Siege für Wacker und Spvg / Wilder Kick in Frohlinde

Fußball: Bezirksliga

Durch einen 2:1-Sieg gegen den VfB Waltrop hat sich Wacker Obercastrop im Mittelfeld der Tabelle etabliert. Das gilt auch für die Spvg Schwerin, die durch ein 4:1 gegen Teutonia Waltrop Platz sechs sichert. Frohlinde verliert überraschend gegen Herten in einer vogelwilden Partie.

CASTROP-RAUXEL

, 15.11.2015, 19:27 Uhr / Lesedauer: 4 min
Siege für Wacker und Spvg / Wilder Kick in Frohlinde

In einem verrückten Spiel mussten sich Michael Wurst (blau) und der FC Frohlinde der SpVg Herten 4:5 geschlagen geben.

Bezirksliga 9, 13. Spieltag

FC Frohlinde - DJK Spvgg Herten 4:5 (1:0)

Nach dem 4:5 (1:0) mit einer verrückten Schluss-Viertelstunde gegen die Spvg Herten (13.) ist die Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga für den FC Frohlinde (4.) in weite Ferne gerückt. So sah das auch Spieler-Trainer Michael Wurst nach Abpfiff: „Im Moment brauchen wir mit ganz oben überhaupt nicht mehr rechnen, wenn wir selbst solch ein Spiel nicht gewinnen können.“

Es dauerte bis zur elften Minute am trüben Volkstrauertag, ehe ein Pfostenschuss die Hausherren aufrüttelte. Sie übernahmen das Geschehen bei böigem Wind und Dauerregen. Der erste Lichtblick unter den dichten Wolken folgte mit dem Lupfer von Arif Secen zum 1:0 (17.). Stefan Tiedke wuchtete einen Kopfball nach einer Ecke vom guten Mario Djordic an den Innenpfosten. Einige Abseits-Pfiffe von Schiedsrichter Markus Schanz (Dortmund) ließen weitere Treffer nicht zu.

Auf der Gegenseite hielt FCF-Torwart Daniel Schultz bis zum Wechsel mit zwei Paraden seinen Kasten sauber. Das sollte sich ändern. „Kellerkind“ Herten kam im zweiten Abschnitt mit der Wind-Unterstützung besser zurecht. Ein durch Bastian Niebert verursachter Foulelfmeter brachte das 1:1 (50.). Trainer Wurst: „Das war der Knackpunkt, weil ich auch direkt danach meine dicke Chance zum 2:1 nicht genutzt habe.“

Spiel auf Kopf gestellt

Das 2:1 gelang den Gästen in der 54. Minute. Das Spiel war auf dem Kopf gestellt. Das 3:1 (68.) aus Hertener Sicht sah wie die Entscheidung aus. Wie man sich irren kann. Ein Hertener sah die Rote Karte (75.), nachdem er Vedat Öz rustikal von den Beinen geholt hatte. Es ging Schlag auf Schlag. Niebert wurde vom gegnerischen Torwart gefoult: Elfmeter. Den nutzte Wurst zum 2:3 (76.).

Damit nicht genug: Wieder gab es Strafstoß, als Djordic gefoult wurde und Wurst beim 3:3 (84.) seine Nervenstärke zeigte. Er hätte sie nochmals präsentiert, doch ein Pfiff nach Foul an Dietrich Liskunov blieb aus. Dann drehte sich das Match. Herten traf per Konter zum 4:3 (87.) und 5:3 (90.). Liskunov erzielte das 4:5 (90.+2). Wer glaubte, das Spiel war zu Ende, irrte nochmals. Andre Muth grätschte frei vor dem Tor an einer Hereingabe von Djordic ganz knapp vorbei. Erst danach war wirklich Schluss.

TEAMS UND TORE FROHLINDE: Schultz, Adrian (55. Muth), Niebert, Tiedke (68. Öz), Hoffmann, Matuszak, Wurst, Djordic, Secen (80, Obi), Liskunov, Kasprzak.Tore: 1:0 (17.) Secen, 1:1 (50.) Foulelfmeter, 1:2 (54.), 1:3 (68.), 2:3 (76.) Wurst (Foulelfmeter), 3:3 (84.) Wurst (Foulelfmeter), 3:4 (87.), 3:5 (90.), 4:5 (90.+2) Liskunov.Bes. Vorkommnis: (75.) Rote Karte gegen Herten.

Spvg Schwerin - Teut. SuS Waltrop 4:1 (2:1)

Mit 4:1 (2:1) wurde Teutonia/SuS Waltrop nach Hause geschickt. Auf dem seifigen Untergrund am Grafweg war es aber nicht immer einfach für die Akteure. Es hätte auch anders laufen können gegen die auf einem Abstiegsplatz rangierenden Waltroper. Denn nach zwei Minuten tauchte plötzlich der frühere Obercastroper Marvin Noltemeier vor Schwerins Keeper Tim Göbel auf, der jedoch Noltemeiers Schuss parieren konnte und einen frühen Rückstand verhinderte.

