Sigrid Wilken hat das Ehrenamt bei der SG Castrop geerbt

Am Freitagabend ausgezeichnet

Als Kassiererin ist die 58-Jährige bei der SG Castrop für das Geld des Vereins zuständig. Die ehrenamtliche Tätigkeit wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Zwar macht sie gerne ihre Arbeit für den Verein, doch einen Wunsch hat die Ehrenamtlerin dennoch.

Castrop

, 18.11.2017, 08:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sigrid Wilken ist bei der SG Castrop als 1. Kassiererin für das Geld des Vereins zuständig. Zusätzlich übernimmt sie aber auch Aufgaben des Geschäftsführers, da der Posten derzeit vakant ist, des Platzkassierers und kümmert sich um die Einkäufe für das Klubheim.

Sigrid Wilken ist bei der SG Castrop als 1. Kassiererin für das Geld des Vereins zuständig. Zusätzlich übernimmt sie aber auch Aufgaben des Geschäftsführers, da der Posten derzeit vakant ist, des Platzkassierers und kümmert sich um die Einkäufe für das Klubheim. © Marcel Witte

Sigrid Wilken betritt das Vereinsheim der SG Castrop an der Bahnhofstraße. Der Flur ist nass. „Da hat sich anscheinend niemand drum gekümmert“, sagt sie und schüttelt mit dem Kopf. Wieder eine Aufgabe, die zu erledigen wäre. Eine von vielen, die die 58-Jährige im Verein übernimmt.

„Eigentlich bin ich nur die erste Kassiererin“, erklärt Sigrid Wilken, „doch ich kümmer mich auch um die Vorbereitung im Klubheim für die Heimspiele am Sonntag, bin gemeinsam mit Bernd Rabert als Platzkassiererin tätig und führe die Einkäufe für das Klubheim durch“. Zudem macht sie quasi alles „was sonst so anfällt“, schließlich sind sie und der erste Vorsitzende Björn Klieve die einzigen Vorstandsmitglieder des Vereins.

„Man muss gewisse Stunden aufbringen“

Vor zwei Jahren trat Norbert Olschowski als Geschäftsführer zurück, seitdem müssen auch diese Aufgaben übernommen werden. „Man kann so einen Job nicht zwischen Tür und Angel machen“, so Wilken, „man muss gewisse Stunden aufbringen, sonst bleibt viel auf der Strecke“.

Und das bereits seit knapp zehn Jahren. Wilkens Eltern Harry und Doris Christoph hatten die SG über viele Jahre begleitet. „Mein Papa war lange Kassierer und Geschäftsführer, meine Mama war Zeugwartin und Platzkassiererin“, erklärt Sigrid Wilken. Als das Ehepaar verstorben war, sah die heute 58-Jährige es quasi als Pflicht an, die Aufgaben zu übernehmen. „Ich habe das Amt quasi geerbt“, sagt die 58-jährige Medizinische Fachangestellte, die bereits früher als Kind viel Zeit in der ehemaligen Spielstätte der SG, der Erin-Kampfbahn, verbrachte.

Daher ist das Ehrenamt für sie eine große Herzensangelegenheit. Unterstützt wird sie von Mann Thilo, früherer Jugendtrainer bei der SG, und Sohn Maurice (21), der nur für die Castroper die Schuhe schnürte, aber derzeit pausiert. „Ich bekomme von meinem Mann viel Freiraum, sodass ich sonntags beruhigt zum Sportplatz fahren kann“, erklärt die Castroperin.

„Vielleicht klappt es mit Frauen besser“

Doch wie lange übt Wilken noch das Amt bei der SG Castrop aus? „Wenn jemand käme, der den Posten machen möchte, würde ich nicht zwingend darauf bestehen“, so Wilken. Zumal es ja noch andere Aufgaben im Verein gäbe. Die neue Vorstandsperson könnte auch gerne wieder eine Frau sein. „Ich denke, es kommt zwar auf die Tätigkeit an, aber es klappt ja sehr gut und vielleicht sollte man umschwenken, vielleicht klappt es mit Frauen besser“, sagt Wilken und lacht.

Doch einen Wunsch, der demnächst in Erfüllung gehen soll, hat die 58-jährige Ehrenamtlerin noch: „Ich würde gerne einfach mal wieder sonntags in Ruhe Fußball gucken“, sagt Sigrid Wilken, „in dieser Saison konnte ich nur das Bezirksliga-Spiel beim BV Rentfort richtig gucken, sonst fällt leider immer wieder etwas an.“

Insgesamt 28 Ehrenamtliche wurden Freitagabend für ihre Arbeit in den heimischen Sportvereinen beim „Tag des Ehrenamts“ ausgezeichnet: Walter Brüssow (Victoria Habinghorst), Wilfried Knauf (FC Castrop-Rauxel), Brahim Amghar, Andreas Dornieden (beide SV Wacker Obercastrop), Rolf-Dieter Weidhaas, Günter Schulz, Kathleen Rahn (alle VfR Rauxel), Marcus Golabeck, Björn Teichmann (beide Arminia Ickern), Gerd Lindner, Walter Dorn (beide Spvg Schwerin), Andrea Wossning-Müller, Helmut Pagenkämper (beide VfB Habinghorst), Renate Breilmann, Ludgera Rabert, Sigrid Wilken (alle SG Castrop), Sabine Schmitz, Jörn Kolbrik (beide FC Frohlinde), Anke Bojak, Mario Weber, Rainer Mattukat (alle TuS Henrichenburg), Peter Heider, Torsten Leder (beide SuS Pöppinghausen), Jessica Nickel, Benjamin Nickel (beide SF Habinghorst/Dingen), Christel Rungenhagen, Sebastian Horstknepper (beide Eintracht Ickern) und Erika Fels (Victoria Habinghorst).
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