) eingeholt wurde. Sieberg: "Wenn es nicht klappt, fahren wir alle für ,Ete´." Milram-Kapitän Erik Zabel nimmt jetzt auch wieder das Duell gegen Tom Boonen (Belgien/Quickstep) um das Grüne Trikot auf - ganz anders als im Gruppetto auf dem Col du Galibier.

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