Siebergs Angst vor Terror bei Radrennen

Risiko bei Großveranstaltungen

Gut gerüstet fühlt sich der Castrop-Rauxeler Rad-Profi Marcel Sieberg vor dem Startschuss zur neuen Saison. Beim Winter-Training auf Mallorca holt er sich mit seinem belgischen Team Lotto Soudal die Wettkampf-Härte vor dem ersten Rennen: Die Mallorca Challenge Ende Januar. Mit Blick auf die großen Veranstaltungen der Saison macht sich Sieberg aber auch Gedanken, die nichts mit Sport zu tun haben.

CASTROP-RAUXEL

, 13.01.2016, 05:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Siebergs Angst vor Terror bei Radrennen

Ende Oktober hatte der Castrop-Rauxeler Radsportprofi Marcel Sieberg (Mitte) zusammen mit seinem Sprint-Kapitän André Greipel sowie Ruben Zepuntke für Düsseldorf als Startort der Tour de France 2017 geworben – mit Erfolg.

Wie schon im vergangenen Jahr lassen Sieberg und sein Sprintkapitän André Greipel die "Tour Down Under" in Australien aus. Dort hatte Greipel in den Jahren zuvor zwei Gesamtsiege gefeiert, sagt aber: "Ich möchte wie 2015 meinen Fokus in einigen Punkten verändern und erhoffe mir durch die Umstellung neue Impulse im Hinblick auf das eine oder andere Rennen im Frühjahr."

Marcel Sieberg berichtet: "Wir haben fast dasselbe Programm wie im vergangenen Jahr. Da ist es ohne Australien gut für uns gelaufen. Deshalb gehen wir erneut so vor." Nach dem Trainingslager auf Mallorca und der Mallorca Challenge am 28. Januar geht es nach Portugal zur Algarve Rundfahrt, wo Greipel 2015 die Abschluss-Etappe von Beja nach Faro (212 Kilometer) gewann.

Auf Rio verzichtet

Danach folgen bereits die Frühjahrs-Klassiker: "Omloop Het Volk" am Samstag, 27. Februar, und "Kuurne-Brüssel-Kuurne" am Sonntag, 28. Februar. Laut Marcel Sieberg seien für Greipel und ihn auch die Klassiker Saisonhöhepunkte. Danach gelte es sich für die Tour de France vorzubereiten. Einen Auftritt bei den Olympischen Spielen in Rio hat das Duo abgesagt, nachdem der Streckenverlauf feststand. Marcel Sieberg betont: "Das ist nichts für uns als Sprinter. Bei dieser Strecke geht es immer nur bergauf."

Angesprochen auf die Gefahr, dass bei einer Radsport-Großveranstaltung ein Terroranschlag passieren könnte, sagt Marcel Sieberg: "Man versucht das zu verdrängen, aber die Angst fährt durchaus mit. Es wird nicht einfacher, Radrennen zu organisieren, weil Terroristen solche Großveranstaltungen nutzen wollen, um auf sich aufmerksam zu machen"

Sein Sprintkapitän Greipel hatte ein Schlüsselerlebnis bei der abschließenden Tour de France-Etappe 2015, die er in Paris gewonnen hatte. Er berichtet: "Aus dem Augenwinkel habe ich die Silhouette einer Person gesehen, die auf die Strecke lief - und befürchtete das Schlimmste. Ich habe eigentlich nur noch auf den Knall gewartet." Die scheinbar drohende Tragödie blieb glücklicherweise aus.

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