Besser machte es dann Andi Dapi auf der Gegenseite. Nach einem starken Pass von Mateusz Urbanski durch die Schnittstelle der Abwehr, war Dapi völlig frei vor Waltrops Torwart Patrick Maßmann und erzielte mit einem Flachschuss ins lange Eck das 1:0 (9.). Doch die Gäste ließen sich davon nicht verunsichern und machten quasi mit einer Kopie des ersten Tores das 1:1 (14.) durch Kapitän Noltemeier.

Hin und Her

Es ging Hin und Her und der dritte Treffer ließ nicht lange auf sich warten. Denn nur drei Minuten nach dem Waltroper Ausgleich waren wieder die Gastgeber an der Reihe. Eine Ecke von Suri Ucar verlängerte Dapi mit der Hacke. Der Ball sprang genau zu Urbanski, der Torwart Maßmann mit einem Flachschuss keine Chance ließ - 2:1.

In der zweiten Hälfte bestimmten zunächst die Gäste die Partie. Schwerin hatte Glück, dass ein zu kurzer Abschlag von Keeper Tim Göbel (66.) sowie ein vertändelter Ball von Angelo Sänger (67.) nicht bestraft wurden. „Tim ist erst 19 Jahre alt, bei ihm fehlt manchmal noch etwas die Souveränität im Spiel“, nahm Schwerins Coach Karsten Quante seinen Keeper in Schutz.

In der Schweriner Offensive lief es nach der Einwechslung von Marcus Hasecke für Martin Kapitza (59.) aber wieder deutlich besser. Denn der Routinier sorgte vorne für einigen Wirbel und zeigte seine ganze Klasse. Beim 3:1 (69.) erlief er stark den Ball, der genau durch die Lücke in der Abwehr gespielt wurde. Hasecke hatte noch die Ruhe, an Maßmann vorbeizugehen und einzuschieben. Vor dem 4:1 (80.) blockte er seinen Gegenspieler stark auf der rechten Außenbahn und machte sich dadurch selbst viel Platz. In der Mitte stand dann Thomas Geiger völlig frei und schob locker zum Endstand ein. 

TEAM UND TORE SCHWERIN: Göbel, Horn, Urbanski, Reuscheck, Gillner, El Marsi (65. Makridis), Kapitza (59. Hasecke), Sänger, Dapi, Geiger, Ucar (79. Foitzik).Tore: 1:0 (9.) Dapi, 1:1 (14.) Noltemeier, 2:1 (17.) Urbanski, 3:1 (69.) Hasecke, 4:1 (80.) Geiger.

VfB Waltrop - SV Wacker Obercastrop 1:2 (1:2)

Das Spiel war mangelhaft, die drei Punkte dagegen sehr gut: Mit einem 2:1 (2:1) beim VfB Waltrop (15.) haben die Fußballer des SV Wacker Obercastrop ihren achten Bezirksliga-Platz stabilisiert und die Sorgen der Waltroper im Tabellenkeller vergrößert. Über den Rest könnte man wohl getrost den Mantel des Schweigens decken. Wacker-Trainer Andreas Köhler: „Das war wirklich ein schlechtes Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hat. Wir hatten letztlich etwas mehr Glück.“

Dabei sah das nach acht Minuten noch nicht so aus. Die Hausherren machten gleich mit ihrer ersten und vorläufig letzten Chance das 1:0. Das sah nicht gut für die Gäste aus. Seine Mannen hat dann das Glück, das Köhler beschrieb. Manuel Backes kombinierte mit Bastian Fritsch und die Hereingabe des Kapitäns fälschte ein Waltroper Spieler ins eigene Netz zum 1:1 (26.) ab. Köhler: „Vielleicht wäre der Ball auch alleine rein gegangen.“ Aber so war es ein klares Selbsttor der Hausherren.

Maue zweite Halbzeit

Denen merkte man schon die kritische Tabellen-Lage an. Da lief nicht viel zusammen – aber plötzlich bei der Köhler-Truppe. Der durch eine Krankheit lange Zeit ausgefallene Manuel Backes sorgte für das Siegtor. Einen zunächst noch abgewehrten Eckball nahm Backes auf und drosch ihn zum 2:1 (38.) ins Netz.

Danach passierte nicht mehr viel. Das kann man getrost dem Wetter in die Schuhe schieben. Da macht es wirklich keinen Spaß, zu spielen oder zuzuschauen. Das Spiel plätscherte auf dem vom Regen durchnässten Untergrund nur noch so dahin und passte sich der widrigen Lage an. Nach der Pause gab es noch zwei Chancen. Cihangir Sahinli und Bastian Fritsch brachten die Kugel nicht über die Linie. Es reichte letztlich auch so.

TEAM UND TORE OBERCASTROP: Scholka, Fritsch, Sola, Kresic (76. Süleiman), El Moutaouafik, Budde, Kitowski (81. Sahinli), Backes, Bothe, Schmidt, Pape (87. Zimmermann).Tore: 1:0 (8.), 1:1 (26.) Eigentor, 1:2 (38.) Backes.

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